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Was Startups vom Zulu-König Shaka lernen können

12. April 2016 von Uta Spinger 0

Innovationstipps vom Zulu-König und große Träume: Beim SAP Startup Forum in Südafrika stellten sich elf Startups einer Expertenjury im Wettwerb um die beste Geschäftsidee. Ganz vorne dabei – eine Website, die Krankenversicherungen vergleicht und eine Social-Media-Plattform für Fußballfans.

Jedes Unternehmen hat einmal klein angefangen – auch der Softwaregigant SAP, der kürzlich sein 44. Firmenjubiläum feierte. Mit dem SAP HANA Startup Forum im südafrikanischen Johannesburg besinnt sich die SAP ihrer Wurzeln und fördert die neuen Tech-Giganten der Zukunft.

„Die SAP-Community in Afrika kann sich sehen lassen und wir möchten Jungunternehmer ermutigen, sich diesem Netzwerk anzuschließen und von dessen Kontakten und Knowhow zu profitieren“, eröffnete Elke Simon-Keller, Leiterin Innovationsprojekte bei SAP Africa, das dritte Startup Forum in Südafrika. Und Gary Parnell vom SAP Startup Focus Program EMEA ergänzte: „Auch, wenn die Startup-Szene in Afrika boomt, so wünschen wir uns mehr Erfolgsgeschichten von afrikanischen Startups.“

Das SAP Startup Focus Program soll zu diesem Erfolg beitragen, indem es beispielsweise Unternehmer mit der Kundenbasis von SAP zusammenbringt und SAP HANA als Plattform für Entwicklungen anbietet. Sie erhalten bis zu einem Jahr kostenlos Test- und Entwicklungslizenzen für SAP HANA, um ihre Ideen marktreif zu machen. Neben umfassender Marketing-Unterstützung haben sie außerdem Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten wie dem Startup Venture Fond von SAP Ventures.

Rund 2.800 Firmen haben seit 2012 am Programm teilgenommen und zahlreiche Lösungen auf der HANA-Plattform entwickelt.

Schon König Shaka wusste: Innovation ist der Schlüssel zum Erfolg

Einen interessanten Vergleich stellte Dr. Nikolaus Eberl, CEO Ideas Management Academy, in seiner Keynote: “How King Shaka Built the First Billion Dollar App”

Eberl erläuterte, wie der sagenhafte Zulu-König die Kampfstrategie seiner Krieger durch neue Waffen revolutionierte und so sein Imperium begründete. Diese Innovationsstrategie – zusammengefasst als IziCwe Code, was so viel wie ‘das Geheimnis des Jägers’ bedeutet – könne man auf die Kriegsschauplätze der heutigen Wirtschaft übertragen. „Nur, wer eine Innovationskultur in seinem Unternehmen pflegt und konsequent einen Weg der Erneuerung geht, wird dauerhaft Erfolg haben”, so Eberl. Als Beispiele nannte Eberl Uber oder Airbnb, die mit ihren neuen Geschäftsideen die Konkurrenz überholten.

Big Data trifft auf große Träume

Beim Startup-Forum in Johannesburg konnten die Jungunternehmer ihre Ideen einer Gruppe von Business-Experten vorstellen und erhielten von diesen wertvolle Tipps, wie diese umzusetzen sind – von der Erstellung eines Business-Plans über rechtliche Fragen bis zu einer erfolgreichen Kommunikationsstrategie.

Unter den Startup-Unternehmen, die an der Veranstaltung teilnahmen, war eine große Bandbreite an Branchen und Geschäftsmodellen vertreten. Die Palette der Ideen reichte von einer Cyber-Crime-App, mit der jeder Vergehen in Echtzeit melden kann, intelligenten HR-Lösungen, eines effizienten Healthcare- Programms für die Verteilung von Spenden, einer Sales-Lösung bis zu einer browserbasierten Cloud-Lösung, die heterogene Systeme integriert. Bei aller Verschiedenartigkeit war den Teilnehmern doch eines gemeinsam: Ihr Erfolg setzt voraus, dass sie für ihre Kunden gigantische Datenmengen in Echtzeit verarbeiten können. Und dafür brauchen sie SAP HANA.

Zwei Geschäftsideen fanden besonderen Anklang bei der Jury, da diese große Mengen an Daten zu analysieren und verarbeiten haben – also eine ideale Einsatzmöglichkeit für SAP HANA. Außerdem gefiel der Jury, dass beide Unternehmen ihre Zielgruppe genau im Visier hatten: eine Website, die Krankenversicherungen vergleicht und eine Social-Media-Plattform für Fußballfans.

Facebook für Fußballfans

Rechtzeitig zur Fußball-EM in Frankreich (Beginn 10. Juni) stellte der Unternehmer Al Karaki seine Plattform FAN World Cup vor, mit der er Facebook Konkurrenz machen will. Angesichts einer potenziellen Zahl von über zwei Milliarden Nutzern durchaus möglich. Denn das soziale Netzwerk richtet sich an Amateur-Fußballspieler und Fans in mehr als 200 Ländern. Und nicht nur Facebook hat das ehrgeizige Startup im Visier: Auch die von Korruptionsskandalen geplagte FIFA attackiert es mit seiner basisdemokratischen Idee, die Fans darüber abstimmen zu lassen, welches Land die FAN-Weltmeisterschaften austragen soll. Als Loyalty-Programm angelegt, erhalten Mitglieder nicht nur aktuelle Nachrichten, Statistiken und Videos zu ihren Lieblingsteams, sie können durch Aktivitäten im sozialen Netzwerk auch Punkte sammeln, die sie im Online-Shop gegen Fanartikel, elektronische Gadgets oder Reisen zu Spielen eintauschen können. Klar, dass dabei eine Menge an Daten zusammenkommen wird. Genau dafür braucht das Unternehmen die SAP HANA-Plattform, mit der sich diese verwalten und auswerten lassen.

Und der Gewinner ist: Medical Aid Bible

Der Gewinner des Startup-Wettbewerbs jedoch war eine Gewinnerin. Die einzige Frau in der Runde – Eve Dmochowska – stellte eine Geschäftsidee vor, die ein Problem angeht, das viele Südafrikaner kennen: die fehlende Transparenz bei Krankenversicherungen. Die Medical Aid Bible genannte Plattform soll Licht in diesen Dschungel bringen.

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Innovationsleiterin Elke Simon-Keller (links) mit Eve Dmochowska, Gewinnerin des Startup Forums in Johannesburg.

Die Jury begründete ihre Wahl damit, dass die Lösung genau die Bedürfnisse ihrer lokalen Zielgruppe angeht. Das Versicherungssystem in Südafrika ist sehr unübersichtlich. „Mit der Medial Aid Bible können die Versicherten eine große Anzahl an Krankenkassen vergleichen und die passende finden“, erläutert Jungunternehmerin Eve Dmochowska ihr Vorhaben. Derzeit sei es sehr schwierig für viele Südafrikaner herauszufinden, ob ihre Versicherung eine bestimmte Behandlung oder einen bestimmten Arzt abdeckt. Hier soll die Plattform Abhilfe schaffen, indem sie Ärzte und Versicherungen dazu bringt, zusammenzuarbeiten. Die so gewonnenen Daten werden dann in das System eingespeist, über das sich die Versicherten informieren können.

Die Gewinnerin erhält kostenlose Beratungsstunden eines erfahrenen Unternehmers, der ihr hilft, ihre Geschäftsidee umzusetzen. Außerdem gibt es eine iWatch. Alle teilnehmenden Startups können an einem 12-monatigen Programm zur Entwicklung von Unternehmens-Apps teilnehmen und SAP HANA kennenlernen.

Und wer weiß, vielleicht entwickelt eines der Startups die nächste Killer-App – inspieriert von Zulu-König Shakas Innovationsstrategie kombiniert mit der Power von SAP HANA.

Top-Foto: Shutterstock

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