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Feature | 17. Mai 2004 von admin 0

SAP EP und SAP NetWeaver

SAP EP und SAP NetWeaver

Ihre Anfänge liegen nur vier oder fünf Jahre zurück, doch in dieser Zeit haben sich Unternehmensportale zu leistungsfähigen Lösungen gemausert. Das aktuelle Release von SAP Enterprise Portal, SAP EP 6.0, geht weit über das ursprüngliche Portalkonzept hinaus, das über einen Web-Browser ein personalisiertes “Information Shopping” aus einer Hand bot. SAP EP 6.0 integriert Unternehmensanwendungen und bietet Such- und Klassifikationsfunktionen, Content-Management, virtuelle Arbeitsbereiche, Instant-Messaging, webbasiertes Application-Sharing und Ad-hoc-Workflow sowie einen Katalog von über 3.000 vordefinierten Portalkomponenten und 80 Business-Packages. Dazu gehören Standardpakete für Benutzer und Administratoren, vordefinierte branchenspezifische Abfragen, Pakete für das Anlagen-, Produkt- und Projektmanagement für mySAP Product Lifecycle Management, das Business Package “Customer Service Manager” für mySAP Customer Relationship Management (mySAP CRM), Employee Self Services und Manager Self Services für mySAP Human Resources (mySAP HR), Strategic Enterprise Management für mySAP Financials, Umsatzanalyse, Kundenkreditmanagement, Bestands- und Produktionsanalyse für SAP R/3 sowie Business Packages für den Zugriff auf Inhalte von Partnern wie WebEx, NewsEdge, Yellowbrix und Dun & Bradstreet.
Als vielleicht wichtigstes Merkmal ist SAP EP 6.0 Bestandteil von SAP NetWeaver. Die offene Anwendungs- und Integrationsplattform unterstützt Änderungsprozesse und ist die Grundlage für die nächste Generation von SAP-Unternehmensanwendungen.
Wie stark sich Portale in den letzten Jahren verändert haben, zeigt ein Rückblick zu den Anfängen der Technologie. Darauf aufbauend entwickelte sich SAP EP 6 zu einer umfassenden Lösung, die künftig auch bei Unternehmen, die noch kein Portal nutzen oder planen, zum nächsten SAP-Upgrade gehört.

Die Anfänge der Portal-Technologie

In vielerlei Hinsicht liegen die Anfänge der Unternehmensportale in den Verbraucherportalen wie Yahoo, Lycos und Excite. Diese boten Sammlungen von Informationen, die sich mit einem Web-Browser durchsuchen ließen. Anwender konnten auf eigenen, personalisierten Internet-Seiten kleine Informationsfenster auswählen, neu anordnen und filtern. Leistungsfähige Suchmaschinen vereinfachten die Suche nach Web-Seiten zu beliebigen Begriffen. Verbraucherportale fanden innerhalb weniger Jahre Millionen von Anwendern. Auch Geschäftsleute erkannten, dass sie über die Portale einfacher auf zahllose Internet-Seiten zugreifen, als durch die IT-Ressourcen ihres eigenen Unternehmens zu navigieren. Für Unternehmen, die hunderte oder sogar tausende verschiedener Datenquellen aufgebaut oder übernommen hatten, geriet die Suche nach relevanten Informationen und deren Strukturierung zu einer großen Herausforderung. Sie wollten zudem interaktive Anwendungen mit den statischen Datenquellen der Verbraucherportale integrieren.
Um die speziellen Anforderungen im geschäftlichen Bereich abzudecken, entwickelten führende Technologieanbieter wie SAP Portallösungen, die interne und externe Web-Seiten sowie Dokumente, Berichte und Dateien zusammenführen. Diese Unternehmensportale stellten benutzerfreundliche Schnittstellen für Anwendungen wie Customer Relationship Management, Enterprise Resource Planning oder Human Resources bereit und boten spezielle Werkzeuge wie E-Mail und gemeinsam genutzte Kalender. Die Anwender begannen schließlich, über die Portaltechnologie mit ihren Lieferanten zusammenzuarbeiten. Auf diese Weise entwickelten sich Portal-Infrastrukturen, die noch heute den Kern von Portallösungen bilden.

Unstrukturierte Inhalte unter Kontrolle

Die Portal-Infrastruktur ist auch das Rückgrad von SAP EP. Sie führt Inhalte aus Unternehmensapplikationen, Transaktionssystemen, Datenbanken und Legacy-Anwendungen über eine interaktive Web-Browser-Schnittstelle visuell zusammen. Die Portal-Infrastruktur bietet Services für Anwender, etwa zur Personalisierung, Navigation und zum Branding, sowie Dienste für Administratoren, beispielsweise zur Benutzerverwaltung, Lokalisierung und Sicherheit.
Der Inhalt des Portals wird mit Hilfe von kleinen, leistungsfähigen Fenstern strukturiert, den so genannten iViews. Jede Portalseite besteht aus iViews, die Informationen von internen oder externen Websites anzeigen sowie Funktionen aus Business-Software oder für die Suche nach Inhalten und die Navigation bereithalten. Ein iView stellt zu praktisch jeder Anwendung und jedem Dienst eine Verbindung her. SAP bietet vordefinierte iViews, die auf SAP-Lösungen, Legacy-Systeme oder Anwendungen von Fremdanbietern zugreifen. Spezialisierte iViews koordinieren mit Hilfe der so genannten “Eventing”-Technologie Inhalte über Portalseiten hinweg, indem sie Nachrichten von Anwendern senden und beantworten. Die Benutzeroberfläche der Portal-Infrastruktur lässt sich leicht an die Maßgaben eines Unternehmens oder die Wünsche eines Anwenders anpassen.
Ein Unterscheidungsmerkmal von SAP EP ist seine patentierte “Unification”-Technologie. Sie erlaubt es, nahtlos zwischen voneinander unabhängigen Datenquellen zu navigieren. Dank der Unification-Technologie lassen sich Informationen aus einer Anwendung per Drag&Relate zur Suche in einer anderen Applikation verwenden. Die Technologie bildet die Beziehungen zwischen Datenformaten transparent ab, so dass Anwender nicht wissen müssen, auf welche Weise verschiedene Lösungen Kunden oder Aufträge darstellen.

Zentrale und delegierte Administration

Zentrale und delegierte Administration

Administratoren können bestimmten Anwenderkreisen, etwa Partnern oder Kunden, rollenbasierte Benutzeroberflächen zuweisen, sodass eine einzige Portal-Instanz gleichzeitig viele eigenständige Geschäftsfunktionen unterstützt. Die Portal-Infrastruktur von SAP EP nutzt einen objektorientierten Katalog, der sich in einer relationalen Datenbank befindet, um etwa Eigenschaften und Berechtigungen zu verwalten. Dieser Ansatz unterstützt sowohl die Berechtigungskontrolle durch ein zentrales Administratorenteam als auch die delegierte Verwaltung einzelner Portalobjekte durch lokale Administratoren. Diese verwalten beispielsweise die Werkzeuge, Aufgaben und Daten für eine bestimmte Benutzergruppe und entlasten damit die zentralen Administratoren von Routineaufgaben.

Mehrwert durch Knowledge Management

Frühe Anwender schätzten vor allem das einheitliche Erscheinungsbild, das Portale den unterschiedlichen Datenquellen verleihen, sowie die integrierten Suchmaschinen. Um diese Funktionen auch in Unternehmensportalen zur Verfügung zu stellen, wurde SAP EP 5 mit umfassenden Knowledge-Management-Services ausgestattet. Dies waren etwa Dienste für das Erstellen und Veröffentlichen von Dokumenten, das intelligente Klassifizieren und Abonnieren, das Versionsmanagement sowie die Suche und Navigation. Mit diesen Funktionen verwalten Anwender verschiedenste unstrukturierte Daten über eine einheitliche Oberfläche. Die Services greifen über Repository-Manager auf Content-Management-Systeme von SAP und anderen Anbietern zu. Anwender können den Autoren ein direktes Feedback geben und Dokumente bewerten. Content-Administratoren sind in der Lage, Verzeichnisstrukturen mit vertrautem Erscheinungsbild zu erstellen, was die Navigation und Organisation erleichtert. Gleichzeitig bietet ein Content-Management-System eine webbasierte Autorenumgebung, eine Versionsverwaltung und Archivierung, einen Genehmigungs-Workflow sowie einen anspruchsvollen “Publish and Subscribe”-Verteilmechanismus.
Das Knowledge Management in SAP EP enthält außerdem eine leistungsfähige Suchmaschine und Klassifikation. Die Suchfunktionen ermöglichen einen einfachen Textabgleich sowie eine Boole’sche Suche, eine fehlertolerante Suche und eine Vektorraumsuche nach verschiedenartigen Inhalten, die über die Repository-Manager zugänglich sind. Über die Klassifikationsfunktionen können unstrukturierte Dokumente automatisch in einer sich ständig weiterentwickelnden Taxonomie gegliedert werden. Erfüllen kategorisierte Inhalte bestimmte Kriterien, stellt das Portal sie per Push-Mechanismus entsprechend der rollenbasierten Benutzerverwaltung ausgewählten Gruppen zur Verfügung. Damit bietet SAP EP über neue Zugangs- und Kontrollmöglichkeiten für unstrukturierte Inhalte einen beträchtlichen Mehrwert für Unternehmen.

Turbo für die Teamarbeit

Der Wunsch, über das Portal gemeinsam mit Kollegen, Partnern und Kunden auf Dokumente, Dateien und Lösungen zuzugreifen, verlieh der “Collaboration”-Technologie kräftigen Auftrieb. Im vergangenen Jahr machte SAP EP mit Collaboration-Funktionen, die in portalbasierte Geschäftsprozesse integriert sind, einen großen Schritt vorwärts. Dazu gehören integrierte Werkzeuge für die Zusammenarbeit in Echtzeit, etwa Chat-Foren und das webbasierte Application-Sharing sowie virtuelle Arbeitsbereiche (Collaboration Rooms). Dies sind lokal verwaltete Portalseiten, die Anwender mit Hilfe vordefinierter Vorlagen selbst erstellen können.

Portal-Architektur

Portal-Architektur

Collaboration-Funktionen wie Application-Sharing und Instant-Messaging unterstützen Arbeitsgruppen dabei, ohne zeitraubende persönliche Besprechungen zu kommunizieren, Ideen auszutauschen und Probleme zu lösen. Dabei ist die Authentifizierung berechtigter Teammitglieder über die dokumentierte Sicherheit von SAP EP gewährleistet. Eine einfache dynamische Anwendung, das Launch-Pad, gewährt den Zugang zu Kontakten und Collaboration-Diensten und zeigt in Echtzeit an, ob die Mitglieder eines Teams online sind. SAP EP ermöglicht außerdem die Integration von Anwendungen anderer Anbieter, etwa Groupware-Lösungen wie Microsoft Exchange und Lotus Domino sowie Collaboration-Werkzeuge wie WebEx. Seit kurzem enthält SAP EP auch Ad-hoc-Workflows und eine zentrale Arbeitsliste. Diese Funktionen unterstützen Anwender dabei, Aufgaben zu überwachen und zu koordinieren, die in mehrere Teilschritte unterteilt und an denen verschiedene Mitarbeiter beteiligt sind.

Eine neue Stufe der Integration

SAP EP bietet mit dem Knowledge Management heute neue Möglichkeiten, um unstrukturierte Informationen zu nutzen, und fördert Teamarbeit durch Collaboration. Darüber hinaus ist SAP EP eine Komponente der offenen Integrations- und Applikationsplattform SAP NetWeaver und daher mit in das Technologieangebot von SAP integriert, das unter anderem SAP Business Information Warehouse, SAP Web Application Server, SAP Mobile Infrastructure oder SAP Master Data Management enthält. SAP NetWeaver bildet mit seinen Komponenten die Grundlage der nächsten Generation von SAP-Lösungen. SAP EP beispielsweise ist bereits heute Teil des People-centric User Interface von mySAP CRM. In den CRM-Lösungen stellt SAP EP ein “schlüsselfertiges” Frontend zur Verfügung, das Anwendern ohne Entwicklungsaufwand die Personalisierungs- und Integrationsfunktionen eines Portals bietet.
SAP wird die Funktionen in SAP EP weiter verbessern, zudem vervielfacht die Integration in SAP NetWeaver den Nutzen für Unternehmen. SAP EP bietet nicht einfach nur ein “schönes Gesicht” mit einer webbasierten Benutzeroberfläche, sondern unterstützt als voll integrierte Komponente der SAP-NetWeaver-Plattform die Kunden dabei, Veränderungen und Innovation voranzutreiben.

Greg Crider

Greg Crider

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