Klare Sicht und kluge Köpfe in Paris

Feature | 1. Juli 2009 von Hans-Josef Jeanrond 0

Insgesamt 150 Vorträge gab es auf der SAP World Tour in Paris (Foto: Hans-Josef Jeanrond)

„Clear Visions“ sind für SAP schon seit langem ein Thema. SAP France wollte bei der World Tour in Paris auf besondere Art für klare Visionen sorgen: Im Land, das berühmte Denker wie Descartes hervorgebracht hat, wurden die Einführungsvorträge nicht von Management- oder IT-Spezialisten gehalten, sondern von Daniel Cohen, einem bekannten Wirtschaftsprofessor und Luc Ferry, einem Philosophieprofessor und ehemaligen Kultusminister.

Daniel Cohen stellte die gegenwärtige Krise als Folge der „dritten industriellen Revolution“ dar. Während die ersten beiden Revolutionen durch neue Energien – Dampf und Elektrizität – ausgelöst wurden, ist es heute die Informationstechnologie, die ein neues Produktionssystem hervorbringt. Sie erlaubt eine wesentlich stärker verteilte Entwicklung und Produktion von Gütern und immateriellen Werten als das vorher je der Fall war.

Dieser Vortrag bot SAP eine Reihe von Anknüpfungspunkten: Informationstechnologie führe erst dann zu einem Paradigmenwechsel, wenn sie nicht nur zur Kostenreduktion eingesetzt wird, sondern zu Produktionsmethoden, die ohne IT nicht möglich sind.

Der SAP Landeschef Pascal Rialland nahm das Thema der Sinnkrise aus dem Vortrag von Luc Ferry auf und stellte fest, dass rein finanzielle Ziele Unternehmen keinen nachhaltigen Erfolg bescheren können und Mitarbeiter dadurch kaum motiviert werden. Mitarbeiter setzen nur dann ihre ganze Energie und Kreativität ein, wenn sie einen Sinn in ihrer Arbeit sehen.

Das bot ihm die Überleitung zum SAP-Thema der „klaren neuen Welt“, zur nachhaltigen Entwicklung und schließlich zur Business Suite 7.0, zum SAP BusinessObjects Explorer und zum SAP-Benchmarking Programm, das erstmals in Frankreich initiiert wird. Natürlich durfte auch das Thema Enterprise Support im Vortrag des Landeschefs nicht fehlen.

Gilles Finchelstein, Marktforschungschef von EuroRSCG, einer der größten Kommunikationsagenturen des Landes, präsentierte seine Analyse der Krise. Sein Schlüsselwort war „Verantwortung“. Für ihn haben ungenügende politische, professionelle, intellektuelle und moralische Verantwortung die Krise erst mögliche gemacht. Darüber hinaus hat sich unser Verhältnis zur Zeit verändert: Wir leben unter dem Diktat des Dringlichen, das uns daran hindert, den Dingen auf den Grund zu gehen. Das verführt uns auch dazu, Rezepte anzuwenden, die einmal funktioniert haben ohne zu prüfen, ob die Bedingungen des Erfolgs noch gegeben sind. Laut Finchelstein ist auch Alan Greenspan in diese Falle getappt, indem er immer wieder Liquiditäten in ein marodes System gepumpt hat.

Der Topmanager Hervé Couturier stellte in seinem Vortrag die Parameter Zuverlässigkeit, einfache Benutzbarkeit und Innovation ohne Brüche in den Mittelpunkt. Hervé Couturier führte den SAP BusinessObjects Explorer vor und zeigte damit, dass Manager auch ohne IT-Assistenz die Software nutzen können.

Innerhalb von zwei Tagen bot die SAP World Tour Raum für 150 Vorträge. Insgesamt waren 50 SAP-Partner vertreten. In Halle 1 konnten sich die Messebesucher zusätzlich zu den Vorträgen über Lösungen und Anwendungen informieren, die speziell auf ihre Branche, wie zum Beispiel IT , Banken, Versicherungen, Industrie, öffentliche Verwaltung, Gesundheit und Mittelstand, zugeschnitten sind.

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