CHALLENGE 2025: Das Strategie-Update der Fressnapf-Gruppe

Für die Zukunfts- und Wachstumsstrategie CHALLENGE 2025 bindet die Fressnapf-Gruppe die Ideen ihrer Mitarbeiter aktiv mit ein. Digitale Geschäftsmodelle spielen in dem zunehmend Cross-Channel-orientierten internationalen Unternehmen eine immer wichtigere Rolle.

Das Sensorhalsband für den Hund funktioniert ähnlich wie der Fitness-Tracker für Menschen. Es registriert und monitort, wo der Hund sich aufhält und misst, wie viel und wie schnell er täglich unterwegs ist. Darüber hinaus bietet es weitere „hundespezifische Mehrwerte“: Es zählt etwa, wie oft der Vierbeiner bellt und wie lange seine Ruhephasen im Körbchen sind. Aus diesen Daten – so die Kernidee dieses Gadgets – wird schließlich eine Futterempfehlung entwickelt. Diese wird individuell zusammengestellt und berücksichtigt sogar, wie sie sich verändert, wenn etwa eine Hündin aktuell trächtig ist. Dieser digitale Service ist vielleicht noch Zukunftsmusik, doch gibt es bereits einen ersten Prototyp gemeinsam mit SAP. „Uns interessiert, welche digitalen Geschäftsmodelle für den Erfolg der Fressnapf-Gruppe im Jahr 2025 wichtig werden“, erläutert der IT-Chef des Tierbedarfshändlers Benjamin Beinroth. Solche und ähnliche Ideen stehen bei der Fressnapf-Gruppe auch im aktuellen Strategie-Update-Prozess auf der Agenda. Über 1.700 neue Ideen liegen derzeit auf dem Tisch und werden in den nächsten Wochen von der Geschäftsführung, Geschäftsleitung und Mitarbeitern des „Corporate Development“ begutachtet. Zudem werden Experten aus der IT oder anderen Fachbereichen hinzugezogen.

Fressnapf: 90 von 172 Ideen bereits umgesetzt

Bereits vor zwei Jahren hatte die Fressnapf-Gruppe insgesamt 240 Projektideen aus Fachabteilungen und IT im Unternehmen bekommen. Daraus wurden schließlich 172 konkrete Projekte identifiziert, deren Umsetzung im Oktober 2016 gestartet worden ist. Bis heute sind bereits rund 90 dieser Projekte abgeschlossen. So entstand etwa ein „Customer Decision Tree“ – ein Entscheidungsbaum, der dem Unternehmen zeigt, welche Effekte die (Kauf-)Entscheidung eines Kunden im Fressnapf-Markt beeinflussen. Eine App zum Thema „Planogramme“ unterstützt die Märkte beim Managen von Produkten im Markt. Zudem wurde der Produktentwicklungsprozess im Bereich der 16 Fressnapf-Marken optimiert. Handelssysteme wurden im Rahmen der „strategisch bedeutenden Retail Excellence“ (Beinroth) auf den neuesten technischen Stand gebracht. Ein automatisches Kleinteilelager wurde am Haupt-Logistikstandort in Krefeld errichtet und nicht zuletzt entstand ein Kampagnenmanagement, auf dessen Basis künftig zielgerichtete Marketingaktionen über alle Kanäle ausgespielt werden können.

Konsolidierte Sicht über Gesamtgeschäft und globale Marketingkampagnen

Schritt für Schritt wachsen die einzelnen Vertriebskanäle der Fressnapf-Gruppe zusammen – eine Voraussetzung dafür, eine konsolidierte Sicht über das Gesamtgeschäft und globale Marketingkampagnen zu bekommen. „Der Online-Handel wächst momentan besonders kräftig“, sagt Beinroth. In Deutschland legt er bislang jährlich deutlich im zweistelligen Prozentbereich zu. Allerdings hat die Fressnapf-Gruppe den auf SAP Hybris basierenden Online-Shop bislang zunächst „nur“ in Deutschland im Einsatz. Das soll sich aber noch in diesem Jahr ändern und der internationale Rollout intensiv vorangetrieben werden. Zudem will sich die Fressnapf-Gruppe von Playern wie Amazon dadurch abheben, dass „wir den Service, die Beratung und die Qualität im Internet abbilden können, die die Kunden von uns aus dem stationären Geschäft gewohnt sind.“

Die drei anstehenden Meilensteine

Entsprechend sind die nächsten Meilensteine gewählt:

1. Einheitliches globales Produktinformationssystem (auf Basis von SAP Hybris Product Content Management) im Juli 2018

Eine wichtige Voraussetzung für den künftigen Cross-Channel-Ansatz der Fressnapf-Gruppe besteht darin, eine gemeinsame Basis für Produktinformationen zu haben. „Unser Ziel ist es, Wissen zu bündeln und zu teilen und keine singulären Lösungen zu kreieren“, betont Manuel Cranz, Head of IT Enterprise Architecture. Um die Internationalisierung des Online-Shops optimaler voranzutreiben, ist außerdem ein unternehmensweit einheitlicher Produktkatalog notwendig. Das Hybris „PCM“ als neue Single Source of Truth wird zudem die Prozesse im Kampagnenmanagement sowie im Promotion Management beschleunigen und eine gute Grundlage für den mittelfristig geplanten internationalen Rollout des Online-Shops sein.

2. Globale Promotion-Planung (mit Hilfe von SAP Promotion Management for Retail) ab Oktober 2018

Bisher arbeiteten die Fachbereiche in erster Linie mit Excel-Listen, um verkaufsfördernde Maßnahmen wie etwa Handzettel für die Märkte, Online-Kampagnen oder kundenspezifische Kampagnen lokal zu planen und zu steuern. „Künftig werden wir diese Prozesse global harmonisieren“, erläutert Cranz, der künftig sämtliche Promotions aller Landesgesellschaften zusammenführt. „Wir wissen, wer welche Promotions durchführt und welchen Auswirkung diese Kampagne auf die Marge hat“, unterstreicht auch Benjamin Beinroth, der über sein SAP-Business-Intelligence-System und der auf SAP CAR aufgesetzten SAP PMR künftig sogar frühzeitig simulieren kann, ob sich eine Promotion tatsächlich lohnen wird.

3. Kanalunabhängig Promotions entwickeln und ausspielen (mit Hilfe von Omnichannel Pricing Promotion) ab Oktober 2018

Bislang war es nötig, an verschiedenen Stellen der Wertschöpfungskette wie im Promotion Designer von GK Kasse, SAP Hybris bis hin zu SAP Retail die Aktionspreise einzutragen. Die Funktionalität SAP OPP ermöglicht, zeitlich festgelegte Promotionen und Preise an definierten „Touchpoints“ automatisiert zentral auszuspielen. „Über SAP Promotion Management for Retail pflegen wir die Daten und geben sie dann ans OPP weiter“, so Cranz, der diese beiden Implementierungen deshalb in einem Projekt aufgesetzt hat. Weiterer Vorteil: Es wird eine Flexibilität erreicht, weil mögliche Anpassungen, die etwa in SAP Hybris und GK vorgenommen werden mussten, künftig direkt über OPP möglich werden.

Über 20 Prozent Wachstum des Online-Geschäfts in Deutschland zeigen Beinroth, dass hier „entschieden mehr geht“.