CloMoSo und der Großhandel

26. Juli 2011 von Neetin Data 0

Add it to your IT dictionary: CloMoSo, or cloud, mobile, and social media. (photo: Fotolia)

Cloud Computing, Mobile Software und Social Media für den Großhandel (Foto: Fotolia)

CloMoSo ist ein Akronym für „Cloud“, „Mobil“, „Social“ und bezeichnet den Einsatz von Cloud Computing, mobilen Anwendungen und Social Media-Portalen wie Facebook und Twitter. Zweifelsohne vollzieht sich das CloMoSo-Phänomen bei weitem schneller als vergangene technologische Veränderungen wie der Wechsel zu Mainframes, Client-Server-Architekturen und der Siegeszug des Internets.

Doch wie genau beschert CloMoSo einem Unternehmen Vorteile? Und sollten sich Großhändler jetzt darum kümmern?

Verschiedene Cloud-Möglichkeiten

Cloud Computing für betriebswirtschaftliche Anwendungen umfasst alle abonnement- und nutzungsbasierte Anwendungsdienste, die in Echtzeit über das Internet verfügbar sind. Dieses Konzept gewinnt schnell an Beliebtheit, denn Unternehmen können leicht neue Softwarefunktionen verwenden, ohne in neue IT-Infrastruktur, Mitarbeiterschulungen oder neue Softwarelizenzen investieren zu müssen.

Heutzutage können Großhändler aus einer umfassenden Bandbreite Cloud-basierter Anwendungsmöglichkeiten wählen. Sie können sich für eine durchgängige ERP-Lösung in der Wolke entscheiden, um Vorteile zu erzielen, oder spezielle Lösungen für bestimmte Geschäftsbereiche einsetzen wie beispielsweise Software für den Außendienst oder Lösungen für die Spesenabrechnung, das Talentmanagement oder die strategische Beschaffung. All das erfolgt natürlich zu planbaren Kosten und mit geringem Risiko.

Während der wirtschaftliche Aspekt von Cloud Computing verlockend ist, bereitet der Sicherheitsaspekt weiterhin Sorgen, da sich die Unternehmensdaten auf Servern außerhalb des Unternehmens befinden. Manche Unternehmen bevorzugen es, die Kontrolle über die eigenen Daten nicht abzugeben und einem externen Diensteanbieter nicht wiederholt für seine Dienste zu bezahlen.

In einem solchen Fall entscheiden sie sich für eine sogenannte „private Cloud”. Damit haben sie alle Vorteile des Cloud Computing, aber auch ein gewisses Maß an Sicherheit und Kontrolle. Um ein solches Bereitstellungsmodell zu ermöglichen, wetteifern die Diensteanbieter darum, von Softwareanbietern wie Hersteller von ERP-Software zertifiziert zu werden, um diese Anwendungen in einer „privaten“ Cloud-Umgebung anzubieten.

Andere Unternehmen, die bereits ein ERP-System innerhalb ihrer Firewall implementiert haben, setzen ein „hybrides“ Cloud-Computing-Modell ein. In diesem Fall entscheiden sie sich dafür, einige weniger wichtigere Geschäftsprozesse – zum Beispiel die Beschaffung oder die Spesenabrechnung – in die Wolke zu verlagern.

Mobile business applications are becoming increasingly available and powerful (photo: grasundsterne)

Mit Sybase Mobile Sales haben Sie Zugriff auf wichtige CRM-Funktionen von unterwegs aus (Foto: grasundsterne)

In drei Schritten zur Mobilität

Die schnelle Akzeptanz von Smartphones und Tablets für den Privatgebrauch sorgt dafür, dass viele Mitarbeiter in allen Großhandelsunternehmen ihre IT-Abteilungen dazu drängen, diese Technologie auch am Arbeitsplatz einzubinden.

Die Vorteile der Unternehmensmobilität sind enorm. Einem Vertriebsleiter auf Reisen oder einem Arbeiter im Werk des Kunden lassen sich während der normalen Geschäftszeiten zeitnahe Informationen zur Verfügung stellen

Die Mobilitätsfähigkeit von  Unternehmen wirft jedoch auch einige Fragen auf: Wie lässt sich die Fülle an Mobilgeräten verwalten, wie können die Unternehmensdaten gesichert werden, wie lassen sich Apps über alle Gerätetypen und im gesamten Unternehmen verteilen?

Mobile Plattformen sind heutzutage stabil genug, um diese und andere Herausforderungen zu meistern. Zunächst müssen Sie eine unternehmensweite Mobilstrategie entwickeln, indem Sie sich die Frage beantworten: Was möchte ich erreichen? Anschließend nehmen Sie die Sicherheitsprobleme in Angriff: Welche Geräte werden unterstützt, wer ist zugriffsberechtigt und was passiert, wenn der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt?

Und schließlich setzen Sie die Apps so ein, dass Führungskräfte und Geschäftsbereichsleiter in der Lage sind, für das Unternehmen einen wahren Vorteil zu erzielen. In der Großhandelssparte sind etwa 30-40 % der Mitarbeiter in den Geschäftsbereichen Vertrieb und Service beschäftigt. Aus diesem Grund werden diese Bereiche bevorzugt mit Mobilität ausgestattet, da sich hier die Investition schneller amortisiert.

Around 50% of Twitter profiles are linked to businesses (screenshot: Bing)

Rund 50% der Twitter-Profile beziehen sich mittlerweile auf das Geschäftsumfeld (Screenshot: Bing)

Facebook, Twitter und Co. als Marketingkanal

Soziale Medien wie Twitter, Facebook, Blogs und LinkedIn erleben einen beispiellosen Zuwachs, denn Millionen Menschen haben sich bei diesen Medien registriert und nehmen aktiv teil. Nur allzu häufig sind sogenannte B2B-Unternehmen – also Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen zu anderen Unternehmen unterhalten und zu denen auch Großhändler gehören – der Ansicht, dass diese Plattformen nur für Unternehmen nützlich sind, die sich direkt an den Endverbraucher wenden (B2C-Unternehmen).

Während B2C-Unternehmen Wegbereiter in diesem Bereich waren, bieten sich den B2B-Unternehmen Möglichkeiten, diese Medien zu nutzen, um im Internet ein positives Image aufzubauen.

Die sozialen Medien bieten dem Großhandel vollkommen neue Möglichkeiten, mit den Menschen an den Kunden- und Lieferantenstandorten zu kommunizieren und zu kooperieren. Das Marketing dieser Branche ist dabei, sich zu wandeln. Der neue Trend geht zum Business-to-People-Marketing (B2P-Marketing). Großhandelsunternehmen sollten die reichhaltigen Chancen dieser Medien und Vertriebskanäle nutzen, denn sie helfen ihnen, ihren Marken eine menschliche Not zu verleihen.

CloMoSo ist Realität und weit davon entfernt, eine vorübergehende Modeerscheinung zu sein. Es ist tatsächlich ein Mittel, mit dem der Großhandel sich Wettbewerbsvorteile erzielen kann.

Neetin Datar ist Senior Director of Industry Marketing for Wholesale Distribution bei SAP. Seine Erfahrung in Unternehmenssoftware erstreckt sich über die Bereiche ERP, E-Commerce, Global Trade, GRC, Warehouse Management und Großhandel. Er ist seit 1994 für die SAP tätig und begeistert von Technologie und deren Einsatz im Großhandel.

Folgen Sie SAP Wholesale Distribution und Neetin Datar auf Twitter:  @SAP_WSD

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