Ubisoft bei den SAP Design Talks: Wie man Spielewelten erschafft

Teuer produzierte und technisch ausgeklügelte Videospiele wie Assassin’s Creed, Far Cry, Tom Clancy’s Ghost Recon oder Just Dance haben Ubisoft zu einem der weltgrößten börsennotierten Entwicklerstudios gemacht. Doch was haben actiongeladene Blockbuster-Spiele mit der SAP zu tun?

Wie man ein Spielerlebnis für Gamer schafft

Matthew Tomkinson, UX Director bei Ubisoft war Gast des vergangenen SAP Design Talks in Walldorf. Tomkinson erklärte den Zuschauern, wie Expertengruppen bei Ubisoft gegliedert sind, wie Computerspiele produziert werden, welche Veränderungen neue Technologien mit sich bringen und wie man ein Spielerlebnis schafft, dem Gamer nicht wiederstehen können.

Eindrücke von Matthew Tomkinsons SAP Design Talk bei SAP am 20. März 2018.

Tomkinson unterstrich dabei die Bedeutung der Entscheidungsfreiheit des Spielers. „In früheren Videospielen war alles sehr stark vorgegeben. Wir haben uns von solchen begrenzten Szenarios inzwischen mehr zu Umgebungen hin entwickelt, die viel Spielraum lassen.“ Ubisoft kreiert spannende, naturgetreue und immer wieder überraschende Welten, in denen sich der Spieler zum Erkunden oder Verteidigen frei bewegen kann. Eine solche Freiheit kommt allerdings nicht von ungefähr. Tom Clancy’s Ghost Recon beispielsweise wurde über einen Zeitraum von fünf Jahren mit mehr als 800 Mitarbeitern in fünf Ubisoft-Studios weltweit entwickelt. Mit anderen Worten, es ist äußerst kostspielig, sogenannte AAA-Spiele zu produzieren. Aber Ubisoft beherrscht diese Kunst und beweist, dass die Investition sich durchaus lohnen kann.

Was kann die SAP von Ubisoft lernen?

Ziel der SAP Design Talks ist es, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. SAP und Ubisoft sind zwei große europäische Unternehmen mit Entwicklungsstandorten rund um den Globus. Beide entwickeln Software, die auf unterschiedlichen Endgeräten und Plattformen funktionieren muss, und beide testen neuen Technologien intern, bevor diese in marktreife Produkte einfließen. Auch bei der Herausforderung, eine gemeinsame Zusammenarbeit und Kommunikation zu fördern, gleichen sich Ubisoft und SAP.

Das sind Tomkinsons Tipps für gutes Design:

  1. Man darf seine Benutzer niemals aus den Augen verlieren. Tomkinsons und sein Team sind sich ihrer Klientel stets bewusst und lassen ihre Spiele während des gesamten Entwicklungsprozesses immer wieder testen, sowohl vom eigenen Team, als auch von externen Benutzern.
  2. Kommunikation ist alles. Um am Ende ein stimmiges und zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen, ist es wichtig, Probleme direkt anzugehen und das gesamte Team bei der gemeinsamen Zielsetzung auf Kurs zu halten, ohne dabei alles andere aus dem Blick zu verlieren.
  3. Selbstbestimmung ist wichtig, für Spieler wie für Mitarbeiter. Nicht nur die Spieler möchten sich frei bewegen und alles selbst erkunden, auch die Mitarbeiter handeln gerne selbstbestimmt. Tomkinson gibt seinen Teammitgliedern detaillierte Infos zu den Wünschen der Spieler und den damit verbundenen Problemen. Dann gibt er ihnen die Freiheit, diese nach ihren eigenen Vorstellungen zu lösen.
  4. Man muss seine Benutzer motivieren. Spieleentwickler sind Meister der Motivation. Allerdings sollte sich jeder, der Software erstellt, darum bemühen, dass seine Benutzer den Umgang mit der eigenen Software als erfreulich erleben.

Mehr zu Matthew Tomkinson gibt es in diesem kurzen Video:


Im Rahmen der SAP Design Talks sind regelmäßig Vertreter der internationalen Design-Welt bei SAP zu Gast. Die Veranstaltung findet vor einem breiten Publikum intern an verschiedenen SAP-Standorten, darunter Bangalore, Montreal oder Walldorf, statt.


Danke an Natalie Hauck und Alexander Januschke für die Erstellung des Videos und an Norbert Steinhauser für die Fotos.