Soccer team in a huddle

Wie Big Data im Kampf gegen Krankheiten hilft

Feature | 26. November 2014 von Theresa Böhme 0

Personalisierte Medizin für HIV-Patienten oder Wahrscheinlichkeitswerte für einen Herzinfarkt – Big Data-Technologie erzielt genauere Analyseergebnisse und verbessert die Behandlungsmethoden.

Tagtäglich jagen Unmengen an Datenströmen durch Netzwerke und Rechenzentren weltweit. Patientenakten, Bildmaterial aus der Radiologie sowie digitale Laborergebnisse – Vor allem im Gesundheitssektor entstehen sehr viele Daten zu Untersuchungszwecken. PHEMI, ein Anbieter von Systemen zur Analyse von Patientendaten, will mit seinen Lösungen die Analyse von Daten vereinfachen.

Mit SAP HANA Predictive Analytics Risiko-Werte berechnen

Das SAP/PHEMI Big Data Warehouse will die Qualität der medizinischen Versorgung für Patienten verbessern und die Kosten für medizinische Einrichtungen reduzieren. Mit der Auswertung von Daten von beispielsweise Herzinfarkt-Patienten mithilfe von SAP HANA Predictive Analytics können Wahrscheinlichkeiten berechnet werden. Sie zeigen, welche Patienten besonders gefährdet sind, einen erneuten Herzinfarkt zu erleiden und einer besonderen Beobachtung bedürfen und welche Patienten ein geringes Risiko haben und entlassen werden können.

„Herzinfarkt ist einer der zehn häufigsten Gründe für eine Wiedereinweisung. Gleichzeit sind erneute Einweisungen von Patienten mit einem sehr hohen Kostenaufwand für Kliniken verbunden“, weiß Lorant. SAP HANA Predictive Analytics verwendet die historischen Daten vieler Patienten und berücksichtigt hunderte klinische Parameter, um die Berechnungen durchzuführen und Risiko-Werte zu erstellen. Auf dieser Grundlage können Ärzte Einschätzungen vornehmen. Das Risiko einer Wiederaufnahme ins Krankenhaus kann so reduziert und Patienten mehr Sicherheit geboten werden.

Personalisierte Medizin verspricht bessere Ergebnisse

Bei HIV-Patienten kann personalisierte Medizin mithilfe von Gensequenzierung hergestellt werden. Bei der Gensequenzierung werden Algorithmen auf genetisches Material aus Blutproben von Patienten angewendet. So kann Medizin entwickelt werden, die auf dem individuellen genetischen Virenstamm der Betroffenen basiert. Die Ergebnisse geben Aufschluss über den optimalen, individuellen Therapieplan des Patienten und die individuelle Dosis und Kombination von Medikamenten für die AIDS-Therapie.

Im SAP/PHEMI Big Data Warehouse können die Daten aus der Gensequenzierung optimal bewahrt, gesucht und verglichen werden. Mithilfe von SAP HANA kann die Gensequenzierung schneller und mit größeren Datenmengen durchgeführt werden, da die Analyse in Echtzeit stattfindet. Patienten wiederum steht die jeweilige personalisierte Medizin schneller zur Verfügung. Nach aktuellem Forschungsstand verspricht personalisierte Medizin die besten Aussichten, die Bildung neuer Viren bei HIV-Patienten zu unterdrücken und die Virenanzahl im Blut weitestgehend gering zu halten. Somit hat jeder Patient eine eigene Zusammensetzung von Medikamenten.

BGWNeben leistungsstarker Technologie muss darauf geachtet werden, dass die Datenbankarchitektur den Schutz vertraulicher Daten gewährleistet. PHEMI Central‘s Data Warehouse bewahrt, archiviert und überwacht klinische Daten ohne dabei Datenschutzrichtlinien außen vor zu lassen. Wenn Daten zu Forschungs- und Entwicklungszwecken von Kliniken benötigt werden, dürfen vertrauliche Informationen nicht weitergeleitet werden. PHEMI‘s Healthcare Data Base zeichnet sich durch „Privacy by Design“-Eigenschaften aus und kann, was das Lesen von Daten betrifft, sensible Informationen automatisch entfernen. Leseberechtigungen basieren auf den Attributen des Benutzers, Zugangsrichtlinien oder gesetzlichen Bestimmungen.

Mit dem SAP/PHEMI Big Data Warehouse Potenziale ausschöpfen

In medizinischen Einrichtungen gibt es multiple und voneinander getrennte Datensätze und -quellen, deren Verwaltung aufgrund der Komplexität schwierig ist. „Über 70 Prozent der Informationen sind unstrukturiert und mit den bisherigen Analysemethoden nur schwer aufzubereiten“, sagt Dr. Paul Terry, CEO von PHEMI Health Systems.

Das SAP/PHEMI Big Data Warehouse ermöglicht es Unternehmen, auf hunderte verschiedener Informationsquellen zuzugreifen. Durch das Aufbereiten der Daten hilft es Kliniken, Potenziale zu nutzen. Das Big Data Warehouse kann sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Datensätze aggregieren und unstrukturierte Daten in verwertbare Daten umwandeln. „Die Integration neuer Daten geht bis zu 35% schneller, als mit einem klassischen Enterprise Data Warehouse“, sagt Adam Lorant, Vice President Marketing & Product Management bei PHEMI.

Für das Sammeln und Aufbereiten der Daten ist innerhalb des Data Warehouse PHEMI Central, eine Art digitale Datenbibliothek, verantwortlich, die sich die Informationen aus den unterschiedlichen Datenquellen ziehen kann. PHEMI Central bereitet die Daten auf und gibt sie dann an die In-Memory-Plattform SAP HANA für die Datenmodellierung und -analyse weiter. Ziel ist es, Daten schneller und automatisierter auszuwerten und die Vielzahl an unstrukturierten Datensätzen zugänglich zu machen, sodass Wissenschaftler und Mediziner unmittelbar wertvolle Informationen gewinnen können. Die automatische Auswertung spart Gesundheitsorganisationen Geld und medizinischem Personal Zeit – was letztendlich den Patienten zu Gute kommt.

Das Startup PHEMI ist Teil des SAP Start Up Focus Programms. Als Mitglied des Programms werden junge Unternehmen von SAP im Bereich Big Data sowie Predictive- und Echtzeit-Analyse unterstützt und können ihre Anwendungen in SAP HANA entwickeln.

Folgen Sie SAP Startup Focus auf Twitter @SAPStartups oder melden Sie sich für den monatlichen Newsletter an.

Bildquelle: Shutterstock

Tags: , ,

Leave a Reply