Webbasiertes Portal bündelt Messtechnikdaten

Feature | 27. August 2008 von Susann Leder, SAP.info 0

Alle Daten im Blick! Enterprise SOA erleichert Kunden von Endress+Hauser die Verwaltung ihrer Messtechnikdaten. (Foto: Endress+Hauser)

Das Portal realisierte Endress+Hauser zusammen mit der SAP AG und seinem internen IT-Dienstleister, der Endress+Hauser InfoServe GmbH+Co. KG. Für Dr. Jan Olaf aus dem Bereich Marketing bei Endress+Hauser InfoServe machte diese Zusammenarbeit den Erfolg des Projektes aus: „Durch das gebündelte Branchen-, IT- und Prozesswissen konnten wir ein zielgruppenspezifisches Kundenportal realisieren, das uns eine echte Vernetzung mit Kunden und Lieferanten ermöglicht.”

Messtechnikdaten zentral verfügbar

Was die Fahrgestellnummer beim Auto, ist der Common Equipment Record (CER) bei Endress+Hauser. Der international führende Anbieter von Messtechnik und Automation mit Sitz in Reinach (Schweiz) vergibt für jedes Messgerät einen CER. Dieser enthält geräteindividuelle und kundenspezifische Schlüsselinformationen zu Wartungen, Reparaturen, Produktbezeichnungen und Bestellcodes.

Mit Hilfe des CER lässt sich der gesamte Lebenszyklus eines Gerätes oder einer Anlage ablesen: Engineering, Beschaffung, Installation, Betrieb, Instandhaltung und Ersatz einzelner Komponenten.

Über das Portal W@M rufen Kunden diese Daten aus ihrem Backendsystem heraus ab. Das Portal basiert auf SAP NetWeaver, der Release-Stand des Backendsystems ist SAP ERP 6.0. Über eine serviceorientierte Architektur (Enterprise SOA) ist ein Bündel von großteils selbst entwickelten und wieder verwendbaren Web-Services verfügbar. Diese stellen über definierte Standard-Schnittstellen die CER-Informationen bereit, realisieren Funktionen und Anwendungen und stellen die Integration in andere Systeme, z.B. Asset–Management-Systeme, sicher.

Enterprise SOA zahlt sich aus

Sitz von Endress+Hauser


Endress+Hauser setzt unternehmensweit auf SAP-Lösungen, die im eigenen Rechenzentrum betrieben und weiterentwickelt werden. Die Systeme sind durchgehend harmonisiert und setzen auf der gruppenweit einheitlichen Plattform SAP NetWeaver auf.

Auf der Basis von SAP NetWeaver entschied sich Endress+Hauser zudem für eine serviceorientierte Architektur – mit dem großen Vorteil für seine Kunden, „dass sich Anwendungen und Services zusammensetzen lassen“, so Jürgen Schrempp, Bereichsleiter Business Technology von Endress+Hauser InfoServe. „Der Anwender kann über verschiedene Oberflächen ein- und demselben Dienst in verschiedenen Kontexten abrufen. Und durch die Offenheit der Enterprise SOA sind nicht nur SAP-Lösungen an das Portal anbindbar, sondern auch Systeme anderer Hersteller.”

Mehrwert durch spezifische Web Services

Die meisten Web Services entwickelte Endress+Hauser selbst. Hierin lag die besondere Herausforderung, denn Entwickler mit Enterprise-SOA-Knowhow sind am Markt schwer zu finden – folglich bildet das Unternehmen seine Experten selbst aus.

Die Web Services von Endress+Hauser bieten Kalibrierungsanwendungen zum Up- und Download an, übertragen Geräteinformationen an eine Kundenanwendung und erleichtern die regelmäßige Bestellung von Geräten. Denn die Daten einmal bestellter Produkte können für Neubestellungen wieder verwendet werden.

Die benötigten Daten werden kontextbezogen an den anfragenden Prozess zurückgeliefert. Kunden haben jederzeit und von jedem Ort Zugriff auf die Informationen zu Messgeräten und –anlagen. Ihre eigene Anwendung müssen sie dafür nicht verlassen. Das ermöglicht eine einfache und systemübergreifende Vernetzung mit Kunden und Lieferanten.

Die Hauptvorteile auf einen Blick:

  • „Single point of information“, der den Lebenszyklus aller Messgeräte und -Anlagen an einer zentralen Stelle transparent abbildet
  • Optimierte Arbeitsschritte durch die Integration des Kunden in verschiedene Betriebsabläufe
  • Offenheit der Anwendung ermöglicht eine herstellerunabhängige Anbindung von Systemen

Den Nutzen des Portals können Kunden auch betriebswirtschaftlich messen: „Allein im Bereich Ersatzteillager lassen sich durch die transparenten Gerätedaten bis zu 70 Prozent Kosten sparen. Zudem haben wir Kunden, die ihre Prozessdurchlaufzeit bei der Beschaffung um die Hälfte senken konnten”, so Dr. Olaf.

Messen – Steuern – Regeln: Alles in einem Portal

Endress+Hauser plant in seinem Kundenportal weitere kundenspezifische Funktionen. Auch hier profitiert das Unternehmen von seiner Entscheidung für eine flexible Enterprise SOA, die stetige Erweiterungen von Funktionen und Anwendungen zulässt.

Das Ziel von Endress+Hauser ist es, seinen Kunden über W@M eine Gesamtlösung für die Prozesse Messen, Steuern und Regeln anzubieten. Dazu Schrempp: „Erste Gespräche mit unseren Partnern laufen. Unser Ziel ist die Zusammenführung aller wichtigen Hersteller aus den Bereichen Messen – Steuern – Regeln, um einen größtmöglichen Kundennutzen zu erreichen.”

Endress+Hauser wurde 1953 als Familienunternehmen gegründet. Heute ist das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz einer der international führenden Anbieter von Messgeräten, Dienstleistungen und Lösungen für die industrielle Verfahrenstechnik. Endress+Hauser liefert Sensoren, Geräte, Systeme und Dienstleistungen für Füllstand-, Durchfluss-, Druck- und Temperaturmessung sowie Flüssigkeitsanalyse und Messwertregistrierung.

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