MWC 2018: Im Hackathon globale Herausforderungen angehen

Auf dem MWC 2018 richteten die Universitat Autònoma de Barcelona (UAB) und die SAP gemeinsam einen Hackathon aus, in dem es darum ging, mit zukunftsweisenden Ideen und Prototypen die Abläufe der weltweiten Wirtschaft sowie das Leben von Menschen zu verbessern.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten mithilfe moderner Lösungen mit Echtzeittechnologie Menschen und Ressourcen vernetzen und so einen Beitrag zur Bewältigung der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit leisten. Diese sind in den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UN-Nachhaltigkeitszielen) formuliert: kein Hunger, Gesundheit und Wohlergehen für die Schwächsten der Gesellschaft sowie menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum für alle. Womit würden Sie anfangen? Wie würde Ihre Lösung aussehen? Wer wäre Ihre Zielgruppe? Hätten Sie das technische und geschäftliche Know-how, um eine realisierbare Lösung zu entwickeln?

Diesen und anderen Fragen mussten sich auch die Studenten stellen, die vom 23. bis 25. Februar am Code with Purpose Hackathon der SAP an der School of Engineering der Universitat Autònoma de Barcelona (UAB) teilnahmen. Die insgesamt 29 Teilnehmer, acht Frauen und 21 Männer, kamen aus Spanien, Frankreich, Italien, Marokko und der Türkei. Sie repräsentierten drei Fachbereiche: Technologie und Programmierung, Wirtschaftswissenschaften und Design.

Der Programmierwettbewerb wurde von der Innovations-Community von SAP Next-Gen veranstaltet, die aus dem Programm SAP University Alliances hervorgegangen ist. Die Studenten konnten dabei ihr Können beim Einsatz moderner Technologien wie der SAP Cloud Platform und SAPUI5 sowie der Anwendung von Design Thinking unter Beweis stellen und waren gefordert, unter hohem Zeitdruck Anwendungen zu entwickeln. „Der Code with Purpose Hackathon steht im Einklang mit dem Ziel von SAP, die Abläufe der weltweiten Wirtschaft und das Leben von Menschen zu verbessern. Bei diesem Wettbewerb sind Studenten aufgefordert, zukunftsweisende Ideen und Prototypen für Anwendungen zu entwickeln, mit denen sich gesellschaftliche Veränderungen anstoßen lassen“, erklärte Ann Rosenberg, Senior Vice President und weltweite Leiterin der Programme SAP Next-Gen und SAP University Alliances. „Es freut uns, dass wir gemeinsam mit der UAB Entwickler der nächsten Generation inspirieren und unterstützen können. Mit dem Wettbewerb möchten wir durch Programmierprojekte den gesellschaftlichen Wandel und die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele fördern.“

Es war bereits der zweite Hackathon, den die UAB in Zusammenarbeit mit der SAP veranstaltete. Daniel Franco Puntes, Dekan der School of Engineering an der Universitat Autònoma de Barcelona, zeigte sich begeistert über den Wettbewerb: „Der Hackathon ist für unsere Studenten eine tolle Erfahrung, da sie gleich in dreierlei Hinsicht profitieren: Sie eignen sich Kenntnisse in Design Thinking an, vertiefen ihr technisches Know-how zu SAP-Technologien und lernen, wie sie ihre Arbeit präsentieren.“

Zeitgleich mit dem Programmierwettbewerb feierte die School of Engineering ihr 50-jähriges Bestehen. Dekan Puntes sieht darin ein Zeichen für die anhaltende Aktualität der Prinzipien, die auch bei der Gründung der Universität eine Rolle gespielt haben: „Ein wichtiger Aspekt ist auch die Ausrichtung des SAP-Hackathons SAP auf die UN-Nachhaltigkeitsziele. Es ist wichtig, dass wir die Technologie in den Dienst der Gesellschaft stellen. Seit ihrer Gründung ist die UAB fest davon überzeugt, dass wir durch soziale Verantwortung und gesellschaftliche Innovation die Demokratie und Geschlechtergleichheit fördern und einen Beitrag zur Bekämpfung von Armut leisten können.“

Design Thinking auf die UN-Nachhaltigkeitsziele angewandt

Die dreitägige Veranstaltung begann am Freitagnachmittag mit einer Vorstellungsrunde, nach der sich die Studenten schnell auf fünf interdisziplinäre Teams verteilten. Die Teams konnten unter drei Herausforderungen wählen, die jeweils mit einen UN-Nachhaltigkeitsziel verknüpft waren:

Ziel 2: Kein Hunger. Herausforderung: Wie können Menschen, die Lebensmittel spenden, auf intelligente Weise mit Hilfsorganisationen vernetzt werden? (Vorschlag eingereicht durch SAP España)

Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen. Herausforderung: Wie können wir erreichen, dass Menschen dem Alter positiv entgegenblicken? (Vorschlag eingereicht durch Innovation Alpha, der in Barcelona ansässigen Innovationsorganisation von Telefónica)

Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum. Herausforderung: Wie kann die Arbeit auf Baustellen insbesondere für junge Menschen attraktiver werden? (Vorschlag eingereicht durch Landlog, ein japanisches Joint Venture von Komatsu, SAP, docomo und optim, das eine offene IoT-Plattform für die schnellere Entwicklung von Innovationen für Produktionsprozesse im Baugewerbe bereitstellt)

Die Studenten verbrachten den Freitagabend mit einem Design-Thinking-Marathon, bei dem es darum ging, innovative Ideen und kreative Lösungsansätze zu entwickeln. Jedes Team schuf bei der Entwicklung seines Prototyps auf Basis der SAP Cloud Platform einen fiktiven Benutzer (eine Persona), in den es sich hineinversetzen konnte.

Selbst für die Teilnehmer, die bereits Erfahrungen im Programmieren und Design Thinking hatten, war der Zeitdruck des Hackathons die größte Herausforderung. Unterstützung erhielten die Studenten von SAP-Experten. Jacqueline Dittkowski ist UX Designer und Design Thinking Coach bei SAP und betreut Berufsanfänger und junge Fachkräfte. Sie stellte fest, dass die Studenten durch Anwenden der Design-Thinking-Methodik ihre anfänglichen Berührungsängste überwinden und sich in die Persona ihres Prototyps hineindenken konnten.

Das Programm SAP University Alliances arbeitet mit einem Train-the-Trainer-Konzept, d. h. Professoren und Lehrer werden darin geschult, ihren Studenten das Konzept des Design Thinking und Methoden für die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle zu vermitteln. Informieren Sie sich über die nächsten Workshop-Termine, oder wenden Sie sich an uasupport@sap.com.

Neue Kompetenzen: Teamarbeit, Zeitmanagement und Präsentation eines Business Case

Nach 30 Stunden Vorbereitung hatten alle Teams einen funktionierenden Prototyp, den sie am Sonntag einer Jury aus Vertretern der UAB, SAP, von Landlog und Alpha Innovation präsentierten. Ein technischer Berater bewertete dabei die Qualität der Programme, die die Studenten für ihre Prototypen geschrieben hatten. Die Beiträge wurden unter anderem nach den Kriterien Kreativität des Ansatzes, Attraktivität auf Basis der Benutzererfahrung, technische Machbarkeit, Marktfähigkeit, technische Umsetzung (Programmierung) und Gesamteindruck beurteilt.

Folgende Prototypen wurden präsentiert: die App BiteConnect, die Lebensmittelspenden auf spielerische Weise mit einer Wertmarke belohnt, die App Level Up in Construction, die Routineaufgaben um spielerische Elemente ergänzt und so die Motivation fördern soll, die App Keep in Contact, die über ein Netz der Netze Services für ältere Menschen bereitstellt, und die Social App ShareIt, mit der sich ältere Menschen besser im Alltag zurecht finden sollen.

Die Jury stellte den Teams außerdem Fragen zur Vermarktung und Skalierbarkeit ihrer Prototypen. Durch den Hackathon lernten die Studenten, wie man einen Business Case präsentiert, wie wichtig gute Teamarbeit ist und dass es auch auf ein effektives Zeitmanagement ankommt.

Nachdem sich die Jury zwei Stunden beraten hatte, wurde der Gewinner bekannt gegeben: Japan iConstruct, eine App, die auf spielerische Weise Wissen vermittelt und durch den innovativen Einsatz von Technologie im Baugewerbe punkten konnte. Mit dieser App können Mitarbeiter Punkte verdienen, während sie sich Kenntnisse für neue Positionen aneignen.

„Das war mein erster Hackathon, und ich habe so viel gelernt“, berichtete Ariana Cotano Castellá, die Wirtschaft und Technologie an der UAB studiert und den Sieger-Prototyp vorgestellt hatte. „Für mich ist es wichtig, dass ich hier auch das Präsentieren gelernt habe und Einblick in neue Technologien und Denkweisen wie Design Thinking bekommen habe.“

„Ich habe an diesem Wettbewerb teilgenommen, weil ich das Programmieren liebe und es eine tolle Chance ist“, erklärte ihr Teamkollege Raül de Arriba Garcia, der Technische Informatik an der UAB studiert und sich für Cybersicherheit interessiert. „Das Schwierigste war für mich, mir eine Sprache anzueignen, die ich noch nicht kannte, und in nur 24 Stunden ein fertiges Programm abzuliefern. Das war wirklich nicht einfach, aber die Programmiersprache von SAP lässt sich eigentlich ganz einfach erlernen.“

Das Sieger-Team durfte seinen Prototyp während des Mobile World Congress auf dem Stand von SAP präsentieren. Das Interview mit den Siegern:

https://youtu.be/fR_jOJqu4so

Foto: SAP