Digitales Fördermittelmanagement – mit SAP aus der Cloud

Besserer Service, mehr Effizienz: Die Digitalisierung soll unser Leben erleichtern – auch in der öffentlichen Verwaltung. Um Anträge schneller und effektiver zu bearbeiten, stellt die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) ihr System zur Vergabe von Fördergeldern in der Landwirtschaft auf eine SAP-basierte Cloud-Software um.

Demographische Veränderungen, Klimawandel, steigende Ansprüche der Verbraucher: Landwirte stehen heute vor großen Herausforderungen. Um diese leichter zu bewältigen, erhalten sie Unterstützung in Form von Fördermitteln. „Die Agrarförderung ist nicht nur ein hochkomplexes, sondern auch ein öffentlich vielbeachtetes Thema, sagt Gottfried Milde, Sprecher der Geschäftsleitung der WIBank. „Mit der pünktlichen Auszahlung der Direktzahlungen noch vor Weihnachten geben wir den hessischen Landwirten Planungssicherheit und finanziellen Spielraum für wichtige Investitionen.“

SAP-Lösung individuell anpassen

Damit das auch so bleibt, setzt die WIBank auf eine neue SAP-Lösung. Insgesamt arbeiten rund 600 Bank- und Behördenangestellte daran, hessischen Landwirten knapp 300 Millionen Euro Fördergelder pro Jahr aus dem Topf der EU bereitzustellen. Die Komplexität erfordert ein ebenso leistungsstarkes wie flexibles IT-System. Bislang verwendete die WIBank das weitverbreitete Antragssystem SEStERZ. Eine individuell angepasste Cloud-Lösung auf Basis von SAP-Standardtechnologie soll nun helfen, die Abläufe noch effizienter zu gestalten.

Die neue Software hilft dabei, den gesamten Prozess der Zuschussbeantragung zu bearbeiten, zu steuern und zu kontrollieren. Dabei verfügt das Programm über zahlreiche Funktionen, die von der Antragserfassung über die Berechnung bis hin zu Auszahlungen alle nötigen Arbeitsschritte abbildet. Außerdem werden die hohen Sicherheitsanforderungen von Banken und öffentlichen Verwaltungen erfüllt.

„Wir werden die ersten sein, die die Komplexität der landwirtschaftlichen Förderung mit einer SAP-Webtechnologie umgesetzt haben. Die Weichen für diesen Erfolg sind bereits gestellt“, sagt Uwe Ackermann, Bereichs- und Projektleiter der IBYKUS AG. „SAP bringt eine Reihe bewährter Basiskonstrukte mit, die für das Fördergeschäft von großem Nutzen sind. Gleichzeitig ist SAP offen für die landes- und fachspezifischen Anpassungen und dabei ready for HANA.“

Mitarbeiter entlasten, Bearbeitungszeiten verkürzen

Die Mitarbeiter werden mit der neuen SAP-Lösung komplexe Förder- und Beihilfeverfahren schneller und einfacher bearbeiten. Auch für die Landwirte bedeutet dies eine spürbare Entlastung in administrativen Prozessen und damit auch mehr Zeit. Zusätzlich erhält die WIBank Outsourcing-Services sowie ausreichend Rechenzentrumskapazitäten, damit die neue Lösung hochverfügbar betrieben werden kann und skalierbar ist. Insgesamt können dadurch Prozesse vereinfacht und Bearbeitungszeiten verkürzt werden.

„Mit unserer SAP-Strategie und den beiden IT-Dienstleistern IBYKUS und T-Systems sehen wir uns für die Zukunft gut aufgestellt, um unsere Digitalisierungsstrategie für die ganzheitliche Abwicklung der EU-Agrarförderung umzusetzen“, erläutert Gottfried Milde. Seine Erwartung: eine spürbare Entlastung der Mitarbeiter und gleichzeitig mehr Service für die Landwirte. „E-Kohäsion soll in Hessen kein Schlagwort sein, sondern gelebte Praxis.“

Dabei soll Agrarförderung auf Basis von SAP-Technologie erst der Anfang sein. Das erklärte Ziel: eine SAP-basierte Plattform für alle relevanten EU-Förderprogramme. Förderinstitute sollen ein Baukastenmodell an Fachapplikationen für spezifische EU-Fördergelder an die Hand bekommen, um diese effizienter und transparenter als bisher abzuwickeln. Egal ob einfache kommunale Förderverfahren oder komplexe, landes- und bundesweite Systeme – perspektivisch bearbeiten Mitarbeiter alle Antragsverfahren standardisiert auf einer einheitlichen Plattform.