CEBIT 2018: SAP vereint digitale und physische Welt in einem Riesenrad

Plötzliche Nachfragepeaks managen, Verträge mit Partnern schließen, Service-Tickets für Fahrgeschäfte automatisieren: Ein Freizeitpark ist ein Sammelbecken für Prozesse und Innovationen, die für viele Branchen relevant sind.

Ein Riesenrad bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich: Es bietet einen guten Ausblick, müden Beinen etwas Ruhe und – wer das 60 Meter hohe Fahrgeschäft auf der CEBIT 2018 besucht – hat zudem die Chance, das SAP-Portfolio besser kennenzulernen. Denn wer Interesse hat, kann sich etwa in kurzen Präsentationen in luftiger Höhe über SAP S/4HANA, SAP Leonardo und Co. informieren. Das Riesenrad steht also nicht nur stellvertretend für diverse Lösungen, die in einem Freizeitpark zum Einsatz kommen können, sondern auch für Innovationen, die für andere Branchen relevant sind.

Die Herausforderung: Der Kunde im Mittelpunkt

Eine typische Herausforderung von Freizeitpark-Betreibern besteht darin, zu wissen, wie viele Besucher an den kommenden Tagen zu erwarten sein werden. „Ein Veranstalter musste an Halloween plötzlich vierzig Prozent mehr Besucher bewirten, was dazu führte, dass das Essen fast ausging“, erinnert sich Holger Neuert, Solution Manager im Entertainment-Bereich bei SAP. Das Wetter, Brückentage, Konzerte in der Umgebung, die Fußball-WM, spezielle Attraktionen im Park: Diverse Faktoren haben einen Einfluss darauf, wie viele „Kunden“ Interesse an den „Produkten“ im Park haben. Kommen übermäßig viele Besucher, bedeutet das stärker befahrene Straßen bei der Anfahrt, vollere Parkplätze und längere Warteschlangen. Zugleich wird die Nachfrage in den Kiosken und Restaurants höher sein, das Service-Personal muss kurzfristig aufgestockt und genug Essen vorrätig sein. Ständig geht es darum, dem Besucher den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen – spezifische Attraktionen zu kreieren, um Besucher davon zu überzeugen, länger zu bleiben.

Wie nun wird es möglich, dass sich der Kunde immer wohl fühlt, der Betrieb läuft und Fahrgeschäfte zuverlässig funktionieren?

1. Customer Experience – mit SAP Hybris: Kunden zufriedenstellen

Zu wissen, wie viele Besucher voraussichtlich zum Freizeitpark kommen werden, ist essentiell für die Planung des Personals, die Einkäufe für ein Restaurant und die Belegungssituation von Hotels. Es gibt viele Faktoren, die Indizien für die Auslastung an den Folgetagen geben: Anhand von historischen Daten lassen sich die Besucherströme analysieren, Korrelationen zum Wetter und parallelen Veranstaltungen in der Region herstellen, Vorverkäufe von Tickets einbeziehen und schauen, wie stark die mobile App genutzt wird. „Anhand dieser Daten lässt sich recht gut vorhersagen, wie viele Besucher zu erwarten sein werden“, erläutert SAP-Experte Neuert, der allerdings zudem ein Augenmerk auf die Situation des Kunden auch vor Ort hat. Ein so genannter Travel Accelerator unterstützt Besucher (über SAP Hybris) dabei, Hotels zu reservieren, Tickets zu buchen, die zudem Sonderleistungen wie einen VIP-Pass enthalten oder mit einem „Fast-Track“-Service Wartezeiten reduzieren, und personalisierte Angebote zu machen. „Die digitale und die physische Welt zusammenbringen“, lautet das Ziel von Neuert, der sich etwa vorstellt, Besuchern das virtuelle Anstellen in einer Schlange zu ermöglichen, während sie die Zeit dafür nutzen, Essen zu gehen oder zu entspannen.

2. Betrieb – SAP S/4HANA: Geschäfte am Laufen halten

Restaurants, Hotels, Parkplatzbetreiber bis hin zu Sicherheitsdienstleister machen ihre Geschäfte vor Ort. Der Betreiber eines Freizeitparks in Europa erzeugt sogar den benötigten Strom über alternative Energieformen nahezu vollständig selbst. „Partner müssen bezahlt, Investitionen etwa für neue Attraktionen geplant, Personal flexibel eingesetzt, Ersatzteile beschafft und neue Verträge mit Zulieferern geschlossen werden“, erläutert Neuert. In speziellen Themenboxen zeigt SAP auf der CEBIT 2018, wie SAP S/4HANA dazu beiträgt, die Prozesse im Finanzwesen, dem Einkauf, der Produktion, dem Marketing bis hin zum Vertrieb und der Logistik zu steuern. Der digitale Kern SAP S/4HANA hilft etwa den Kapital- und Ressourceneinsatz unternehmensweit zu optimieren, die Bedarfsplanung mit der Auftragsabwicklung zu synchronisieren und personalisierte Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen.

3. Attraktionen und Geräte – SAP Leonardo: Sensordaten weitergedacht

„Freizeitparks haben schon das Internet der Dinge genutzt, als es noch gar nicht so hieß“, sagt Neuert. Digitale Bänder oder Apps werden heute bereits für Tickets, Hotel- und Schließfachschlüssel oder bargeldloses Bezahlen genutzt. Bei SAP ist das Internet der Dinge heute unter anderem neben dem Machine Learning, Analytics und Blockchain ein wichtiger Bestandteil von SAP Leonardo. Als Innovationssystem ermöglicht es Unternehmen, innovative Funktionen zu ergänzen, mit SAP S/4HANA zu interagieren und die zugrundeliegenden Daten zu nutzen. Der digitale Kern wird dabei allerdings nicht verändert. Fahrgeschäfte im Freizeitpark können etwa Sensoriken nutzen, um sicherzustellen, dass eine Achterbahn erst dann losfährt, wenn alle Bügel geschlossen sind. Zudem lassen sich verschlissene Bauteile schneller identifizieren, in dem Einflussfaktoren wie die Temperaturen und Vibrationen gemessen und ständig mit Werten aus der Vergangenheit abgeglichen werden. Das System lernt ständig hinzu und ist nach einiger Zeit in der Lage, Service-Tickets bei auffälligen Konstellationen automatisch zu erstellen. Und auch das Riesenrad ist mit Sensoren bestückt, die Live-Daten über die Temperatur, Geschwindigkeit und die Belegung der Kabinen registrieren. Doch muss ein Geschäftsmodell für SAP Leonardo gar nicht unbedingt kompliziert sein: Ein Sensor im Mülleimer wäre auch schon recht hilfreich, um sicherzustellen, dass ein Service-Mitarbeiter rechtzeitig zur Stelle ist, um zu verhindern, dass er überquillt.