Zeitgenau ans Band

Feature | 18. August 2003 von admin 0

Unternehmensprofil Schenker

Unternehmensprofil Schenker

Mit dem vor kurzem eröffneten, 36.000 Quadratmeter großen Produktionsversorgungszentrum hat die Schenker AG, die bereits seit 1988 als Logistik-Dienstleister für Volkswagen Nutzfahrzeuge tätig ist, den Transport der Fahrzeugteile an die Montagebänder des Automobilwerks erheblich vereinfacht und beschleunigt. Über eine 360 Meter lange Brücke zwischen dem Logistikzentrum mit seinem Lieferantenpark und den Produktionshallen von VWN werden die Montageteile in täglich rund 1.100 JIS-Containern (Just in Sequenz) sequenzgerecht – also in der richtigen Zeit, Reihenfolge und Ausführung – an die Bänder des VW-Werks befördert.
Für die Produktion des neuen T5 Transporters schlagen die 90 Mitarbeiter im Schenker-Lieferantenpark täglich rund 40 Lkw-Ladungen mit Zulieferteilen von einem knappen Dutzend Lieferanten um, angefangen bei Außenspiegeln bis hin zum kompletten Hochdach. Etwa 2.000 verschiedene Artikel werden erfasst, kontrolliert, zwischengelagert, teilweise vormontiert und exakt im Rhythmus der Montage an den Bändern bereitgestellt. Für die reibungslose Abwicklung der Prozesse sorgt SAP for Automotive.

Prozesse weitgehend im SAP-Standard abgebildet

Zulieferteile werden zügig umgeschlagen

Zulieferteile werden zügig umgeschlagen

“Als wir uns nach einer Software-Lösung für den Lieferantenpark umschauten, sprachen bereits unsere positiven Erfahrungen aus früheren Projekten für SAP”, erläutert Nzo-Nkatu Kusu-Kanza, Projektleiter System-Engineering in der Schenker-Zentrale in Essen, das Auswahlverfahren. “Ausschlaggebend waren auch die hohe Systemverfügbarkeit und Leistungsfähigkeit, die Zukunftssicherheit bei Neuanforderungen und das gute Preis-Leistungsverhältnis”, ergänzt er. Die starke Verbreitung der SAP-Lösung in der Automobilindustrie wirkte sich ebenfalls auf die Entscheidung von Schenker aus, betont der Projektleiter: “Ein Hersteller oder Systemlieferant bevorzugt den Logistik-Dienstleister, mit dem er sicher und einfach kommunizieren kann.”
Auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie führten SAP-Spezialisten aus der Schenker-Zentrale in Essen und der Unternehmensberatung IGZ gemeinsam mit den Logistik-Experten vor Ort das System ein. Dabei ließen sich die Prozessanforderungen des Lieferantenparks weitestgehend im SAP-Standard realisieren. “SAP hat hervorragende Branchenstandards für die Prozesse und IT-Umgebungen in der Automobilindustrie entwickelt”, betont Marc Hennecke, der Leiter des Schenker-Lieferantenparks Hannover.
Nach einer knapp sechsmonatigen Implementierungsphase gingen Ende 2002 die SAP-R/3-Funktionen für Materialwirtschaft (MM) und Vertrieb (SD) sowie das SAP Logistics Execution System (LES), eine Komponente von mySAP Supply Chain Management (mySAP SCM), mit Warehouse Management (WM) und Just-in-Time-Abwicklung (JIT) produktiv. Heute bildet die SAP-Branchenlösung sämtliche Prozesse im Lieferantenpark ab: Vom Wareneingang, der Einlagerung, Kommissionierung und Sequenzierung über die Vormontage, Staplersteuerung und Etikettierung bis hin zur Lagerung und zeitgenauen Belieferung der Montagelinien von VW Nutzfahrzeuge.
Das SAP-System unterstützt darüber hinaus die Vormontage von Modulen. So werden sämtliche Bodenbeläge für den T5 Transporter im Lieferantenpark durch Schenker-Mitarbeiter gestanzt und Just-in-Time an die VWN-Montagebänder geliefert.

Kundenzufriedenheit gesteigert

Lösung auf einen Blick

Lösung auf einen Blick

Die Investition hat sich gelohnt: “Dank der optimierten Abläufe können die angelieferten Waren schneller umgeschlagen und die Aufträge rascher ausgeführt werden”, lautet das Fazit von Marc Hennecke. “Das senkt den Aufwand und steigert die Kundenzufriedenheit beträchtlich.” Die JIT-Abwicklung von SAP for Automotive stellt sicher, dass Fahrzeugteile Just-in-Time und Just-in-Sequence an die Montagebänder von VWN geliefert werden. Schenker profitiert zudem davon, dass die Lösung durch SAP und deren Beratungspartner ständig weiter verbessert wird: “Produktivität und Qualität des Einsatzes steigen kontinuierlich.”
Hennecke schätzt vor allem die Flexibilität der eingesetzten SAP-Landschaft, die sich durch ihren modularen Aufbau nicht nur an geänderte Anforderungen anpassen sondern auch für ähnliche Prozesse wieder verwenden lässt. “Damit ist die geplante Integration weiterer Partner in das VWN-Lieferantennetz problemlos möglich.”

Sibylle Hofmeyer

Sibylle Hofmeyer

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