Vorteilhaft fertigen

Feature | 3. Mai 2004 von admin 0

SAP for Industrial Machinery & Components (SAP for IM&C) basiert auf der Anwendungs- und Integrationsplattform SAP NetWeaver und unterstützt alle wesentlichen betrieblichen Aktivitäten, um Maschinen, Anlagen und Komponenten zu entwickeln, zu verkaufen, herzustellen und zu warten. Neben den Geschäftsprozessen in den Bereichen Entwicklung, Verkauf, Produktion und Logistik deckt SAP for IM&C auch die Bereiche Finanz- und Rechnungswesen sowie Personalwirtschaft ab. Die Lösung bietet eine integrierte Plattform, die Aufgaben auch innerhalb heterogener IT-Umgebungen zu lösen versteht. SAP for IM&C basiert auf offenen Standards und lässt sich flexibel anpassen und erweitern.

Auslagern und zusammen arbeiten

Business Map IM&C

Business Map IM&C

Die SAP-Lösung trägt auch dem Trend zur Auslagerung von Funktionen Rechnung, die nicht zur eigentlichen Kernkompetenz der Unternehmen gehören. Im Zuge von Outsourcing entstehen vielschichtige Lieferantenbeziehungen, die in kollaborativen Geschäftsprozessen ablaufen. Sie verknüpfen unterschiedliche Geschäftspartner wie Lieferanten, Unterauftragnehmer, Engineering-Partner, Komponentenhersteller, Original Equipement Manufactures (OEM), Distributoren und nicht zuletzt den Endkunden.
Das Lösungsportfolio SAP for Industrial Machinery & Components basiert auf folgenden SAP-Lösungen:

  • SAP NetWeaver
  • mySAP Financials
  • mySAP Human Resources
  • mySAP ERP
  • mySAP Customer Relationship Management
  • mySAP Product Lifecycle Management
  • mySAP Supplier Relationship Management
  • mySAP Supply Chain Management
Lieferkette IM&C

Lieferkette IM&C

Als Teil von SAP for IM&C unterstützt mySAP Product Lifecycle Managment (mySAP PLM) ganzheitlich den Lebenszyklus eines Produktes, von einer ersten Produktidee bis zur Marktreife und Markteinführung. Dieser Prozess wird in der Industrie mit ‚New Product Development and Introduction (NPDI)’ bezeichnet. Die Lösung deckt nahtlos die Teilbereiche des NPDI ab; dabei sind die Unternehmensbereiche Marketing, Finanzen, Forschung und Entwicklung, Produktion und Verkauf eingebunden. Zunächst unterstützt SAP for IM&C dabei, eine Produktstrategie fest zu legen, unterstützt den Entwicklungsprozess, hilft bei der Auswahl der Lieferanten und koordiniert den Produktstart. Im NDPI-Prozess verschwinden die bisher in der Produktentwicklung hemmenden Grenzen zwischen technischen und betriebswirtschaftlichen Abteilungen. Der NPDI-Prozess mit mySAP PLM ist wegen seiner web-basierten Anwendungen (wie cFolders und cProjects) und einem Portal-basierten Zugang leicht zu handhaben.

Änderungen transparent machen

Änderungen von Kundenanforderungen gehören zum täglichen Geschäft im Maschinen- und Anlagenbau. Hier zeigt die IM&C Lösung ihre Stärke. Dabei ist das Änderungsmanagement hervor zu heben, wenn noch während des laufenden Auftrages neue Wünsche berücksichtigt werden sollen. Hier stellen sich Fragen wie: Wie viele Produktionsaufträge sind bereits angelegt worden? Welche davon sind von den Änderungen betroffen? Welche Aufträge können automatisch geändert werden, welche manuell? SAP for IM&C verfolgt die technischen Änderungen während des Entwicklungsprozesses und zeigt ihre Auswirkungen auch auf Verkauf und Produktion. Das Projektmanagement ist eng mit den Bereichen Logistik und Controlling vernetzt. Die Produktkosten lassen sich über den gesamten Lebenszyklus hinweg verfolgen.

Manufacturing Industries

Manufacturing Industries

Die Marktbedinungen im Maschinen- und Anlagenbau erfordern Höchstleistungen in der Lieferkette und in der Produktion. Make-to-Order ist die Herstellungsmethodik zur auftragsbezogenen Fertigung. Deren strategisches Ziel ist, bei abnehmender Fertigungstiefe die Lieferkette ausgehend vom Kundenbedarf übergreifend zu planen, um höchst effektiv produzieren zu können. Ein wichtiger Schritt im Make-to-Order Prozess ist die Vorplanung von Baugruppen, die später in der Montage für die einzelnen Kundenaufträge verwendet werden. Die mittelfristig standort- und unternehmensübergreifende Planung zwischen Partnern in der Supply Chain ermöglicht Lieferanten und Herstellern, Daten über Lagestände und Planmengen auszutauschen. Der so genannte “Collaborative Forecast”, eine aus den Lieferbeziehungen entwickelte Bedarfsprognose, wird jeweils aus der Kommunikation aller Partner der Lieferkette gewonnen.

Engpässe vermeiden

Für weitere Transparenz sorgt SAP Inventory Collaboration Hub (SAP ICH). Die Lösung sichtet Bestände und Vorräte über Systemgrenzen hinweg und ermittelt daraus die Bedarfe. Damit werden Engpässe, Fehlteile und zu hohe Bestände vermieden. Ein “Alert-Generator” erlaubt den Partnern in der Lieferkette, nach einfachen Regeln selbst Warnmeldungen einzurichten sowie Schwellenwerte zum Auslösen der Meldungen zu definieren. Außerdem können über ICH Beschaffungsdokumente (zum Beispiel Bestellungen, Lieferabrufe, Bestätigungen) und deren Status mit Lieferanten ausgetauscht werden.

Für die Herstellung von Sondermaschinen und Spezialmaschinen eignet sich der Engineer-to-order-Prozess (ETO) mit der Unterstützung von kundenspezifischer Konstruktion und Projektfertigung. Dabei erfolgt eine integrierte Abwicklung von Konstruktion, Beschaffung, Fertigung, Versand, Montage und Inbetriebnahme beim Kunden. Durch die Terminierungs- und Planungsfunktionen von SAP Advanced Planner and Optimizer (SAP APO) wird eine integrierte Projekt- und Produktionsplanung möglich und die Transparenz und Koordination verbessert. Die Planung erfolgt rückstandsfreier. Warnmeldungen weisen auf Engpässe hin. Es bestehen vielfältige Möglichkeiten, Handlungsalternativen zur Beseitigung von Engpässen zu simulieren. Dadurch werden Liefertreue und Kapazitätsauslastung gesteigert sowie Durchlaufzeiten und Bestände verringert.
Ein Manufacturing-Portal ermöglicht dem Fertigungsleiter Zugriff auf alle für ihn relevanten Daten. Es analysiert den kompletten Herstellungsprozess und informiert übersichtlich von der Planung, über die Fertigung bis zur Auslieferung. Dabei bezieht und überträgt es Daten aus zahlreichen heterogenen Systemen, sowohl von Drittanbietern als auch von SAP-Lösungen.

Wertschöpfung durch Wartung

SAP America

SAP America

Der Anteil des so genannten After-Market beziehungsweise des Sales & Service -Geschäfts an der Wertschöpfung nimmt im Maschinen- und Anlagenbau zu. Sind die Maschinen- und Anlagen beim Kunden in Betrieb, generieren die Versorgung mit Ersatzteilen sowie Wartungs- und Beratungsleistungen weiterhin Geschäft. Hersteller vollziehen daher den Wandel vom reinen Lieferanten zum Lösungsanbieter. Viele Maschinenbauer verdienen bereits mehr Geld durch die Dienstleistungen, die sie ihren Kunden anbieten, als durch den eigentlichen Verkauf ihrer Produkte. Ein Beispiel dafür sind Aufzugshersteller, die einmal gelieferte Anlagen über Jahrzehnte hinweg warten.
Dabei entscheidet die Qualität der Dienstleistungen, die dem Kunden erbracht werden. SAP for IM&C unterstützt alle Funktionen im Bereich After-Market von Service-Parts-Management bis zum Field-Service. Das beginnt damit, Ersatzteile effizient zu planen und zu verteilen. Auf der Grundlage aller bei den Kunden installierten Anlagen wird die zu erwartende Nachfrage nach Ersatzteilen berechnet und im Lager ein Sicherheitsbestand gebildet. Da nicht nur einzelne Lager, sondern das gesamte Liefernetzwerk einbezogen ist, können die Ersatzteillager klein gehalten werden.
SAP Internet Sales mit Anbindung an einen Ersatzteilkatalog über die Open Catalogue Interface (OCI) Schnittstelle ermöglicht den Verkauf von Ersatzteilen über das Internet mit Integration von speziellen 2D/3D Ersatzteil Zeichnungen.
Kundenspezifische Preise lassen sich über den SAP Internet Pricing & Configurator (SAP IPC) berechnen. Eine Lösungsdatenbank steht zur Verfügung und dient der Informationssuche, um Anforderungen nach Ersatzteilen oder Wartungsleistungen individuell zu bearbeiten. Über das Internet stehen die gespeicherten Informationen sowohl Kunden als auch Servicetechnikern direkt zur Verfügung. Komponenten zum E-Learning erlauben zudem, auf vielfältige Weise Wissen zu vermitteln und Produktschulungen anzubieten.

Offen für neue Service-Modelle

Die SAP ermöglicht mit der Plattform SAP NetWeaver neuartige Geschäftsprozessintegration, bei denen Sensoren in technischen Anlagen Leistungswerte erfassen und über Telemetrie einem Service-Zentrum übermitteln. So lassen sich per Ferndiagnose aus den analysierten Werten beispielsweise einer Turbine oder Maschine Wartungsprozesse frühzeitig anstoßen. SAP kündigte die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen SmartSignal an. Deren Lösung überwacht technische Einrichtungen und meldet sich abzeichnende Fehler, lange bevor ein Störfall die Anlage endgültig beeinträchtigen kann. SAP und SmartSignal haben exemplarisch gezeigt, wie ein verschlüsseltes, gekapseltes Signal als XML-Nachricht von Smart Signal über die SAP-NetWeaver-Plattform in das Service-Management-Module transferiert wird und automatisch eine Service Meldung anlegt.
Fernmess- und Analysetechniken bieten auch die Voraussetzung für innovative Geschäftsmodelle, wenn Kunden dazu übergehen, leistungsbezogene Abrechung zu verlangen, statt eine bestimmte Maschine erwerben zu wollen. Dabei kann etwa die Nutzungshäufigkeit den Preis bestimmen, wenn zum Beispiel der Kunde einer Turbine nach den tatsächlichen geleisteten Stunden bezahlt.

Dr. Juergen Weiner

Dr. Juergen Weiner

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