SAP S/4HANA Finance: Konzernberichtswesen in der Cloud

In der Unternehmenssoftware setzt sich Cloud Computing in immer mehr Bereichen durch, und auch CFOs und das Finanzwesen sollten sich für den Umstieg auf cloudbasierte Anwendungen bereit machen. So sollen laut einer Prognose von Gartner bis 2020 etwa 36 Prozent aller operativen Systeme in der Cloud betrieben werden.

Besonders Finanzanwendungen sind von diesem Wandel betroffen, und schon jetzt werden Jahr für Jahr mehr Funktionen in die Cloud verlagert. Vor nicht allzu langer Zeit noch glaubten viele Unternehmen nicht an den Mehrwert von Cloud-Anwendungen für ihr Geschäft. Doch die umfangreichen Effizienz- und Produktivitätssteigerungen, die mit modernen cloudbasierten Applikationen einhergehen, führen zu einer rasant steigenden Einführungsrate. Einfach zu implementierende, vorkonfigurierte Cloud-Modelle ermöglichen es Firmen, schnell auf Unternehmensausgliederungen oder -fusionen zu reagieren oder die Automatisierung in ihrem Unternehmen voranzutreiben. Cloudbasierte Prozesse lassen sich zudem Dienstleistern und Beratern bei Bedarf leichter zugänglich machen.

Ein Bereich im Finanzwesen, der besonders von den Fortschritten in der Cloud-Technologie profitiert und vereinfacht werden konnte, ist das Konzernberichtswesen. In der Cloud sind die Buchhaltungsprozesse rund um den Konzernabschluss und den Abschluss von Geschäftseinheiten zur Finanzberichterstattung der nächsten Generation zusammengewachsen. Diese Konsolidierung erfüllt eine weitere Prognose von Gartner, wonach Funktionen für den Finanzabschluss bis 2023 in Kernlösungen für das Finanzmanagement integriert sein werden. Schon jetzt wird eine neue, cloudbasierte SAP-Lösung für das Konzernberichtswesen entwickelt – fünf Jahre früher, als von Gartner vorausgesagt.

Verbesserungspotenzial in der finanziellen Konsolidierung

Die finanzielle Konsolidierung ist ein Schritt im Finanzabschluss, der sowohl mit großer Komplexität als auch mit hohen Risiken verbunden ist. Grund dafür sind die zahlreichen involvierten Geschäftseinheiten, ERP-Systeme, lokalen Rechnungslegungsvorschriften, Währungen und Mitarbeiter, die großes Fehlerpotenzial bergen. Wenn Prozesse im Berichtswesen einzelner Geschäftseinheiten anders verwaltet werden als im Konzernberichtswesen, führt dies häufig zu Datensilos. Dies kann Ineffizienz und Zeitverluste zur Folge haben, da entweder eine doppelte Rechnungslegung erfolgt oder Einblicke in wichtige Details verborgen bleiben, die für den Abschluss am Monatsende erforderlich sind.

Vergleichen wir beispielsweise Wirtschaftsprüfer, die in der Zentrale eines Unternehmens arbeiten, und Wirtschaftsprüfer, die in einem Tochterunternehmen tätig sind. Die letztere Gruppe muss am Monatsende nicht nur den Abschluss für ihre eigene Gesellschaft erstellen, sondern auch Daten an die Zentrale weiterleiten, um Prozesse auf Konzernebene zu unterstützen. Dafür sind manuelle Anpassungen, der Zugriff auf lokale und unternehmensspezifische Tools und die Erstellung von zwei Ergebnissätzen erforderlich, um unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards gerecht zu werden.

Doch nicht nur ein zu hoher Zeitaufwand gehört zu den Symptomen überholter Workflows im Berichtswesen. Über isolierte Systeme verteilte Finanzdaten können auch weitere Konsequenzen nach sich ziehen. Dazu gehören:

  • unvollständige Buchhaltungsdaten, in denen beispielsweise Details zu gesellschaftsübergreifenden Transaktionen oder Informationen zu Anlagenbewegungen für die Automatisierung von Anlagenspiegeln fehlen,
  • undurchsichtige Datenzuordnung von operativen Details zu aggregierten Konzernstrukturen,
  • auf Konzernebene stark aggregierte, zugeordnete Daten, die Business-Analysten keine Möglichkeit zur Einsicht in operative Details bieten und die Verwendung von automatisierten Analysen verhindern,
  • langwierige Abstimmungsprozesse zwischen Konzern und Tochtergesellschaft, um zusätzliche Details in Erfahrung zu bringen, sowie
  • nicht gemäß den Gesellschafts- oder Konzernrichtlinien erfasste Daten.

SAP S/4 HANA Finance für das Konzernberichtswesen löst diese Probleme, denn es vereint alle Funktionen in einer übergreifenden Lösung. Wenn alle Parteien auf die zugrundeliegenden Finanzdaten zurückgreifen können, ist eine präzisere Rechnungslegung und ein höherer Automatisierungsgrad möglich.

Vereinfachung des Konzernberichtswesens

In der konsolidierten Berichterstellung geht es darum, eine über die gesellschaftsspezifische Perspektive hinausgehende, konzernübergreifende Sicht zu schaffen und Abschlüsse als Einheit darzustellen. In einem zentralen System werden Fehler früher im Prozess entdeckt, sodass die Daten bereits gut aufbereitet vorliegen, wenn es an die Erstellung eines Abschlusses geht. Das System stellt alle Details automatisch zur Verfügung und ist flexibel an die sich stetig ändernden Anforderungen anpassbar, die im digitalen Zeitalter an das Berichtswesen gestellt werden. Zudem bildet es die Grundlage für vorausschauende Analysen und die Automatisierung von Prozessen.

Im Hinblick auf eine kontinuierliche Rechnungslegung kann die finanzielle Konsolidierung maßgeblich dazu beitragen, Informationen schneller bereitzustellen. Der Umstieg auf ein virtuelles Konzernberichtswesen und die Ausführung von Konsolidierungsaufgaben in Echtzeit liefert Unternehmen jederzeit detaillierte Einblicke in ihre Geschäftsabläufe. Wenn die Konsolidierung und Planung in derselben Anwendung erfolgen, entsteht die ideale Plattform, um rollierende Prognosen für in Echtzeit konsolidierte Ergebnisse durchzuführen. In Kombination mit den Funktionen von SAP S/4HANA Finance für das prognosebasierte Rechnungswesen wird die SAP Entscheidungsträgern schon bald zu jedem Zeitpunkt die besten verfügbaren Zahlen und verschiedene Szenarien bereitstellen können.

Fortschrittliche Technologien für das Konzernberichtswesen helfen Unternehmen außerdem, ihre Abschlussprozesse zu beschleunigen. Eine kürzlich im Wall Street Journal erschienene Studie zeigt, dass Unternehmen, die für den Abschluss neue Technologien verwenden, zum oberen Quartil gehören und im Schnitt 3,5 Tage für den Quartalsabschluss benötigen, während Unternehmen, die hauptsächlich auf Tabellenkalkulation setzen, im unteren Quartil landen und 7,5 Tage oder mehr brauchen. Kontinuierliche Rechnungslegung und das Konzernberichtwesen können Abschlusszyklen für Finanzabteilungen um bis zu sieben Tage verkürzen, sodass ihnen mehr Zeit für wertschöpfende Aufgaben bleibt.

The Best Run SAP

Mit der richtigen Informationstechnologie kann das Rechnungswesen die Datenqualität, Geschwindigkeit und Transparenz von Prozessen im Konzernberichtswesen erhöhen und die Abläufe im Unternehmen vereinfachen und optimieren. Eine einheitliche Datenbasis stärkt das Vertrauen von Unternehmensvorstand, Aktionären und Geschäftspartnern in die Zahlen der Finanzabteilung und sorgt gleichzeitig dafür, dass weniger Zeit und Ressourcen erforderlich sind, um sie zu produzieren.

Ulrich Schlüter ist Senior Development Manager bei der SAP SE.