Zügig ans Ziel

Feature | 13. Februar 2009 von Susan Sills, SAP AG 0

„Willst du mir wohl sagen, wenn ich bitten darf, welchen Weg ich hier nehmen muss?!“, fragt in Lewis Carrols Kinderbuch Alice im Wunderland die verirrte Titelheldin die rätselhafte „Cheshire Cat“. „Das hängt zum guten Teil davon ab, wohin du gehen willst“, antwortet diese. „Es kommt mir nicht darauf an, wohin“, sagt Alice. „Dann kommt es auch nicht darauf an, welchen Weg du nimmst“, erwidert die Katze.

Bis vor kurzem rätselten auch die Leser der Monatsberichte von Pentagon Chemicals, wo der britische Chemikalienhersteller stand. Nur schwer ließen sich die Kosten durchschauen, die am Periodenende aus isolierten Systemen und Kalkulationsprogrammen ausgelesen wurden. Ein Unternehmen, das konkurrenzfähig bleiben wolle, müsse jederzeit seine aktuellen Geschäftszahlen kennen, so Pentagon-Direktor Nicholas Lindop. „Wenn man diese Informationen am Ende jedes Monats mühsam zusammentragen muss, navigiert man zwischenzeitlich nach Gefühl – und kommt womöglich nicht dort an, wo man hin will.“

Support rund um die Uhr

Mit der SAP-Mittelstandslösung kann Pentagon Chemicals Kosten besser kontrollieren und senken, durch Bedarfsbündelung und Vermeidung von Engpässen günstiger einkaufen, Möglichkeiten zur Verbesserung betrieblicher Abläufe erkennen, Geschäftsprozesse miteinander verknüpfen, den Kundenservice verbessern, die IT-Infrastruktur modernisieren.

Wohin die Reise gehen soll, weiß der Mittelständler im Gegensatz zu Alice im Wunderland ganz genau: In den nächsten beiden Jahren möchte das ehrgeizige Unternehmen seinen Ertrag verdoppeln. Obwohl sich die Rentabilität seit Juni 2006 stark verbessert hatte, war klar, dass man mit der alten Software die Grenzen der Leistungskraft erreicht hatte. Im Oktober 2007 sahen sich die Verantwortlichen bei Pentagon erstmals SAP Business ByDesign an, die On-Demand-Lösung der SAP für den Mittelstand.

„Wir kamen rasch zu dem Schluss, dass die Hosting-Anwendung perfekt zu unserer Geschäftsstrategie passte“, erinnert sich Lindop. „Am besten gefällt uns, dass die Software als Dienstleistung angeboten wird und wir rund um die Uhr damit arbeiten können, ohne eine umfangreiche IT-Infrastruktur vorhalten zu müssen. Entscheidend ist für uns auch, dass wir uns bei diesem Nutzungsmodell auf unser Kerngeschäft konzentrieren können: die Herstellung von Fein- und Sonderchemikalien.“

Alle helfen mit

Ein halbes Jahr lang prüfte man das Produkt und ließ den Mitarbeitern Zeit, es auszuprobieren. „Wir wollten weder die Entscheidung forcieren noch den Kollegen, die mit dem System arbeiten sollen, einen fertigen Kuchen vorsetzen“, erklärt Lindop. „Sie durften beim Backen helfen – den Kuchen begutachten, kosten und uns mitteilen, wie er ihnen schmeckte.“

Ende März 2008 erhielt das Projekt grünes Licht. Sein Name – Novus – steht für den Neubeginn bei Pentagon. Das Projektteam sollte die Systeme des Unternehmens so integrieren, dass sich die Kosten besser nachvollziehen und steuern ließen. Wenige Monate später nahm die erste der beiden Pentagon-Sparten, die Feinchemie, die Lösung in Betrieb. Die Spezialchemie folgte im Oktober.

Stets im Bilde

„Unsere beiden Sparten arbeiten jetzt mit einheitlichen Systemen und Verfahren“, berichtet Lindop. „SAP Business ByDesign verschafft uns einen besseren, zeitnahen Überblick über unsere Kosten und Finanzen. Mit den alten Insellösungen tappten wir diesbezüglich oft im Dunkeln. Jetzt freuen wir uns auf akkurate, aktuelle Monatsberichte, sei es über die Ware in Arbeit, sei es über Bestände oder Fertigerzeugnisse.“

Neues Geschäftsmodell

Preisgekröntes Projekt

Für sein Restrukturierungs- und Modernisierungsprojekt gewann Pentagon Chemicals im Oktober 2008 den Jahrespreis des Fachmagazins The Manufacturer in der neuen Kategorie „bester Mittelständler“. Der Verleihung der Manufacturer Awards in London wohnten gut 400 Führungskräfte aus allen Branchen der britischen Industrie bei.

Und weil der Chemiehersteller weiß, wo er steht, kann er durch den Zukauf anderer Unternehmen schneller wachsen. „Wenn wir ein drittes Geschäftsfeld hinzubekämen, könnten wir dort umgehend dieselben Systeme und Verfahren einführen“, meint Lindop. „Da sich die Software an unsere rechtliche Struktur anpassen lässt, sind wir bei Übernahmen oft schneller als die Konkurrenz.“

Ein weiterer Vorteil sei, dass Pentagon Chemicals die Lohn- und Gehaltsabrechnung auslagern und die dadurch gewonnene Zeit auf die Steigerung des Umsatzes verwenden könne. „Die neue IT-Plattform ist zwar für die Akquise kaum von Bedeutung, dürfte aber unsere Chancen verbessern, das Geschäft mit unseren Stammkunden auszubauen“, glaubt Lindop. „Da die meisten unserer Kunden mit SAP arbeiten, könnten wir mit SAP Business ByDesign beispielsweise unsere Messgrößen aufs Kilogramm genau mit ihnen abstimmen. Dann könnten wir diese Abnehmer über die SAP-Schnittstelle als virtuelles Lager direkt beliefern.“

Pentagon Chemicals schafft damit ein neues Geschäftsmodell. „Wir haben unsere Prozesse umgestaltet und ehemals isolierte Systeme auf der SAP-Plattform zusammengeführt“, resümiert Lindop und streichelt seine Katze – wie es sich für einen Einwohner der Grafschaft Cheshire gehört.

Pentagon Chemicals

Pentagon entstand aus der Übernahme der in Workington (Nordwestengland) ansässigen Sonderchemikaliensparte des Dow-Konzerns durch das eigene Management im Jahr 2002 sowie dem Zukauf der Feinchemiefabrik des US-Unternehmens Great Lakes
in Halebank bei Liverpool Ende 2003. Die Kernkompetenzen des Mittelständlers liegen in der Chargenfertigung und der Produktentwicklung. Für 2008 rechnet Pentagon mit einem Umsatz von rund 40 Millionen Pfund (51 Mio. Euro).

Das Unternehmen beschäftigt rund 200 Mitarbeiter; sein Geschäft verteilt sich etwa im Verhältnis eins zu vier auf Eigenproduktion und Auftragsfertigung. Pentagon vertreibt Halbfabrikate und Logistikdienste an zahlreiche Branchen, darunter Agrochemie und Pharmazie. Die Produkte gehen überwiegend in den Export, vor allem nach Kontinentaleuropa.

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