Was ist eigentlich ein Ultramobile?

4. Juli 2013 von Nicolas A. Zeitler 0

Das MacBook Air von Apple ist für Gartner das Paradebeispiel eines Ultramobile PC.(Foto: Apple)

Das MacBook Air von Apple ist für Gartner das Paradebeispiel eines Ultramobile PC. (Foto: Apple)

Noch führen sie ein Nischendasein, doch ihr Aufstieg ist laut Marktforscher Gartner absehbar: Gingen im Vorjahr weltweit knapp unter zehn Millionen Ultramobiles über den Ladentisch, sollen es dieses Jahr 20 Millionen sein und 2014 mehr als 39 Millionen – das ist von Jahr zu Jahr jeweils eine Verdopplung. Zum Vergleich: Die Verkäufe von Desktop-PCs oder Notebooks lagen 2012 bei 341 Millionen Stück, sind aber mit einer Prognose von 289 Millionen für 2014 deutlich rückläufig. Doch was genau macht Ultramobiles aus und wo werden sie sich etablieren?

 

Bisher werden als Ersatz für den klassischen Rechner mit Tastatur meist Tablets gehandelt, allen voran das iPad. Diese Geräteklasse darf mittlerweile getrost als etabliert angesehen werden, mit 120 Millionen verkauften Einheiten 2012 und einer Gartner-Prognose von 276 Millionen für 2014. Allerdings sind auch Ultramobiles nicht ganz neu auf dem Markt: Erstmals stellten Microsoft und Intel die Geräteklasse auf der CeBIT 2006 vor. Die Merkmale damals: die Form eines Tablet-PCs, Touchscreen, und an den Seitenrändern ein paar Bedientasten mehr als üblicherweise heute bei Tablets. Betriebssystem war damals die Tablet-Version von Windows XP. Samsung präsentierte seinerzeit ein Ultramobile-Modell mit laut heise.de 7-Zoll-Display mit einer Auflösung von 800 x 480 Punkten, 780 Gramm Gewicht und 2,6 Zentimeter Dicke.

Zwischen PC und Tablet

Gartner sieht als Paradebeispiel für Ultramobiles das MacBook Air von Apple – angesiedelt zwischen dem MacBook Pro und dem iPad. Grundsätzlich sind Ultramobiles aus Sicht der Marktforscher Geräte, die alle Aufgaben eines PC meistern können, auf Wunsch aber auch wie ein Tablet benutzt werden können. Aus diesem Grund sind sie besonders leicht und klein gebaut.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wie unterschiedliche Ultramobiles aussehen

Beim Blick auf den heutigen Gerätemarkt zeigt sich: Die Definition von Gartner grenz Ultramobiles im Einzelfall nicht wirklich scharf von anderen Geräteklassen ab. Ultramobiles liegen von Form und Funktion irgendwo zwischen Tablets und PCs beziehungsweise Netbooks, die auf mobile Nutzung vor allem des Internets zugeschnitten sind und in der Regel ohne CD-/DVD-Laufwerk auskommen. So bietet Toshiba unter der Bezeichnung Ultramobile Geräte an, die mit ab 1,48 Kilogramm als besonders leichtes Notebook daherkommen. Der Hersteller preist sie ausdrücklich als Arbeitsgerät für „mobile worker“ an. Ähnliches gilt für die Ultramobile-Notebooks aus der VAIO-Serie von Sony.

Ganz anders sieht das unter anderem zur Dokumentation von Messdaten oder Bearbeitung von Plänen auf Baustellen eingesetzte Toughbook CF-U1 von Panasonic aus, das der Hersteller unter dem Etikett „Ruggedized“ als besonders robust, staub- und wasserfest bewirbt. Hier ist eine Tastatur direkt unter dem Bildschirm angebracht. Das Toughbook CF-U1 hat also nicht wie ein Notebook eine Klappe, sondern ähnelt eher einem Tablet – auch wenn es mit 57 Millimetern deutlich dicker ist als andere Vertreter dieser Spezies.

Unterscheidung nach Bildschirmdiagonale schwierig

Die beispielhafte Übersicht zeigt: In der Praxis bleibt es schwer, einzelne Geräte klar einzuordnen. Erst recht, wenn man das „besonders leicht und klein“ an klaren Zahlen festmachen will. So schreibt Elektronikhändler Saturn in seiner Definition von Ultramobiles von höchstens sieben Zoll Display-Diagonale. Auf das Toughbook CF-U1 von Panasonic würde das mit 5,6 Zoll Diagonale noch zutreffen. Die Ultramobile-Familie von Toshiba hingegen bewegt sich zwischen 13,3 und 14 Zoll Bildschirmdurchmesser.

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