Wie adidas mithilfe von maschinellem Lernen in nur 24 Stunden personalisierte Sneakers fertigt

adidas hat alle Sportfans aufgerufen, in seinem Produktdesign-Team mitzuwirken, und bietet Kunden durch den Einsatz von maschinellem Lernen ein völlig neues Erlebnis. Wie es sich für einen Hersteller von Laufschuhen gehört, spielen Geschwindigkeit und Flexibilität dabei eine wichtige Rolle.

„Wir verfolgen keine separate Digitalisierungsstrategie“, erklärt Michael Vögele, CIO von adidas. „Digitale Technologien helfen uns bei der Umsetzung unseres Ziels, die Nummer eins unter den weltweiten Sportartikelherstellern zu werden. Um das Leben von Menschen zu verändern, muss man direkte Beziehungen zu den Verbrauchern aufbauen.“

Maschinelles Lernen schafft die Voraussetzungen für eine moderne Lieferkette

Michael Vögele präsentierte in der Keynote am letzten Tag der SAPPHIRE NOW and ASUG Annual Conference die Vision seines Unternehmens, gemeinsam mit Kunden eine neue Lieferkette zu schaffen. adidas schwebt dabei eine sehr offene gemeinsame Innovation vor, die von Dialog und Zusammenarbeit geprägt ist. Im Mittelpunkt steht die hochmoderne Speedfactory in Atlanta, Georgia, die Vorbild für andere Produktionsstätten werden soll und bei der Fertigung personalisierter Schuhe maschinelles Lernen einsetzt. Während es früher im Schnitt 18 Monate dauerte, bis aus einem Trend ein neuer Schuh wurde, können Kunden nun im adidas-Store oder direkt in der Speedfactory ihren individuellen Schuh entwerfen, der bereits 24 Stunden später ausgeliefert wird.

„All diese Designtalente möchten wir an unsere Marke binden“, erläutert Michael Vögele. „Dabei geht es nicht nur um Interaktion und das Warten auf ihr personalisiertes Produkt, sondern darum, die Verbraucher direkt in unsere Fertigungsprozesse einzubinden. So können wir ihre Kreativität nutzen und sofort das gewünschte Produkt für sie herstellen. Wir nutzen außerdem SAP Customer Activity Repository und profitieren damit von umfassender Transparenz. Dadurch können wir die Erwartungen unserer Kunden erfüllen und ihnen ein einmaliges Erlebnis bieten. Zugleich sind wir damit auch in der Lage, die Produktivität in der gesamten Lieferkette zu steigern.“

Digitalisierung ist ein Mannschaftssport

Paradoxerweise liegt dem Einsatz von maschinellem Lernen bei adidas ein kultureller Wandel zugrunde, der den Schwerpunkt auf die Mitarbeiter legt. Laut Michael Vögele treibt die Mitarbeiter etwas an, das ähnliche Strahlkraft besitzt wie die Produkte von adidas.

„Es ist unsere Mission, die unsere Mitarbeiter motiviert“, erklärt er. „Es geht um unsere Ziele und darum, zu ihrer Umsetzung beizutragen, das Kundenerlebnis zu optimieren und unsere Nachhaltigkeitsinitiativen zu unterstützen.“

Zwar gehört es zu den grundlegenden Aufgaben aller Unternehmen, Lösungen für die Probleme der Verbraucher zu entwickeln, doch gab Michael Vögele dem Publikum mit auf den Weg, die Mitarbeiter dabei nicht aus dem Blick zu verlieren. „Wir müssen die Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellen. Dazu müssen wir wissen, wohin unsere Reise führen soll, und umfassend in die Schulung unserer internen Mitarbeiter und die Gewinnung neuer Talente investieren.“

Daten als Grundlage für ein ganzheitliches Kundenerlebnis 

adidas treibt seit vielen Jahren gemeinsam mit SAP die Innovation voran. Auch Adaire Fox-Martin, President of SAP EMEA and Greater China, ging in ihrer Keynote auf diese Zusammenarbeit zur Entwicklung von Lösungen für das intelligente Unternehmen ein.

„Das gesamte Kundenerlebnis, die Möglichkeit, durch Produktivitätssteigerungen das Kostenmodell eines Unternehmens nachhaltig zu verbessern, und auch die Transformation unserer Arbeitsweise und unserer Interaktion mit Mitarbeitern – die Grundlage all dieser Innovationen sind Daten, vom Zugriff auf aussagekräftige Informationen bis hin zur Optimierung von Abläufen mithilfe dieser Informationen. In einer von Daten gesteuerten Welt ist Geschwindigkeit das A und O.“