Elkjøp Nordic: 20 Prozent höhere Verfügbarkeit durch bessere Nachschubplanung

Seit fünf Jahren erneuert Elkjøp Nordic seine IT-Systeme. Nachdem anfänglich SAP nur für den Großhandel im Bereich Logistik und Finanzwesen eingeführt wurde, nutzt der norwegische Elektronikkonzern nun auch in seinem Retail-Business weitere SAP-Produkte wie die Forecasting- und Replenishment-Funktionalität von SAP, um die Nachbestellung seiner Produkte zu automatisieren.

An Vielfalt ist Elkjøp Nordic kaum zu übertreffen: 16.000 verschiedene Artikel von der Waschmaschine über Drucker bis zum USB-Stick zu Preisen von einem bis zu 10.000 Euro bietet der norwegische Elektronikkonzern seinen Kunden in über 400 Filialen sowie vier Online-Shops in verschiedenen Ländern Skandinaviens. Die besondere Herausforderung für den Konzern mit 3,4 Milliarden Euro Umsatz und 10.000 Mitarbeitern liegt darin, immer jene Produkte vorrätig zu haben, die Kunden benötigen. „Je mehr sich dieser Prozess automatisieren lässt, umso besser“, sagt Björn Dalen, Director IT-Systems and Operations bei Elkjøp, der vor fünf Jahren begann, seine IT entsprechend umzubauen. Vor drei Jahren ging etwa der Großhandel des Unternehmens mit SAP ECC im Bereich Einkauf, Logistik und Finanzen produktiv und ein Jahr später der Einzelhandelsvertrieb mit SAP Finance für Retail. Der Grund: „Die ursprünglichen Systeme waren für ein Unternehmen von einer ganz anderen Größe gemacht“, sagt Dalen, der von einer Verdopplung des Umsatzes in den letzten zehn Jahren spricht.

Wie in Filialen von Elkjøp die Produktbestellung automatisiert wurde

Mehr Umsatz und ein breiteres Produktportfolio bedeuten für den Konzern aber auch die Herausforderung, immer genug Produkte zur Verfügung zu haben oder zumindest zu wissen, wann ein Produkt geliefert werden kann, sollte es ausgegangen sein. In den Filialen ist deswegen heute SAP F&R in Kombination mit einem HTML-Launchpad basierend auf Neptune Software im Einsatz, über das Mitarbeiter in den Filialen Bestellvorschläge einsehen, aber auch weitere Produkte in ihr Filialsortiment aufnehmen können. F&R, kurz für Forecasting und Replenishment, gibt es als Funktionalität im SAP-Portfolio. Es optimiert die interne Logistik von Handelsunternehmen, indem es den Nachschub verbessert, reduziert überschüssige Bestände in Verteilzentren und Filialen, automatisiert die Nachschubplanung und schafft Transparenz. Sämtliche regulären Artikel werden bei Elkjøp heute darüber geplant. Entscheidet eine Filiale, dass ein Artikel je nach aktuellem Trend dem Kernsortiment hinzugefügt werden soll, setzt sie einfach ein ‚F&R‘- Häkchen und schon bestellt das System automatisch auch dieses Produkt nach, sollte die definierte Mindestmenge unterschritten sein. Ist ein Produkt aufgrund von Lieferengpässen nicht lieferbar, ist über die kachelartige Benutzeroberfläche, das Launchpad, einsehbar, wann mit der Lieferung des Produktes zu rechnen ist.

Forecasting & Replenishment bei Elkjøp: Gute Vorbereitung, schneller Rollout

Um diese F&R-Funktionalität im mit Abstand umsatzstärksten Elektronikkonzern in Skandinavien zu etablieren, war Vorarbeit nötig. Schon Ende 2015 startete Elkjøp mit der Planung des ApolloX genannten Projektes. Um sicherzugehen, dass die Lösung ihren Anforderungen genügt, startete Elkjøp einen dreistufigen Proof of Concept in dem die Hauptbestandteile der ApolloX Lösung in 7 Filialen implementiert wurden. „Diese Zeit haben wir gebraucht, um zu wissen, dass die Lösung wirklich funktioniert“, sagte Dalen kürzlich auf dem International User Forum SAP Forecasting and Replenishment. Erst dann ging es in den Pilot-Betrieb, der zunächst in 64 Filialen in drei verschiedenen Ländern startete. „In dieser Pilotphase zeigte sich, dass die Implementierung der Lösung einfacher war als erwartet“, so Dalen. Nach weiteren drei Monaten Pilotierung, auch während der Spitzen des Weihnachtsgeschäfts, entschied sich Elkjøp dann zum Rollout von SAP F&R im Gesamtkonzern. Nicht zuletzt aufgrund der gründliche Vorarbeit war das innerhalb von einem Quartal erledigt, obwohl Dalen ein ganzes Jahr dafür eingeplant hatte. Heute sind die Filialen von Elkjøp in Norwegen, Elgiganten in Dänemark und Schweden, sowie die finnischen Filialen Gigantti mit entsprechenden Funktionalitäten ausgestattet – insgesamt 383 Filialen.

Eine der größten Automatisierungen war die Möglichkeit, Artikel zu aktivieren. (Ronny Steng, Supply Chain Manager, Elkjøp)

Die automatisierte Prognose und Nachschubplanung sowohl für Filialen als auch für die Verteilzentren waren die Hauptfunktionalitäten im Rahmen des Apollo X-Projektes, aber auch die Sortiments- und Preisplanung wurden integriert und implementiert. Eine entscheidende Herausforderung bestand darin, die große Produktvielfalt und Anzahl der Sortimentsänderungen abzubilden. „Wir haben zunächst manuelle Prozesse kreiert, die wir im nächsten Schritt in Regeln übersetzt haben“, erläutert der Supply-Chain-Manager Ronny Steng von Elkjøp. Letztlich ließen sich Artikel auf Basis von so genannten Referenzen aktivieren – etwa aufgrund von strategischen Vorgaben aus dem Verkauf, der Absatzhistorie des Produktes oder aufgrund von Vergleichen unter den Produktgruppen. Steng spricht von einer „gewaltigen Automatisierung“, die dadurch möglich wurde. Sämtliche Produkte aus den Filialen lassen sich heute über die SAP-F&R-Funktionalität planen. Etwa 60 Prozent der Bestellungen in Verteilzentren beruhen auf SAP F&R. „So konnten wir die Verfügbarkeit unserer Produkte um bis zu 20 Prozent steigern, vor allem bei solchen mit vormals schlechter Verfügbarkeit“, erläutert Steng – eine gute Nachricht für einen Konzern, der täglich etwa 40.000 Bestellpositionen entgegennimmt.

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Foto: Scanpix