Millionenbetrug aufgedeckt

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Als Clint Vosloo, CEO und Gründer von BI in the Box, einer Business-Intelligence-Firma in Kapstadt, zu Beginn dieses Jahres einen Interessenten besuchte, ging er davon aus, dass es ein routinemäßiges Verkaufsgespräch werden würde. Wie immer vor einem Meeting mit einem potenziellen Kunden, durchforstete Vosloo zunächst einmal das Internet, um alle öffentlich zugänglichen Daten bezüglich des Kunden zu sammeln. Er lud die Informationen auf sein iPad herunter und nutzte seine „Geheimwaffe” – die Analysesoftware SAP BusinessObjects BI OnDemand. „Es macht mir Spaß, meinen Kunden die ‚Kunst des Möglichen‘ zu zeigen“, erklärt er. „In diesem Fall hatte ich einige Unternehmensdaten in einem Word-Dokument gefunden. Ich kopierte diese Daten in SAP BusinessObjects BI OnDemand in der Cloud, wo ich sie nach unterschiedlichen Kriterien filterte und analysierte.“

BI OnDemand – die „Geheimwaffe“ von Clint Vosloo

Was Vosloo dabei fand schockierte ihn. Er traf sich mit den Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens und erklärte ihnen: „Wenn ich mir diese Informationen ansehe, dann lese ich daraus, dass jemand ihre Daten klaut.“ Der Vorstand prüfte Vosloos Vermutung, fand sie glaubwürdig und leitete sofort eine interne Untersuchung ein. Es dauerte nur zwei Tage, den Betrug aufzudecken sowie das Ausmaß und die Tragweite zu ermitteln. Der Betrug kostete das Unternehmen Monat für Monat 1,6 Millionen Euro – über 19 Millionen pro Jahr.

Vosloo waren sofort einige Warnzeichen in den Daten aufgefallen und das ganze Ausmaß des Schemas wurde bereits nach ein paar Tagen Untersuchungsarbeit deutlich. Wie konnte es sein, dass in einem großen, etablierten Unternehmen mit vielen Niederlassungen so etwas übersehen werden konnte? „Es war eine Situation, die man leider sehr häufig sieht“, erläutert Vosloo. Die Firma hatte jahrzehntelang auf den gleichen Bericht gestarrt und nie wirklich erkannt, welche Auswirkungen die Daten hatten. „Doch als die Daten plötzlich visuell dargestellt wurden und nicht mehr in langatmige Prüfungsberichte eingebettet waren, kam ans Licht, was bisher immer übersehen wurde.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Visuelle Darstellung erleichtert das Verständnis.

Laut Vosloo haben visuelle Analysen in den aufstrebenden Märkten eine besonders große Wirkung. „Von der Möglichkeit der visuellen Darstellung sind die Kunden immer sehr beeindruckt. In Afrika, wie auch in anderen Schwellenländern, arbeiten viele Unternehmen noch mit Papiernachweisen oder einfachen Tabellenkalkulationen. Wenn die Daten einer Firma aber visuell dargestellt werden können, bringt dies enorme Vorteile für das Geschäft.“

Visuelle Darstellung erleichtert das Verständnis

Vosloo gibt zu, dass er nicht ganz unbefangen ist – BI in the Box ist ein zertifizierter SAP-Partner und Vosloo selbst ist SAP-Mentor. Dennoch sagt er: „Ich bin von SAP BI OnDemand einfach begeistert.“ „Das Schöne an diesem Produkt ist die Tatsache, dass es kostenlos ist und dass sich damit statistische Daten nach unterschiedlichen Kriterien filtern lassen. Dadurch erhält man ganz neue Betrachtungsperspektiven und bekommt eine Vorstellung davon, was mit diesen Daten alles möglich ist.“ In diesem Fall benötigte Vosloo nur wenige Stunden, um mit SAP BusinessObjects BI OnDemand eine ernsthafte Sicherheitslücke aufzudecken. Das südafrikanische Unternehmen wollte namentlich nicht genannt werden, ist SAP.info aber bekannt. „Und das ist nur die Spitze des Eisbergs“, fügt Vosloo hinzu. „Wenn Kunden Informationen sehen, die sie auf sich beziehen können, ist dies eine ganz große Gefahr, die nicht unterschätzt werden sollte.“

Es überrascht nicht, dass Vosloo diesen Kunden für sich gewinnen konnte. „Als ich erneut zum Vorstand ging, begann ich meine Präsentation mit einer Folie, auf der ich die Einsparungen in Höhe von 24 Millionen Dollar hervorhob. Ab diesem Zeitpunkt war klar, dass die Einführung von SAP BI OnDemand stattfinden würde. Es blieb nur noch zu klären wann.“