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Webshop mit SAP Hybris: Verkaufen, wo der Kunde ist

20. Oktober 2014 von Sandra Lauer 0

Um die Gunst der Kunden zu erlangen, müssen Shop-Betreiber heute auch mobil unterwegs sein. Für den Händler hat das weitreichende Konsequenzen: Jedes Endgerät sollte jeden Shop-Content aufrufen können. Ein Kaufprozess, begonnen auf dem Smartphone, muss auch im Webbrowser abgeschlossen werden können. Die Popken Fashion Group setzt für die Zukunft ihrer drei Marken Ulla Popken, Gina Laura und JP 1880 auf eine Cross-Channel-Strategie und verarbeitet mit Hilfe von SAP Hybris 4 mittlerweile bis zu 7.000 Kundenaktionen pro Stunde.

Mit einem Gesamteinzelhandelsumsatz von 33 Milliarden Euro und einem Wachstum um 15 Prozent hat der E-Commerce im Jahr 2012 alle Erwartungen übertroffen. Ohne Webshop läuft im Handel nichts mehr, das ist offensichtlich. Aber es geht noch einen Schritt weiter: Der Kunde erwartet, dass ihm jeder gewünschte Einkaufskanal zur Verfügung steht – auch Smartphone oder Tablet. Wird er enttäuscht, kommt er nicht extra in den Laden. Stattdessen springt er zum Wettbewerber, der auf dem gewünschten Kanal präsent ist. Das zeigt eine aktuelle Studie des E-Commerce-Center (ECC) in Köln: „Kanaltreue überwiegt Anbietertreue“, so das ECC. Online-Händler stellt das vor die große Herausforderung, die verschiedenen Kanäle in eine Lösung zu integrieren und Geschäftsprozesse kanalübergreifend umzusetzen (Cross-Channel).

Diese dramatische Entwicklung im Verkauf, die sich bereits vor Jahren ankündigte, ist der Popken Fashion Group nicht entgangen. Mit ihrer Damenmodemarke Ulla Popken ist sie schon seit 1999 mit einem eigenen Webshop aktiv. Fünf Jahre später sattelte sie auf einen moderneren Shop auf Basis von SAP Hybris 2 um. Doch im Jahr 2011 zeigte sich, dass die Einkaufsplattformen dem Cross-Channel-Vertrieb und den künftigen Trends in der Webentwicklung bald nicht mehr würden standhalten können. Als auch der Wartungs- und Weiterentwicklungsaufwand der Lösung stetig zu nahm, machte die Popken Fashion Group Nägel mit Köpfen und entschied sich, den Ulla Popken-Webshop auf die neue Version von SAP Hybris (4) zu überführen. Die Vorteile des Wechsels erklärt Alexander Brocksieper, Bereichsleiter bei der BTC Business Technology Consulting AG, dessen Team die Modegruppe bei der Umsetzung unterstützte: „SAP Hybris bietet den Kontakt mit Kunden sowohl im klassischen Internet, als auch mobil oder über Zugriffspunkte in stationären Läden. Das ‚E’ verschwindet zunehmend aus dem E-Commerce und wird durch ein ‚Omni’ abgelöst. Omni-Commerce, das bedeutet Kundeninteraktion über alle verfügbaren Kanäle hinweg. Hier bieten die neuesten Versionen von Hybris eine optimale Unterstützung für die Popken Fashion Group. Das war sicher ein strategisch guter Invest.“

Anspruchsvoll in den Relaunch

Die Runderneuerung des Online-Shops stellte das BTC-Team vor eine anspruchsvolle Aufgabe, wie Hauke Wessels, Teamleiter Onlineshop-Entwicklung bei Ulla Popken, rückblickend berichtet: „Unser neuer Online-Shop sollte den zukünftigen Trends in der Webentwicklung standhalten, eine hohe Performance und Verfügbarkeit liefern und einfach und gut zu warten sein. Auch die Skalierbarkeit war uns wichtig, weil die Besucherzahl – abhängig von unseren Shop-Aktionen – schnell ansteigen kann“, fügt Wessels hinzu.

Um den Kundinnen und Kunden eine emotional ansprechende Einkaufsumgebung zu bieten, ließ die niedersächsische Modefirma zudem das Design überarbeiten: Neue Funktionen wie Zoom-Viewer oder Marketingaktionen wie Vorab-Kataloge, Live-Shopping oder Happy-Hour-Produkte – für ihren neuen Online-Shop stellte die Popken Fashion Group hohe Forderungen an sich selbst und das IT-Consulting-Unternehmen BTC.

Maßgeschneiderter Entwicklungsrahmen

Das BTC-Team nutzte SAP Hybris 4 als Entwicklungsframework, mit dessen Hilfe individuelle Anwendungen sowie Erweiterungen gestaltet werden können. Zusätzlich kamen moderne Webtechnologien aus dem Umfeld von Java EE (Enterprise Edition) zum Einsatz. Bei der Neuentwicklung des Online-Shops war die BTC AG als Generalunternehmer für alle Projektphasen verantwortlich und übernahm neben Projektmanagement, Konzeption, Architekturmanagement und Entwicklung des Datenmodells auch die Implementierung sowie die Integration weiterer Produkte wie dem Fredhopper-Suchservice oder Adobe Scene 7. „Durch die Neuentwicklung des Online-Shops und die nahtlose Integration in unsere vorhandene IT-Landschaft können wir die Kosten für zukünftige Erweiterungen nachhaltig reduzieren“, ist sich Hauke Wessels sicher.

Neben Kernprozessen wie Bestellung oder Registrierung sind in den neuen Online-Shops auch Facebook, Google+, Twitter und Social-Bookmarking-Dienste eingebunden. Außerdem zeigt der Online-Shop jedem Nutzer nach dem Login individuelle Seiteninhalte an – abgestimmt auf das Alter, Geschlecht und die Größe der Käuferin oder des Käufers. Dafür sorgen hochdynamisch aufbereitete Inhalte und flexible Frontend-Technologien. In den Niederlanden bietet der Modeshop sogar eine Größenberatung „on the fly“. Die circa 45.000 verschiedenen Produktvarianten sowie das Layout und die redaktionellen Inhalte pflegen geschulte Shop-Administratoren über das CMS-Cockpit .

Drei Marken für internationales und mobiles Einkaufen

Mittlerweile hat die Popken Fashion Group alle drei Marken auf Hybris-4-Webshops transferiert: Dem Vorreiter Ulla Popken folgte Gina Laura und dann die Männermarke JP 1880. Die Shops sind heute in verschiedenen Länderversionen in Deutschland, den Niederlanden, Schweiz, Frankreich, Österreich, Großbritannien, Belgien, Schweden und Polen vertreten. Nun konzentriert sich das Projektteam auf die Optimierung der Shops für den mobilen Einkauf (M-Commerce). Der grafische Aufbau soll sich durch ein sogenanntes Responsive Design automatisch an das jeweilige Endgerät anpassen – egal ob Hoch- oder Querformat, egal ob Smartphone, Tablet oder Laptop. Alexander Brocksieper erklärt: „Der Kunde soll an jedem Touchpoint optimal mit den Marken in Kontakt treten können und ein positives Einkaufserlebnis haben.“

Eine solche attraktive Tour durch das virtuelle Kaufhaus ist nicht nur deshalb wichtig, weil heute laut dem Kölner ECC 36,6 Prozent der Käufer im stationären Handel vorher im Internet recherchieren. Es spielt gerade in der Fashionwelt eine besondere Rolle: Im M-Commerce bildet Mode die drittbeliebteste Warengruppe; nur Medien und Elektrowaren werden noch mehr unterwegs eingekauft. Die Popken Fashion Group und ihre Marken scheinen für die mobile Zukunft mit ihrer Cross-Channel-Strategie gut gerüstet zu sein: „Jeder unserer Online-Shops kann heute bis zu 100.000 Seitenaufrufe und bis zu 7.000 Kundenaktionen pro Stunde verarbeiten“ ,fasst Hauke Wessels das Ergebnis des E-Commerce-Projekts bei der Popken Fashion Group zusammen.

 

Bildquelle: Popken Fashion Group

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