Hasso Plattner Founders’ Award: Im Gespräch mit dem intelligenten Unternehmen

Das für den Hasso Plattner Founders’ Award nominierte Conversational AI for Procurement Team legt einen Grundstein, um die Vision von intelligenten Unternehmen zu verwirklichen.

Das ‘intelligente Unternehmen’ verkörpert, wie Bernd Leukert, Mitglied des Vorstands der SAP SE für Produkte & Innovationen es sagt, die zweite Welle der Digitialisierung. Nach einer ersten Phase, die sich darauf konzentrierte, Daten bestmöglich zu gewinnen, zu speichern, zu übertragen und zu verarbeiten, verlagert sich der Fokus nun auf proaktive Applikationen, die Daten tatsächlich verstehen und auf sie mithilfe minimaler oder sogar ganz ohne Zuhilfenahme menschlicher Interaktion reagieren können.

Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen bilden das Herzstück dieser Entwicklung. Applikationen können sowohl selbständig lernen also auch die Anfragen von Anwendern bearbeiten – und das ist längst kein Science Fiction mehr. Fortschritte in Technologien, wie zum Beispiel in maschinellem Lernen, in der Verarbeitung natürlicher Sprache (Englisch: natural language processing) und Spracherkennung ändern fundamental die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten. Dialoggestützte Funktionalitäten erlauben es uns heute, mit Maschinen, Systemen, Dingen und Daten durch intelligente und interaktive Schnittstellen zu kommunizieren. Durch Chatbots im Internet bis hin zu intelligenten, persönlichen Assistenten wie Siri von Apple oder “OK Google” ist es heute fast normal für viele von uns, mit der Technik fast so zu interagieren, wie wir mit Menschen kommunizieren.

Und wie für so viele andere Trends vorher gilt auch für die moderne Mensch-Maschine-Interaktion, dass der Trend aus der Konsumentenwelt in die Geschäftswelt überschwappt und somit Anwendern in Unternehmen eine neue Art und Weise des Arbeitens ermöglicht. Durch einen digitalen Assistenten, der zum Beispiel einfache Anfragen zu IT- oder Einkaufsprozessen effizient managt, können Mitarbeiter anstatt auf Routineaufgaben mehr Zeit auf komplexe Aufgaben verwenden, die strategisches Denken und Kreativität erfordern und so einen Mehrwert für ihr Unternehmen und damit die Kunden liefern.

Beschaffungsprozesse mit moderner Mensch-Maschine-Interaktion erleichtern

Genau das war das Ziel des Teams “Conversational AI for Procurement”, als sie in einem 2016 von Bayer organisierten Chatbot-Hackathon teilnahmen. Bayer ist ein globales Unternehmen mit Schwerpunkt auf pharmazeutischen und chemischen Produkten. Bayer suchte nach Wegen, den Beschaffungsprozess für Mitarbeiter zu vereinfachen, und gab den teilnehmenden Teams vier Wochen Zeit, eine Lösung zu entwickeln.

Dialoggestützte Technologien haben das Potenzial, die Beschaffung bei Bayer zu revolutionieren, wie Till Pieper, Projektleiter des für den Hasso Plattner Founders’ Award nominierten Teams und ein Manager im Machine Learning Bereich, erklärt: “Bayer erklärte uns, dass manche Beschaffungsprozesse den Mitarbeitern mehrere Stunden Arbeit kosten – um die richtigen Informationen zusammenzutragen oder die entsprechenden zugrundeliegenden Richtlinien für bestimmte Produktkategorien ausfindig zu machen. Aber wenn man Fragen in natürlicher Sprache stellen kann und intelligente Systeme im Hintergrund hat, die diese Fragen recht zuverlässig beantworten können, reduziert das die beanspruchte Zeit für einen Auftrag von Stunden auf Minuten. Hierin liegt der eigentliche Nutzen dialoggestützter Systeme.”

SAP runs SAP

Das Team hatte sich zum Ziel gesetzt, dieses Potenzial in die Realität umzusetzen. Sie entwickelten einen Chatbot, der nicht nur komplexe Anfragen bezüglich des Beschaffungsprozesses bewältigen konnte, sondern den Anwender durch Tipps zu nächsten Schritten, To-Do-Listen und weiterführenden Informationen zu notwendigen Dokumentationen. Es waren nicht nur die Funktionalitäten an sich, die die Jury letzten Endes bewegten, das SAP Team als Gewinner des Hackathon zu küren und damit die starke Konkurrenz zahlreicher großer IT-Unternehmen aus dem Rennen zu werfen. “Wir wurden von Bayer dreimal während unserer Präsentation gefragt, ‘Welche Third-Party-Technologie haben Sie genutzt?’ und wir betonten wiederholt, dass wir keine bestehenden Technologien genutzt hatten. Wir haben die Lösung von Grund auf neu entwickelt, was die Jury sehr beeindruckte und warum sie uns auch als Gewinner ausgesucht hatte”, so Pieper.

Das Fundament der neuen dialoggestützten Plattform von SAP

Der Hackathon brachte den Stein für dialoggestützte Funktionalitäten bei SAP ins Rollen. Die Erfahrungen aus diesem Projekt und auch späteren Projekten, aus dem zum Beispiel das Chatbot-unterstützende Buchungssystem für das HanaHaus in Palo Alto entstand, stellten die Weichen für die weitere Entwicklung dieser Technologien bei der SAP. Mit der Einführung der neuen Plattform, die unseren Kunden die modernsten Funktionalitäten für maschinelles Lernen und natürlich-sprachliche Interaktion zur Verfügung stellt, hat die SAP das Fundament für eine neue Generation intelligenter Lösungen geschaffen. Diese Lösungen erkennen und lernen aus den Situationen und Interaktionen und bieten darüber hinaus den Anwendern rollenbasierte und kontextspezifische Hilfestellungen, um damit Einblicke in die nächsten Schritte geben zu können und entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Für Pieper ist das ultimative Ziel klar: “Unsere Vision ist, dass Systeme lernen, wie die Anwender arbeiten, ohne, dass die Anwender lernen müssen, wie die Systeme funktionieren.”

Das A(I)-Team

Es geht aber beim Hasso Plattner Founders’ Award nicht nur um innovative neue Ideen, sondern auch darum, wie sie verwirklicht werden. Die Jury für den Vorstandsbereich Produkte & Innovationen, die aus Senior-Managern und Fachexperten bestand, entschied sich genau aus diesem Grund für das Projekt „Conversational AI for Procurement“ als Vorstandsbereichsnominierung aus dutzenden weiteren Nominierungen. Das Team wurde nicht nur wegen der innovativen Technologie ausgewählt, sondern auch deswegen, weil es ein Vorbild für eine teamübergreifende Zusammenarbeit und Unternehmertum ist.

Das Finalisten-Team auf einen Blick

  • Beitrag: Conversational AI for Procurement
  • Vorstandsbereich: Produkte & Innovationen
  • Anzahl der Mitarbeiter: 15 (Peter Weigt, Till Pieper, Karsten Schmidt, Anil Babu Ankisettipalli, Joaquin Garcia Fink, Piyush Chandra, Sajid Saiyed, Karthik Uppuluri, Frank Blechschmidt, Rene Springer, Sanjana Reddy, Megh Mehta, Akashdeep Singh Jaswal, Michael Erickson, und Nina Stawski)
  • Leistung: Das Team nahm an einem von dem weltweit agierenden Unternehmen Bayer organisierten Hackathon mit dem Ziel teil, die von Bayer benutzten Beschaffungsprozesse zu vereinfachen. In nur vier Wochen entwickelte das Team eine Chatbot-basierte Lösung, die mit ihrer dialoggestützten und neu entwickelten Plattform die Jury begeisterte und daher den ersten Preis gewann.
  • Bedeutung für die SAP: Die Erfahrungen aus dem Projekt “Conversational AI for Procurement” haben eine entscheidende Rolle in der weiteren Entwicklung dieser Technologien im SAP-Portfolio gespielt.