Die größten Mythen rund um SAP HANA

Die In-Memory-Technologie SAP HANA gilt Analysten zufolge als eine der größten deutschen Innovationsleistungen der vergangenen Jahrzehnte. Schließlich lassen sich darüber sowohl bestehende Kernanwendungen optimieren als auch innovative Geschäftsprozesse und Anwendungen abbilden. Zugleich ranken sich aber auch etliche Mythen um SAP HANA. Wir räumen damit auf.

Mythos 1: SAP HANA ist primär eine Datenbank

Das war einmal. Innerhalb der vergangenen Jahre wurde SAP HANA von einer relationalen In-Memory-Datenbank zu einer vielseitigen Plattform weiterentwickelt. Diese hilft nicht nur, IT-Landschaften zu vereinfachen sowie Administrations- und Entwicklungskosten zu reduzieren, sondern gilt inzwischen vielerorts als Fundament für das intelligente Unternehmen.

Über die Plattform lassen sich
– bestehende Anwendungen nachhaltig beschleunigen
– operative Daten in Echtzeit kennzahlenbasiert auswerten
– lokationsbasierte (Spatial) sowie unstrukturierte Massendaten in Echtzeit verarbeiten
– prädiktive Analysen, Data Mining, Machine Learning und Blockchain-Technologien realisieren
– innovative Lösungen und Anwendungen für das intelligente Unternehmen ganzheitlich umsetzen – von der Entwicklung bis zur Bereitstellung.

Mythos 2: SAP HANA ist teuer

Viele Unternehmen glauben, sich SAP HANA nicht leisten zu können. Zugleich hat die SAP-Lizenzpolitik in der Vergangenheit etliche Entscheider verunsichert. Deshalb hat SAP zu Beginn des Jahres ein neues Preismodell für die SAP HANA Full-Use-Lizenz eingeführt. Es staffelt die Investitionskosten in fünf Stufen. Dabei gilt: Je höher das gesamte Datenvolumen, desto geringer der Stückpreis der einzelnen Datenpakete. Im Bereich von 16 Terabyte Daten aufwärts zahlen Unternehmen nur noch ein Viertel der bisherigen Kosten – und profitieren gleichzeitig von deutlich erweiterten Speichermöglichkeiten. Denn dank impliziter Komprimierung bietet SAP HANA ein wesentlich höheres Speichervolumen als herkömmliche Datenplattformen.
Zugleich lassen sich die Investitionskosten auch durch ein sorgfältiges Sizing reduzieren. Denn nur Daten, die im Produktivsystem gehalten werden, fallen unter die Lizenzpflicht, ausgelagerte Daten, Entwicklungs- und Testsysteme dagegen nicht.
Ein weiterer Vorteil: Wer einmal in die datenbasierte SAP HANA-Full-Use-Lizenz investiert hat, muss keine weiteren SAP HANA-Aufschläge zahlen.
Das ist bei der eingeschränkten Runtime Edition anders: Hier werden bei jedem Kauf einer neuen SAP-Lizenz 15 Prozent SAP-HANA-Zuschlag fällig. Wer dies künftig verhindern will, kann bestehende Runtime-Lizenzen kostengünstig auf SAP-HANA-Full-Use umstellen. Und wer den Leistungsumfang der Allround-Plattform erst einmal unverbindlich testen möchte, kann sich die kostenlose Version SAP HANA Express herunterladen. Damit lassen sich produktive Anwendungen mit geringem Speicherbedarf von bis zu 32 GByte kostenfrei entwickeln, testen und implementieren.

Mythos 3: SAP HANA ist nur für SAP-Anwendungen geeignet

Um diese Aussage korrekt zu beleuchten gilt es, zwischen SAP HANA Runtime Edition und SAP HANA Full-Use-Lizenz zu unterscheiden. Korrekt ist, dass die SAP HANA Runtime Edition ausschließlich für den Einsatz von SAP-Anwendungen konzipiert ist und lediglich ein Arbeiten auf Applikationsebene ermöglicht. SAP HANA Full-Use hingegen erschließt die volle Funktionalität der Plattform. Im Klartext heißt das: Das Paket lässt sich mit SAP- und Nicht-SAP-Systemen einsetzen und ist in der Lage, verteilte Daten in hybriden Umgebungen zu verarbeiten. Zudem ermöglicht die Volllizenz, im Gegensatz zur eingeschränkten Version, beispielsweise das Arbeiten auf Datenbankebene, die Nutzung unterschiedlicher Funktionsbibliotheken sowie die Entwicklung nativer Anwendungen.

Mythos 4: SAP HANA ist mit hohen Zusatzkosten für Hardware verbunden

Das Vorurteil, SAP HANA könne nur über eine exotische und teure Hardware betrieben werden, trifft ebenfalls nicht zu. Die Anforderungen an die Infrastruktur sind im Laufe der Jahre gesunken. Heute lässt sich die Plattform auf verschiedenen, zertifizierten Standard-Industriekomponenten nutzen. Zudem können die Hardwarekosten durch sorgfältiges Sizing optimiert werden. Denn die Größe – und damit der Preis – des erforderlichen In-Memory-Speichers lässt sich ganz einfach reduzieren. Dazu gilt es, die Nutzungsschichten im Warm-Standby auf günstigere Schichten – etwa Festplatte, Cloud oder Hadoop – zu verlagern. Das verändert die Zugriffszeiten auf aktiv genutzte Daten kaum, reduziert die erforderlichen Infrastrukturinvestitionen aber spürbar. Durch intelligentes Data Tiering wird diese Verlagerung automatisiert.
Last but not least bietet SAP die In-Memory-Plattform auch über unterschiedliche Bereitstellungsmodule an: Wer hohe Anfangsinvestitionen vermeiden will, kann SAP HANA auch aus der Cloud beziehen oder sich ein hybrides Bereitstellungsmodell wählen. Insgesamt unterscheiden sich damit die Hardwarekosten für den Betrieb von SAP HANA  heute kaum noch von denen einer klassischen Datenbank-Infrastruktur.

Mythos 5: SAP HANA ist nur für SAP-Experten geeignet

SAP HANA ist eine offene Plattform, die unterschiedlichste Programmierstandards unterstützt – darunter auch die weitverbreitete Datenbanksprache SQL. Dementsprechend lässt sich SAP HANA neben SAP-Anwendungen problemlos auch als Datenbankplattform für die Applikationen von Drittanbietern nutzen und erfordert somit keine tiefergehenden SAP-Programmierkenntnisse. Konkret heißt das: Über SAP HANA lassen sich Tabellen nativ – also ohne ABAP – anlegen, befüllen und per SQL-Befehl auslesen. Dazu stehen außerdem geeignete Tools zur Verfügung. Darüber hinaus unterstützt SAP HANA auch SAP UI5 / Fiori und damit das Design nativer Unternehmensanwendungen. Die in SAP UI5 enthaltenen Interaktionspatterns erleichtern die Entwicklung betriebswirtschaftlicher Applikationen und beschleunigen somit deren Bereitstellung.