SAP-Lösungen für Lager- und Transportmanagement – eine Übersicht

SAP Integrated Business Planning, SAP EWM, SAP TM und SAP Global Track and Trace: Viele Technologien spielen in der Planung und Optimierung von Transport- und Logistikprozessen ineinander. Die Supply Chain Execution Platform von SAP ist das Zentrum. Eine Übersicht.

Wissen über die Nachfrage am Markt, über die eigenen Produktionsmöglichkeiten, Transport- und Lagerkapazitäten und die aktuellen Ereignisse in der Lieferkette: Das ist die Herausforderung, vor der Unternehmen stehen. Zu den wichtigsten Bausteinen gehören das Planungstool SAP Integrated Business Planning und die Supply Chain Execution Platform mit dem darin integrierten Lager- sowie Transportmanagementsystem SAP Extended Warehouse Management (SAP EWM) und SAP Transport Management (SAP TM) und der Cloud-Anwendung SAP Global Track and Trace für die Nachverfolgung von Gütern. Zudem plant SAP mit dem SAP Logistics Business Network die Zusammenarbeit von Geschäftspartnern in der Logistik stark zu vereinfachen.


1. SAP Integrated Business Planning: Lieferketten planen und optimieren

2. Supply Chain Execution Platform: Transport- und Lagerprozesse optimieren

3. SAP EWM: Lagerverwaltung – schnell und flexibel

4. SAP TM: Den Transport organisieren und optimieren

5. SAP Global Track and Trace: Sicherheit über Transport und Herkunft schaffen

6. SAP Logistics Business Network: Kollaboration über Firmengrenzen hinweg

7. SAP Leonardo: Das intelligente Unternehmen schaffen


1. Lieferketten planen und optimieren


SAP Integrated Business Planning unterstützt Unternehmen darin, die Lieferkette anhand von Absatz- und Produktionszielen zu planen. Im Zentrum dieser Planung steht SAP Integrated Business Planning for Sales and Operations Planning. Hier einigen sich Verkauf und Produktion in einem wiederkehrenden Prozess darauf, wie die Marktnachfrage, pro Region und Produkt, durch Produktions- und Lieferkapazitäten gedeckt werden kann. SAP Integrated Business Planning for Demand Planning bietet hierfür den Startpunkt. Ausgehend von aktuellen und historischen Abverkäufen wird die Marktnachfrage für Monate, Wochen und sogar für Tage vorhergesagt. Kundenbeispiele zeigen, dass sich durch geschickte Kombination der Algorithmen Vorhersagen der Nachfrage mit bis zu 80 Prozent Genauigkeit erzielen lassen. Basierend auf diesen Nachfrageplänen optimiert SAP Integrated Business Planning for Inventory Management die Bestände. Ziel ist es, den Puffer im Lager möglichst gering zu halten. Durch diese Kombination erzielen Kunden Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich. SAP Integrated Business Planning for Response and Supply erstellt den Plan zur Bereitstellung von Kapazität und Gütern. Dabei werden Optionen zur Deckung der Nachfrage simuliert und die passende Option eingeplant. Das Ergebnis beschreibt, welche Produkte in welchen Standorten produziert werden und welche Transportanforderungen entstehen. Geht nach der Erstellung des Plans noch ein wichtiger Auftrag ein, prüft das Integrated-Buinsess-Planning-Modul Response Management, ob und wie der Auftrag erfüllt werden kann. Die dadurch bedingten Änderungen werden in der Lösung simuliert und fließen in die Entscheidungsfindung ein.

2. Supply Chain Execution Platform: Transport- und Lagerprozesse optimieren


Die Supply Chain Execution Platform beinhaltet als Grundlage für integrierte und vernetzte Logistikprozesse SAP TM und SAP EWM integriert mit Track-and-Trace-Lösungen der SAP. „SAP TM plant, SAP EWM koordiniert die Ausführung“, sagt Franz Hero, Entwicklungsleiter SAP Digital Supply Chain Management. Wichtig im Zeitalter der Losgröße 1 und Individualisierung: Die integrierte Plattform erhöht das Tempo durch die enge Integration der Lösungen. Beispielsweise werden in einem Transitlager die ankommenden Produkte für den weiterführenden Transport sofort umgepackt und in den Verladebereich gebracht. Sie verlassen somit das Lager wieder in kürzester Zeit. „Durch die tiefe Verankerung von SAP TM und SAP EWM in SAP S/4HANA sind in Zukunft ganz neue Optimierungsmöglichkeiten gegeben“, erläutert Hero. So können beispielsweise Verkäufer die Transporteinheiten eines Auftrags simulieren und so spezifische Rabatte gewähren, um LKWs beim Transport optimal zu nutzen. Oder die Produktentwicklung berechnet die zukünftige Stapelung auf einer Palette und kann dann die Dimensionen der Verpackung anpassen um Lagerplatz effizient zu nutzen.

3. SAP EWM: Lagerverwaltung – schnell und flexibel


SAP EWM verwaltet das Lager und steuert den Materialfluss. Das Lagermanagementsystem deckt sämtliche Lagerprozesse ab: vom Wareneingang und der Einlagerung, über Veredelungsprozesse bis hin zur Kommissionierung und dem Warenausgang. Zusätzlich bietet SAP EWM auch übergreifende Funktionen wie Analytics und Abrechnungsfunktionen für Lagerservices. Im Wareneingang vergibt SAP EWM Termine für die Anlieferungstore und unterstützt einfache sowie komplexe Einlagerungsprozesse. Schichtleiter können sich mit Diagrammen über die momentane Arbeitseffizienz informieren und einschreiten. SAP EWM optimiert die Kommissionierung und kann durch Automatisierung im Lager die Prozesse deutlich beschleunigen. Dies geschieht mit SAP MFS, der Materialflusssteuerung von SAP, die als Schnittstelle zu den Maschinen dient, also etwa Transportbänder und Scanner „anspricht“ und so einen hohen Automatisierungsgrad in Verbindung mit SAP EWM ermöglicht.

4. SAP TM: Den Transport organisieren und optimieren


Vom strategischen Einkauf der Transportkapazitäten über die Konsolidierung der Frachteinheiten und der Planung der einzelnen Transporte, der Ausschreibungen für die Auftragsvergabe bis zur Rechnungserstellung reicht das Spektrum von SAP TM. Die Lösung unterstützt die Transportplaner über alle Transportmodi hinweg und ist global einsetzbar. Ein Großteil der Transporte wird über einen Optimierungsalgorithmus erstellt – so wird schnell der effizienteste Transportplan gefunden. Für komplexe Szenarien stehen erprobte manuelle Planungsfunktionen zur Verfügung. So können zum Beispiel Routen geändert oder die Ladungsverteilung des LKWs im 3D-Modell angepasst werden.

5. SAP Global Track and Trace: Sicherheit über Transport und Herkunft schaffen


SAP Global Track and Trace ist das neue Cloud-Produkt zur firmenübergreifenden Nachverfolgung von Objekten (z.B. Paletten, LKWs), Prozessen (wie die Transportroute eines LKWs) und Ereignissen (z.B. Temperaturüberschreitungen). Konfiguriert als Geschäftsnetzwerk ermöglicht es Firmen ausgewählte Informationen untereinander auszutauschen. So kann die Empfängerfirma schon frühzeitig über Prozessschritte, etwa die Verpackung von Waren informiert werden. Ebenso kann die Einhaltung von Anforderungen, beispielsweise die Kühlung von Produkten, über die gesamte Lieferkette dokumentiert werden. SAP Global Track and Trace schafft auch ganz neue Möglichkeiten: „SAP Global Track and Trace dient der Markensicherheit“, erläutert Michael Kraetz, Customer Office, SAP Digital Supply Chain Management. Firmen können Verbrauchern in Zukunft Einblicke in die Lieferkette der Inhaltsstoffe gewähren und so die Nachhaltigkeit oder Reinheit ihrer Produkte nachweisen. SAP Global Track and Trace weist Firmen auch frühzeitig auf Probleme in der Lieferkette hin. Über die Integration in SAP S/4HANA kann in Zukunft ermittelt werden, welche dieser Ausnahmen kritisch für die Kernprozesse des Unternehmens sind.

6. SAP Logistics Business Network: Kollaboration über Firmengrenzen hinweg


Das für 2018 geplante SAP Logistics Business Network ist ein Cloud-basiertes Firmennetzwerk für die Logistik. In diesem Netzwerk können sich Firmen einfach und effizient verbinden. Unternehmen können zudem Aufträge ausschreiben oder Rechnungen prüfen. Weitere Funktionen wie die Reservierung von Anliefertoren im Lager sind im Verlauf des Jahres geplant. Der Vorteil: Firmen können einfach und schnell mit den Geschäftspartnern auf der Plattform Logistikdaten austauschen und so Kosten und Zeit einsparen.

7. SAP Leonardo: Das intelligente Unternehmen schaffen

Mit SAP Leonardo ziehen neue Technologien in das SCM-Portfolio der SAP ein. Blockchain eröffnet dabei neue Möglichkeiten, beispielsweise die Besitzrechte einer Ladung ganz ohne Papier weiterzugeben. Maschinelles Lernen wird Prozessdaten nutzen um wiederkehrende Schritte zu automatisieren. Erste Möglichkeiten werden bei der Fahrerplanung im SAP TM bereits erprobt. In der Zukunft können dann viele Ausnahmen, gemeldet von SAP Global Track and Trace, bereits automatisch bearbeitet werden. „Das Ziel ist das intelligente Unternehmen, in dem die IT-Systeme weitgehend automatisiert Entscheidungen treffen“, erläutert Franz Hero. Menschen können sich dann auf die komplizierten Ausnahmen konzentrieren und damit noch effizientere Lieferketten schaffen.