Big Data in der Medizin: Ein Arzt hält ein Stethoskop und sieht sich Daten am Computer an.

Smart Health oder: Die Reise ins Ich

Gerade einmal drei Wochen ist es her, dass der Deutsche Ärztetag das Fernbehandlungsverbot gelockert hat und somit den Weg für Telemedizin in Deutschland geebnet hat. Ein erster Schritt in Richtung eines digitalen Angebots im Medizinbereich. Was in Zukunft noch alles möglich sein kann und welchen Mehrwert dies für jeden einzelnen haben kann, diskutierten am 30. Mai rund 60 Teilnehmer beim N3XTCODER-Event unterstützt von SAP im DATA SPACE.

„Wer glaubt, dass wir bis Ende des Jahrhunderts 180 Jahre alt werden?” fragt Moderator Leonhard Nima von N3XTCODER. Das Publikum, ausgestattet mit roten (= Nein) und grünen (= Ja) Abstimmungskarten, ist sich unsicher. Eine Teilnehmerin stellt die Gegenfrage: Ist das überhaupt erstrebenswert? Genau mit solchen ethischen Fragen beschäftigen sich die unterschiedlichen Panel-Teilnehmer an diesem sommerlichen Maiabend.

Intelligente Lösungen für das Gesundheitswesen

Frederike Wanstrath erzählt aus ihrem Alltag als User Experience Design Specialist bei SAP. Sie ist Teil eines weltweiten 200-köpfigen Teams, das sich um Innovationen im Gesundheitssektor kümmert. Am Innovation Center Potsdam entwickelt sie in enger Zusammenarbeit mit Ärzten und Krankenhäusern wie der Charité Lösungen für den Gesundheitssektor.

Dabei analysiert Frederike die Bedürfnisse der Ärzte im digitalen Kontext und erstellt passende Lösungen dafür: „Die Entscheidung, welche Daten den Ärzten gezeigt werden, entscheidet am Ende über Leben und Tod des Patienten. Daher nehmen wir unseren Auftrag sehr ernst und sind uns unserer Verantwortung bewusst.“

Bart de Witte, Director Digital Health für Deutschland, Österreich und Schweiz bei IBM und Stiftungsvorsitzender am futur/io-Institut geht noch einen Schritt weiter: „Es ist zu erwarten, dass in zehn Jahren Algorithmen die menschliche Leistung bei mehr als 80% der Diagnostik übertreffen werden. Sobald Algorithmen besser als Ärzte sind – was heute bereits in einigen Bereichen der klinischen Diagnostik der Fall ist – ist es dann noch ethisch, keine Algorithmen mehr zu verwenden?“ So argumentiert, wäre ein Doktor Algorithmus durchaus moralisch vertretbar.

Neue Geschäftsmodelle für das Gesundheitsmanagement

Zum Abschluss der N3XTCODER-Veranstaltung wird es politisch. Christian Kulick, Mitglied der Geschäftsführung beim deutschen Digitalverband Bitkom, schlägt vor, Modellregionen für digitale Gesundheitsinfrastrukturen zu kreieren. In diesen Regionen können sich Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken und Technologiefirmen verbinden und gemeinsam an digitalen Lösungen arbeiten. Mit Unterstützung der Politik könnten so agile Geschäftsmodelle entstehen, die anschließend in weiteren Regionen in Deutschland eingeführt werden könnten. Doch bis dahin mahnt er, die digitale Kluft in Deutschland zu überwinden und im Dialog über die Möglichkeiten der Digitalisierung mit der Gesellschaft zu bleiben.

SAP und das Ökosystem der Hauptstadtregion

Genau dieses Ziel verfolgt SAP mit den Aktivitäten in der deutschen Hauptstadtregion und setzt auf einen starken Austausch der Communities. Die N3XTCODER-Veranstaltung ist eines von zahlreichen Programmen, die SAP im Berliner Ökosystem unterstützt.

Hier finden Sie eine Auswahl an kommenden Veranstaltungen:

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