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Zuckersüß und würzig wie Zimt

30. März 2016 von Kesja Cichowski 0

Wer hätte gedacht, dass eine Anzeige im Internet – „Sänger sucht Leute, die Spaß am Musik machen haben“ – zu der erfolgreichen Indie Pop-Rock-Band „Cinnamon loves Candy“ führen würde?

Ihr spezieller Sound ist „süß mit ein wenig Würze“ wie es der Leadsänger George beschreibt. Das Singen verleiht ihm neue Energie für seinen Job im Eskalationsmanagement.

George_original

Erst die Arbeit…

Wie bewirkst du etwas in deinem Job?

Seit ich im Customer Support arbeite, bekomme ich jeden Tag eine Unmenge an Kundenanfragen. Dennoch ist es mein Ziel jeder einzelnen von ihnen meine volle Aufmerksamkeit zu schenken egal wie anspruchsvoll sie ist.

Was war bisher deine größte berufliche Leistung?

Gleich zu Beginn meiner Tätigkeit kam einer der Kunden mit einer scheinbar einfachen Anfrage auf mich zu, die sich zu einer sechswöchigen Eskalation entwickelte, ohne dass ein Ende in Sicht gewesen wäre. Die De-Eskalationsmanager riefen mich zweimal am Tag an. Ich fühlte mich hilflos, denn keiner meiner Lösungsvorschläge war für den Kunden gut genug. Durch Zufall, als ob mit Meister Yodas Hilfe fanden wir dann die Ursache des Problems und konnten den Kunden letztendlich zufriedenstellen. Seitdem bin ich ein großer Fan von Meister Yoda.

Welchen Rat würdest du anderen zum Thema Work-Life-Balance geben?

Seinen Passionen zu folgen während man gleichzeitig Vollzeit arbeitet ist anspruchsvoll und lohnend zugleich. Ich glaube nicht, dass es ein allgemein gültiges Rezept dafür gibt. Jeder muss seinen eigenen Weg finden.

Welche Kompetenz hilft dir sowohl im Job als auch auf der Bühne?

Empathie. Ich bin der Typ, der die Gefühle der Menschen gut erfassen und auf sie eingehen kann. Ich möchte die Emotionen meines Publikums lenken anstatt sie bloß zu unterhalten. Natürlich will ich den Erwartungen des Publikums und auch der Kunden gerecht werden, aber das ist halt nicht immer möglich. Die Herausforderung besteht darin, mit solchen Situationen in einer offenen und ehrlichen Weise umzugehen. Als Musiker habe ich gelernt mein Publikum nicht dazu zu zwingen, meine Musik anzuhören, sie wollen sich vielleicht viel lieber miteinander unterhalten als der Musik aktiv zuzuhören. Aber dennoch ist es auch dann ein gutes Konzert für mich.

…dann das Vergnügen

Wann und wie hast du deine Leidenschaft entdeckt?

Währen einer Nachtschicht in einer Papierfabrik in Mannheim. Mein Freund und ich schleppten dort mit bloßen Händen schwere Kartonblöcke. Aus dem Nichts heraus fragte er mich, ob ich nicht Lust hätte, eine Band zu gründen. Ich muss hinzufügen, dass wir beide zu dieser Zeit keinerlei Instrumente spielen konnten. Unsere ersten Proben waren dementsprechend katastrophal. Auch wenn wir damals als Band nicht weit kamen, so markierte diese Nacht doch den Beginn meines Wegs als Musiker.

George_Mic

“Manchmal habe ich Freitagabend einen Gig in einem Club wo ich so richtig abrocke. Am darauf folgenden Tag findest du mich dann mit meiner zweijährigen Tochter am Fluss beim Entenfüttern.“

Was möchtest du mit deiner Musik erreichen?

Für mich bedeutet das Songschreiben große Veränderungen in meinem Leben verarbeiten zu können. Es gefällt mir meine Gefühle und Gedanken mit meinen Zuhörern zu teilen. Es kommt durchaus vor, dass Menschen ihre eigenen Gedanken in meinen Liedern wiedererkennen, die sie selbst nicht in Worte fassen konnten.

In ein paar Wörtern: Was bedeutet Musik für dich?

Liebe, Ekstase, Gelassenheit.

Fünf Fakten über George und seine Band

  1. Seit Dezember arbeiten George und seine Band mit einem neuen Produzenten zusammen. Ihre neue Single wir bald erscheinen.
  2. Ihre Songs werden in deutschen Radiosendern wie dem Deutschlandfunk und SWR3 Pop Shop gespielt.
  3. Seine aktuelle Band „Cinnamon loves Candy“ gibt es seit 2011 in Hamburg.
  4. Für ihr Video „All Our Secrets Remain“ haben sie junge SchauspielerInnen gecastet, die auf Stichwort hin weinen können mussten. Das Ergebnis ist hier zu sehen: All Our Secrets Remain
  5. Ihr Bühnenritual: Vor dem Auftritt umarmt sich die Band und beschwört die Namen ihrer Musikgötter „Elvis, Elvis, John, John, Paul, Paul“.

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