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15 Geheimnisse für ein erfolgreiches Unternehmen

Radio | 28. Dezember 2015 von Jacqueline Prause 0

Von Frauen geleitete Unternehmen sind meist kleiner als die von Männern. Sie machen weniger Umsatz und stellen weniger Leute ein. Wie kann man Unternehmerinnen besser bei ihrer Arbeit unterstützen?

In der SAP-Radioshow Coffee Break with Game-Changers wurde in zwei Episoden heiß darüber diskutiert. Die Moderatorin Bonnie D. Graham lud drei erfahrene Unternehmerinnen in ihre Sendung ein: Jane Wesman, Gründerin von Jane Wesman Public Relations, Sandi Webster, Consultants 2 Go und Nina Kaufmann, Rechtsexpertin bei Entrepreneur.com.

Die Ratschläge des Expertenteams haben wir in 15 Schritten zusammengefasst – sie gelten gleichermaßen sowohl für Unternehmerinnen als auch Unternehmer:

1. Ein Geschäftsnetzwerk aufbauen

„Der Weg zum Erfolg ist keine Reise, die man alleine unternimmt“, erklärte Jane Wesman in ihrem Eröffnungssatz. Man muss ein gutes Netzwerk aufbauen – dazu gehört ein Team und ein Beirat, um als Unternehmen künftig erfolgreich zu sein. Die Expertenrunde empfahl ebenfalls, einen Anwalt und einen Buchhalter einzustellen – zwei der wichtigsten Rollen in einem funktionierenden Unternehmen. Sie strukturieren den Betrieb, setzen Verträge auf und räumen Stolpersteine aus dem Weg.

2. Unternehmensziele im Blick haben

„Es ist wirklich wichtig, sich eine bestimmte Richtung vorzugeben“, erklärt Nina Kaufmann. „Vielleicht ändert man hin und wieder das Ziel, trotzdem ist es wichtig, zu wissen, worauf man hinarbeitet.“

3. Das Unternehmen definieren

„Man muss in der Lage sein, sein Unternehmen exakt und bündig beschreiben zu können. Ist dieser Schritt getan, ist es an der Zeit, diese Informationen an andere weiterzugeben“, rät Wesman. Dazu gehört: Kontakte zu knüpfen, Berater zu finden und seine eigene Idee auszuprobieren, um sicherzugehen, dass sie auch in die Tat umgesetzt werden kann. „Man entscheidet sich für eine Idee und trägt sie anschließend mit Begeisterung in die Welt hinaus“, erläutert Wesman.

4. Einen Geschäftsplan erstellen

Ein Geschäftsplan muss klar beschreiben, was das Unternehmen eigentlich macht, welche Zielgruppe es anspricht, wie das Tagesgeschäft aussieht und welche Rollen der Inhaber und andere Personen einnehmen. Außerdem ist eine Einschätzung der Kosten, die im ersten Jahr anfallen, darunter Ausgaben, Miete, Gehalt, Bürobedarf und ein Plan, wie man diese Kosten decken möchte, notwendig.

Die Geschäftswelt ist nicht statisch – ein Geschäftsplan sollte das ebenso wenig sein. Einmal im Jahr sollte man sich die Zeit nehmen, den Geschäftsplan noch einmal zu überprüfen und anzupassen.

5. Geschäftszahlen im Kopf haben

Man sollte alle Ängste, die Zahlen betreffen, beiseite legen und Zeit darin investieren, die Zahlen, auf die das Unternehmen aufbaut, verstehen zu lernen. „Wenn es sein muss, kann man das vierteljährlich machen, aber es führt kein Weg daran vorbei“, unterstreicht Webster. „Ich mag Zahlen auch nicht, aber nur durch sie kann mein Unternehmen überleben.“

6. Zwei Wochen am Stück Urlaub machen können

„Es ist wirklich interessant, wie sich das Unternehmen entwickelt, wenn der Geschäftsführer oder eine andere Schlüsselfigur im Unternehmen eine gewisse Zeit abwesend ist“, sagt Wesman. „Ein Unternehmen sollte in der Lage sein, auch mal ohne den Chef auszukommen.“ Außerdem kann seine kurzzeitige Abwesenheit den Mitarbeitern die Möglichkeit geben, Ideen zu realisieren, die das Unternehmen womöglich bereichern.

7. Eigenkapital nicht leichtsinnig in andere Hände geben

„Vielen Leuten ist nicht bewusst, dass Eigentum nicht nur Rechte, sondern auch Verpflichtungen mit sich bringt“, erläutert Kaufmann. „Wenn man Eigenkapital mit anderen teilt, haben sie das Recht, sich in Management-Entscheidungen, Unternehmensentwicklung und Finanzen einzumischen. Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, welchen Personen man vertrauen kann.“

8. Die richtige Bezahlung erhalten

Laut Kaufmann, die schon viele Geschäftsinhaber unterstützt hat, kämpfen Unternehmerinnen oft damit, finanzielle Aspekte direkt zu kommunizieren. „Einige meiner Kunden haben Schwierigkeiten, geradeheraus über Geld zu sprechen oder sicherzustellen, dass ihre Zahlungsbedingungen offen dargelegt und eingehalten“, erklärt Kaufmann. Der beste Weg, seinem Geld nicht hinterherlaufen zu müssen, ist, sicherzustellen, dass die Zahlungsbedingungen für alle Beteiligten einsehbar sind.

9. Neinsager umgehen

Fehlt einem die Unterstützung durch Familie und Freunde, ist es wichtig, andere Menschen zu finden, die das Unternehmertum verstehen. „Neinsager erscheinen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet. Meist sind Familienmitglieder, von denen man Unterstützung erwartet, diejenigen, die einen aus unterschiedlichen Gründen am meisten um den Erfolg des Unternehmens beneiden,“ erklärt Webster. Sie hat bereits einige Erfahrungen mit Vorbehalten in der Familie und geschlechtsspezifischen Vorurteilen sammeln müssen. „Außerdem ist es wichtig positiv und optimistisch zu sein, denn im Laufe einer Karriere wird man auf viele Neinsager treffen, von denen man sich distanzieren muss.“

10. Konkrete Erwartungen setzen

„Mitarbeiter zu motivieren sollte schon Teil des Vorstellungsgesprächs sein“, verdeutlicht Wesman. Sie rät Unternehmern dazu, Bewerbern ihre künftige Rolle im Unternehmen genau zu erklären. Wesman empfiehlt, Mitarbeiter zu schulen, ihnen zu ermöglichen, das Gelernte anzuwenden und eindeutig zu kommunizieren, was von ihnen erwartet wird. „Man braucht einen Trainingsprozess. Man kann von einem Neuling nicht erwarten, dass er sich sofort an den Schreibtisch setzt und mit der Arbeit beginnt.“

11. Ängste vertreiben

Mitarbeiter sollen sich wohl fühlen und Probleme rasch ansprechen können. „Mir ist aufgefallen, dass Geschäftsinhaber in kleinen Unternehmen oft glauben, ihre Mitarbeiter würden absichtlich Fehler machen“, bemerkt Wesman. „Sie verstehen nicht, dass ihre Mitarbeiter gute Arbeit leisten wollen. Sie machen sicher keine Fehler, weil es ihnen Spaß macht. Ihnen unterlaufen dann Fehler, wenn sie nicht über die geeigneten Tools oder Informationen verfügen.“ Dieser Rat richtet sich ebenfalls an freie Mitarbeiter. „Auch hier gilt: Erwartungen klar und deutlich kommunizieren. Man sollte aber auch nicht vergessen, externe Mitarbeiter zu ermutigen, ihr Fachwissen mit einfließen zu lassen.“

12. Geschäftsprozesse dokumentieren

Sollte jemand das Unternehmen verlassen und dessen Geschäftsprozesse wurden nicht protokolliert, verliert man eine erhebliche Menge an geistigem Kapital. Webster hat bereits Erfahrung damit gesammelt, wenn eine Führungsperson die Firma verlässt. Ihr ist klar geworden: „Es kann kleineren Unternehmen erheblich schaden, wenn ein Mitarbeiter die Firma verlässt. Man möchte einfach nicht wieder bei null anfangen.“

13. Nicht jedem Meeting beiwohnen

Teams sollten dazu in der Lage sein, selbständig arbeiten zu können, ohne dauerhaft kontrolliert zu werden. Webster hat es sich zur Gewohnheit gemacht, nicht bei jedem Meeting anwesend zu sein, und stattdessen die Meeting-Protokolle zu lesen. Ihrer Meinung nach eignet sich diese Methode gut dazu, zwischen den Zeilen zu lesen, was Mitarbeiter über sie denken. Für die weitere Lektüre empfiehlt sie Mastering the Rockefeller Habits von Verne Harnish. Neben anderen bewährten Erfolgsmethoden, beleuchtet das Buch, wie wachsende Unternehmen ihre Meetings effizienter gestalten können.

14. Nicht jeder Geschäftspartner ist der Richtige

„Welche Wettbewerbsvorteile erhält man durch einen Geschäftspartner, die man nicht auch durch die Anstellung eines neuen Mitarbeiters erreichen kann? Das sollte man sich als Erstes fragen“, schlägt Kaufmann vor. Das Expertenteam ist sich einig: Es hängt von jedem einzelnen Unternehmen und dessen Anforderungen ab, ob ein Geschäftspartner die richtige Wahl ist. Kaufmann unterstreicht: „Was passiert, wenn man nicht mehr auf einer Wellenlänge ist?“ In ihrem Buch The Entrepreneur’s Prenup erklärt sie, wie man solchen Situationen begegnet. „Eine alte Bluse lässt sich schnell entsorgen, aber sich eines Geschäftspartners zu entledigen, ist wie einen Baum zu entwurzeln“, erklärt Kaufmann.

15. Unzuverlässige Kunden vermeiden

„Vermeiden bedeutet: Unzuverlässige Kunden gar nicht erst annehmen,“ rät Kaufmann. Wem kommt das Unternehmen zu Gute, was bietet es zu welchem Preis an und wie sehen die Zahlungsbedingungen aus? Sollte man sich außerdem nicht im Voraus bezahlen lassen, muss man darauf achten, nicht zur Bank des Kunden zu werden und ihm flexible Zahlungsfristen zu gewähren. Tritt dieser Fall dennoch ein, sollte man über einen Plan B verfügen, falls der Kunde nicht bezahlt.

Hier können Sie sich die vollständigen Episoden anhören:
Success Secrets for Entrepreneurial Women Teil 1
Success Secrets for Entrepreneurial Women Teil 2

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