IKEA setzt im Unternehmen und beim Möbeldesign auf Nachhaltigkeit

Für die meisten Leute ist eine weggeworfene Plastikflasche Müll – für IKEA ist sie eine Ressource. Das schwedische Möbelhaus hat für sich Unternehmenswerte festgelegt, und „Keine Ressourcen verschwenden“ ist einer davon.

Jährlich werden weltweit etwa 100 Milliarden Wasserflaschen verbraucht. Nur 30 Prozent davon werden recycelt, der Rest landet auf Müllhalden oder verschmutzt die Meere. Der Möbelriese hat es sich zum Ziel gesetzt zu beweisen, dass Recyclingkunststoff für die Massenproduktion von Einrichtungsgegenständen und Haushaltswaren genutzt werden kann. Ein Beispiel hierfür ist seine neue Küchenfrontenserie aus Kunststoff und recyceltem Industrieholz. Damit entstand eine Produktlinie, die nicht nur langlebig und schön, sondern auch nachhaltig ist.

Mit seinen anderen Unternehmenswerten wie „Anders denken“ und „Verantwortung übernehmen“ zeigt der Möbelgigant zudem, wie Kreislaufwirtschaft auch in großem Stil in jedem seiner Geschäftsbereiche funktionieren kann. „Wir untersuchen sogar Lösungen für die Wiederverwertung unserer Hardware, damit sie nicht auf einer Mülldeponie endet“, sagt Kristin Grimsdottir. Als Sustainablity Manager for Operations and Shared Services ist sie für ein Team verantwortlich, das nachhaltige IT-Lösungen für den IKEA-Konzern realisiert und betreibt.

Design für alle

Auf die Frage, wie die Zukunftsvision von IKEA aussieht, antwortet Kristin Grimsdottir bei der kürzlichen, von der SAP und der Singularity University gesponserten ThinkX-Veranstaltung in Stockholm voller Begeisterung: „Wir sind nicht einfach nur ein Möbelunternehmen: Unser Schwerpunkt ist das Leben zu Hause und wie wir den Alltag von Menschen besser machen können. Beispielsweise helfen wir unseren Kunden bereits, mit verschiedenen Solarpanelen und Batteriespeichern ihren eigenen Strom zu produzieren. Zudem untersuchen wir Möglichkeiten für das sogenannte „Urban Organic Farming“, also den Anbau von Bio-Lebensmitteln in der Küche”, erklärt sie.

Einer der Grundüberzeugungen von IKEA ist es, dass jeder ein Recht darauf hat, mehr aus seinem Zuhause zu machen. Die Geschäftsidee des Unternehmens besteht deshalb darin, Möbel mit gutem Design zu erschwinglichen Preisen für die Massen anzubieten. Für die Zukunft hat sich IKEA vorgenommen, noch preisgünstiger zu werden, damit noch viel mehr Menschen sich ein besseres Zuhause leisten können – ohne dabei Kompromisse beim Thema Nachhaltigkeit, Qualität oder Design zu machen.

Möglich wird dies durch das Unternehmensprinzip namens Democratic Design, also Design für alle. Bei jedem neuen Produkt legt das Designteam zuerst den Preis fest und entwickelt davon ausgehend ein funktionales Qualitätsprodukt aus nachhaltigen Materialien mit einer attraktiven Form.

Nachhaltiges Wachstum im E-Commerce

Alle Materialien wiederzuverwenden oder zu recyceln ist ein Aspekt für IKEA, sich fit für die Zukunft zu machen. Ein weiterer Aspekt für mehr Zukunftsfähigkeit ist, durch Digitalisierung die Effizienz des Unternehmens zu verbessern.

Natürlich gibt es bei IKEA Innovationen in Hülle und Fülle. Aber bei einem nahtlosen Kundenerlebnis – einem Muss in der digitalen Welt – gibt es noch Nachholbedarf. IKEA betreibt zwar aktiv seine E-Commerce-Lösung, dennoch gibt es an der E-Commerce-Front laut Grimsdottir noch Verbesserungspotenzial. Aber auch in anderer Hinsicht setzt IKEA auf digitale Technologien: „Wir haben beispielsweise mit IKEA Place eine Augmented-Reality-App eingeführt, mit der man sein Zuhause virtuell einrichten kann“, sagt sie.

Neue Ideen wie Augmented-Reality-App

Für das kontinuierliche Wachstum von IKEA ist es erforderlich, die Geschäftsbereiche und die IT so umzugestalten, dass eine moderne IT-Landschaft implementiert werden kann. Außerdem muss das Möbelhaus leistungsfähige Analysefunktionen entwickeln und effizientere durchgängige Prozesse einführen. Vor allem aber erfordert ein stetiges Wachstum von IKEA, dass die Mitarbeiter voll und ganz dahinterstehen.

„Permanente Veränderung ist die neue Normalität“, sagt Grimsdottir. „Deshalb ist es wichtig, dass wir alle versuchen, offen dafür zu sein. Wir setzen nicht auf Automatisierungstechnologie und künstliche Intelligenz, um Mitarbeiter einzusparen, sondern um weniger Abfälle zu produzieren und effizienter und genauer zu arbeiten. Es ist wichtig, besser zu werden, denn nur so können wir die Erwartungen unserer Kunden erfüllen. Und unseren Mitarbeitern gibt es die Möglichkeit, zu wachsen und ihre menschlichen – und weniger die „roboterähnlichen“ – Fähigkeiten weiterzuentwickeln, die wohl in Zukunft eine noch größere Rolle spielen werden.“

Jedes Unternehmen hat sich einem höheren Ziel verschrieben. Für IKEA besteht es darin, „einen besseren Alltag für die vielen Menschen zu schaffen“, ohne Kompromisse bei Preis, Form, Funktion, Qualität oder Umwelt zu machen.

Denn, wie IKEA-Gründer Ingvar Kamprad zu sagen pflegte: Einen Schreibtisch für 1.000 US-Dollar entwickeln kann jeder Möbeldesigner, einen funktionalen, nachhaltigen und schönen Schreibtisch für 50 US-Dollar können nur die besten.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf der Plattform Medium.com in der Kategorie SAP Innovation Spotlight veröffentlicht.