Was die Digitalisierung mit Ihrer nächsten Schüssel Ramen zu tun hat

Ramen wird in Japan verehrt und die Regale sind voll mit verschiedenen Sorten der Instant-Nudel. So haben auch Hersteller von Nudelmaschinen wie Ohtake alle Hände voll zu tun. IoT-, Cloud- und Analyse-Technologien unterstützen dabei, eine konstante Qualität des Lebensmittels zu sichern.

Schätzungen zufolge gibt es in Tokio zwischen 6.000 und 10.000 Ramen-Restaurants. In beinahe jedem Block finden sich sogenannte Ramen-Shops. Auch in Supermärkten sind die Regale voll mit verschiedenen Sorten dieser Instant-Nudeln. Und obwohl Ramen erst um 1900 von China nach Japan kam, sind die Nudeln heute ein wichtiger Teil der japanischen Kultur. Ramen wird verehrt, kommt in Museen, in Videospielen und natürlich auch im Kultfilm Tampopo vor, bei dem es um einen Ramen-Imbiss geht.

Ohtake Noodle Machine ist ein familiengeführtes Unternehmen, das Maschinen zur Herstellung von Nudeln entwickelt und fertigt. Der Hauptsitz ist in Tokio, das produzierende Werk befindet sich rund 320 Kilometer nordöstlich von Tokio im japanischen Yonezawa. Gegründet wurde die Firma 1880. Seitdem baut Ohtake Maschinen, die an Lebensmittelhersteller weltweit verkauft werden. Die Nudelmaschinen sind individuell gefertigt und werden von einer Reihe von Unternehmen eingesetzt – von kleinen, lokalen Ramen-Shops bis zu industriellen Herstellern abgepackter Nudeln.

CEO Tomohiko Ohtake setzt auf die neuesten Technologien wie das Internet der Dinge, Analysen und Cloud-Computing, um seinen Kunden zu helfen. „Wir brauchen digitale Technologien, um die Qualität bei der Nudelproduktion konstant zu halten. Eine Echtzeitlösung kann Kunden bei der Lösung von Problemen helfen, die von Rohstoffen bis hin zu Anlagen reichen. Mit der neuen Technologie lassen sich all diese lokalen Prozesse integrieren und wir erzielen bessere Ergebnisse“, ist Tomohiko Ohtake überzeugt.

Gleichbleibende Qualität mittels Sensormessungen

Daher wandte sich Ohtake an die Unternehmens- und IT-Beratung ABeam Consulting, die Firmen bei der Digitalisierung ihrer gesamten Wertschöpfungskette unterstützt – und nicht nur bei einzelnen Geschäftsprozessen. Gemeinsam erstellten sie einen Innovationsfahrplan, der Ohtake dabei hilft, sich von einem traditionellen zu einem digitalen Fertigungsunternehmen zu entwickeln.

Die Herstellung von Nudeln ist ein komplexer Prozess: Man muss Weizen zu Mehl mahlen, den Teig herstellen, diesen zu Teigplatten ausrollen und zu Nudeln schneiden. Anschließend müssen die Nudeln getrocknet oder gebraten, gewogen und verpackt werden. Geht dabei etwas schief, wird weniger Ramen produziert, verpackt und an die Kunden ausgeliefert. An jedem Punkt des maschinell ablaufenden Vorgangs sammeln Sensoren, die in eine Nudelmaschine (die so lang wie eine Fabrikhalle sein kann) integriert sind, Daten darüber, wie der gesamte Prozess abläuft.

Hier kommt nun die digitale Technologie ins Spiel. Ohtake möchte die von den Sensoren erfassten Informationen zusammenführen und in Echtzeit analysieren. Denn der Nudelmaschinenhersteller ist davon überzeugt, dass seine Kunden auf diese Weise die Qualität und die Konsistenz der hergestellten Nudeln in Echtzeit verbessern können. Da einige Maschinen 1.000 Portionen pro Minute produzieren, ist es entscheidend, Probleme sofort zu erkennen und darauf zu reagieren.

Neue überbetriebliche Zusammenarbeit

Itomen ist einer dieser Kunden. Er hat seinen Firmensitz 500 Kilometer westlich von Ohtake. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Itomen damit, Fertignudeln für Japan und weitere asiatische Länder herzustellen. Itomen war das zweite Unternehmen, das sich in diesem Bereich betätigte und erlebte auch den Boom mit Ramen ab den 1960er-Jahren.

Mitsuhiro Ito ist der CEO von Itomen. Digitale Technologien wie das Internet der Dinge begeistern ihn und er überlegte, inwiefern diese für sein Unternehmen relevant sein könnten. Im Gespräch mit Ohtake entdeckte er einen wichtigen Anwendungsfall: „Für Reparaturdienstleister ist es vor allem in ländlichen Gebieten nicht einfach, kleine und mittlere Unternehmen zu erreichen. Das wiederum wirkt sich auf die Geschäftskontinuität aus. Die Wartung der Maschinen erfordert jedoch eine enge Zusammenarbeit zwischen Gerätehersteller und Anwender,  da beide Seiten ihren Teil dazu beitragen. Funktionierte eine Maschine in der Vergangenheit nicht mehr, haben wir die Geräusche am Telefon beschrieben“, erklärt er. „Später konnten wir mit Smartphones Videos aufnehmen, die Situation teilen und aus der Ferne eine Lösung für das Problem finden. Doch mit dem Internet der Dinge und einem besseren Verständnis der Maschinendaten sehen wir, was auf der Fertigungslinie passiert und können in Echtzeit mit Maschinenbauern wie Ohtake kommunizieren, um Fehler virtuell zu beheben“, so Mitsuhiro Ito. „Wir hoffen, dass es durch die Zusammenarbeit mit den Anlagenherstellern und mithilfe der gesammelten Daten so ist, als hätten wir einen Techniker vor Ort.“

SAP Leonardo vereint digitale Technologien

Zur Verwirklichung dieser und weiterer Szenarien hat ABeam einen Blueprint für Ohtake erstellt, der IoT-, Cloud- und Analyse-Technologien verbindet. Als langjähriger SAP-Partner ist ABeam begeistert von SAP Leonardo, dem System für digitale Innovation. „Japanische Hersteller wie Ohtake können mithilfe des Internets der Dinge, von Cloud-Technologie und erweiterten Analysen intelligentere IT-Systeme bauen – und damit letztendlich ihren Kunden noch mehr bieten“, meint Hiroyuki Aitani, Executive Officer Principal, Manufacturing and Consumer Business bei ABeam. „SAP Leonardo hilft unseren gemeinsamen Kunden dabei, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln und sich neue Möglichkeiten zu erschließen.“

Darüber hinaus kann SAP Leonardo Ohtake helfen, weitreichendere Ziele zu erreichen. „Aufgrund der Erderwärmung müssen wir in Betracht ziehen, in Zukunft verstärkt Reis zu verwenden“, führt Tomohiko Ohtake aus. „Mit Reis können wir weltweit mehr Menschen ausreichend ernähren. Allerdings ist die Nudelherstellung komplexer, wenn man Reis anstelle von Weizenmehl nutzt.“

Mit Technologien wie SAP Leonardo und starken Partnern wie ABeam ist Ohtake bestens vorbereitet, um den Prozess der Nudelproduktion zu digitalisieren und seine langfristige Vision von einer nachhaltigen Versorgung der Weltbevölkerung zu verwirklichen.

Bild aus Screenshot