CEBIT: Der smarte Tischkicker

22 Spieler, ein Ball und jede Menge Analysen: Was der deutschen Fußballnationalmannschaft bekannt vorkommen könnte, ist für Tischkicker-Akteure noch Neuland. Mit dem Smart Kicker powered by SAP Leonardo zeigt SAP auf der CEBIT, welche Spielerreihen besonders treffsicher sind und welche Strategien Erfolg versprechen – und so Technologie erlebbar machen.

Nicht mit dem Torwart schießen, nicht hetzen lassen, Ball in den eigenen Reihen halten: Das sind einige der taktischen Tricks, die den erfahrenen Tischkicker-Profi vom blutigen Anfänger unterscheiden. Ob erfahren oder nicht: Viele Tischfußballer – wie übrigens auch die ehemalige Nummer 1 der Tenniswelt Angelique Kerber (siehe Bild) auf einer Veranstaltung von SAP – verlassen sich beim Spiel auf ihr Bauchgefühl und die Erfahrung. Wie das Zusammenspiel von Technologie und Daten auch im Sport neue Einsichten und Möglichkeiten bietet, zeigt SAP auf der CEBIT 2018 spielerisch anhand des Smart Kickers. Der mit einer Hochgeschwindigkeitskamera bestückte Kicker zählt die Tore, registriert einzelne Schüsse, stellt auf einer Heatmap dar, wo sich der Ball am häufigsten befindet. „Bis zu 45 Stundenkilometer schnell werden die Bälle“, sagt Yannick Winter, Entwickler im Bereich Innovation & Experience Marketing EMEA & MEE bei SAP und Teil des Teams rund um den Smart Kicker powered by SAP Leonardo.

Nicht hetzen lassen: Ein Erfolgsrezept

Sensoren gibt es in dem Kicker keinen Einzigen. Mit 350 Bildern pro Sekunde registriert eine Kamera sämtliche Bewegungen auf dem Spielfeld. „Sie erkennt den Ball und stellt seine Bewegungen auf einer X-Y-Achse dar“, erläutert Winter. Um allerdings auch das Spiel von Kickerprofis analysieren zu können, musste das Team zunächst einige Fragen klären: Was ist ein Schuss, wo hat er begonnen, wo endete er? Und: Wie schnell muss ein Ball sein, damit er überhaupt als Schuss gewertet werden kann? Die Geschwindigkeit der Schüsse, die Spielerreihen mit den meisten Toren, die Ballverteilung: Viele Analysen geben letztlich Aufschluss darüber, welche Faktoren einen guten von einem mittelmäßigen Spieler unterscheiden. „Wer viel schießt, ist nicht so erfolgreich, wie andere, die bedachter schießen“, weiß Winter, der damit nun auf Basis von Analysen schon mal einen Tipp von erfahrenen Spielern bestätigen kann: „Nicht hetzen lassen“ etwa gehört zum Erfolgsrezept. Im nächsten Schritt will der Entwickler Spielertypen auf Basis von Mustern selektieren, deren individuelle Strategien transparent machen, etwa Tore meist über Bande zu schießen, um letztlich künftigen Gegnern eine individualisierte Spielvorbereitung zu ermöglichen. Seit Ende Januar hat die SAP den Kicker immer wieder auf Veranstaltungen im Einsatz – jetzt auch auf der CEBIT.

CEBIT-Hinweis

Einen Überblick zu den geplanten Showcases von SAP auf der CEBIT und die Möglichkeit zur Vereinbarung von individuellen Gesprächsterminen finden interessierte Kunden und Besucher auf der CEBIT-Webseite von SAP.

SAP Leonardo: Das System für digitale Innovation – und „Geheimwaffe für Kicker-Profis

Die technische Grundlage für den Smart Kicker liefert das digitale Innovationssystem SAP Leonardo. Über die SAP Cloud Platform hat das Team die Standard-IoT-Services dafür genutzt, die Ballpositionen entgegenzunehmen, Daten über Schüsse zu messen, Tore zu zählen und Ballgeschwindigkeiten zu registrieren. Sämtliche Daten eines Spiels werden in SAP HANA gespeichert und damit über die SAP Analytics Cloud auswertbar. Eigentore, abgefälschte Bälle, Geschwindigkeiten, Heatmaps: Diverse Statistiken und Grafiken entstehen heute schon während eines kurzen Kicker-Matchs. Die Idee für die Kicker-Lösung stammt übrigens aus dem Sports- & Entertainment-Bereich von SAP, in der auch SAP Sports One entstanden ist – jene als „Geheimwaffe“ bezeichnete Lösung, die der deutschen Fußballnationalmannschaft vor vier Jahren in Brasilien mit zum Weltmeistertitel verholfen hatte.