Mode 2 Garage: SAP Schweiz im Start-up-Modus

Seit 2017 entsteht in der Nähe des Züricher Flughafens der fünfte Switzerland Innovation Park. Mit dabei ist SAP Schweiz mit der „Mode 2 Garage“. Die Idee: Unternehmen darin unterstützen, auf Basis einer konkreten Idee innerhalb von fünf Tagen einen Prototypen zu bauen – idealerweise als Grundlage für einen späteren Piloten.

Schon vor dem Startschuss der „Mode 2 Garage“ von SAP Schweiz im Switzerland Innovation Park bei Zürich am 13. August 2018 sind die ersten Slots gebucht: In einwöchigen Sprints werden Unternehmen zusammen mit SAP Prototypen entwickeln, die später als Basis für Pilotprojekte dienen sollen. „Mode 2 steht für Geschwindigkeit und Agilität“, erläutert Victor Leuenberger. Der Geschäftsführer von SAP Digital Business Services, SAP Schweiz ist davon überzeugt, dass Innovation „nicht in einem gepflegten Konferenzraum“ stattfindet, sondern vielmehr in einem kreativeren Umfeld.

Die „Mode 2 Garage“ wird also ähnlich bunt, mit Flipcharts, Post-its und Fail-early-fail-often-Plakaten ausgestattet sein wie Open Spaces von Start-ups. „Wobei die Ideen, die hier angegangen werden, bereits oft sehr konkret sind“, erläutert das Mitglied der Geschäftsleitung der SAP (Schweiz) AG Leuenberger, der also nicht ganz so viel Wert legt auf die Ideenfindung, sondern vielmehr auf die konkrete Ausprägung und Umsetzung einer Idee, die Unternehmen mitbringen. Das Ziel ist ein Minimal Viable Product (MVP). „Design Thinking wird in unserem Konzept also eher zum Schärfen bereits bestehender Ansätze genutzt“, so Leuenberger, der sich von der Mode 2 Garage besonders verspricht, dass Unternehmen, die Projekte ausschreiben, sich künftige diese Woche bei SAP zu einem eher symbolischen Preis von 5.000 Euro „gönnen“, um herauszufinden, ob ihre Idee trägt und technisch mit SAP realisierbar ist.

One Week – One Challenge: Grundlage für Prototypen

Anders als bei Hackathons, bei denen viele Programmierteams im Wettbewerb zueinander ihre Ideen zum Prototyp entwickeln, fokussiert sich SAP beim Konzept der Mode 2 Garage auf ein einziges Unternehmen, das bereits eine konkrete Idee mitbringt. „One Week – One Challenge“, so lautet das Motto. Die fünf kreativen Tage werden immer nach einem ähnlichen Muster ablaufen.

DESIGN: Am ersten Tag – der Design-Phase – geht es darum, die Idee zu überprüfen und falls nötig innerhalb eines Innovations-Workshops und mit Hilfe von Design Thinking den Ansatz nachzujustieren.

BUILD: Vom zweiten bis zum vierten Tag starten in der Regel 6er-Teams in die so genannte BUILD-Phase – mit jeweils drei Experten von SAP und drei vom Kunden. Dann wird auch Daniel Kölsch, neben Victor Leuenberger Treiber und Mitinitiator der Mode 2 Garage, aktiv. Der auf Innovationsthemen spezialisierte Lösungsarchitekt wird die SAP-Teams leiten und mit dazu beitragen, dass eine skalierbare Lösung in kürzester Zeit entsteht, die MVPs nach drei Tagen realisiert und präsentationsreif sind, damit weitere Schritte in einer Roadmap definiert werden können. Dem gelernten Wirtschaftsinformatiker kommt entgegen, dass er seit zehn Jahren Kunden direkt berät und Planungen, Aufwandsabschätzungen oder Projekte durchführt. „Sprint-Leads“ wie Kölsch fungieren einerseits als Experten für die Umsetzung, zudem sind sie für die Koordination, die Planung und auch die Nachbereitung zuständig.

SHOW: Am letzten Tag – SHOW-Phase genannt – ist die Live-Demo der Prototypen vorgesehen. „Ein guter Tag, um auch dem Management des Unternehmens die Lösung zu präsentieren“, erläutert SAP-DBS-Geschäftsführer Leuenberger. Denn das Ziel liegt sowohl beim Kunden als auch bei SAP darin, einen geistigen wie finanziellen Sponsor für die nächsten Schritte zu finden – also einen Piloten zu entwickeln und dann die Lösung im Unternehmen zu etablieren.

Mode 2 Garage: 15 Innovationswochen bis Jahresende

Kölschs primäres Ziel liegt zunächst darin, durch seine engen Kontakte zu den Kunden die Pipeline zu füllen und im laufenden Jahr 2018 zusammen mit dem SAP-Vertriebsteam möglichst 15 „Innovationswochen“ auf die Beine zu stellen. „Die Location haben wir bereits, künftig wird es immer wieder darum gehen, die geeigneten Experten für die kommenden Projekte zu finden und weitere Projekte zu akquirieren“, erläutert Kölsch. Ein Kernteam von mindestens sechs SAP-Experten wird kontinuierlich vor Ort sein und zudem ein Pool an Spezialisten zur Verfügung stehen, die sich mit einzelnen Innovationsthemen oder Branchen besonders gut auskennen. Und dann werden – so die Planung – jeweils drei Sprint-Wochen hintereinander stattfinden, ehe eine „Ruhewoche“ eingehalten wird, in der absolvierte Projekte nachbereitet und neue Projekte vorbereitet werden.

Try-fast-fail-fast-Ansatz: Innovationen im SAP-Umfeld validieren

Nicht alle Projekte werden nachher ein Erfolg sein. Das liegt in der Natur des Try-fast-fail-fast-Ansatzes, der der schnellen Validierung von frühen Produktideen dient. Dabei unterstützt die Mode 2 Garage gezielt Unternehmen, die besonders SAP-nah Innovationen validieren wollen. „Nach einer Woche zu erkennen, ob ein Ansatz sinnvoll war oder nicht, ist selbst dann zu verschmerzen, wenn es nicht klappt“, befindet Leuenberger, der natürlich schon allein aus wirtschaftlichen Gründen am liebsten jeden zweiten Prototyp zur Weiterentwicklung an seine Kollegen übergeben würde. Doch selbst wenn es nicht gelingt: „Für uns ist es zunächst wichtig, dass die Kunden nachher sagen: Das war eine echt coole Sache“, sagt Leuenberger. Und vielleicht auch: „So kennen wir SAP ja gar nicht.“

Information

Wer Interesse hat, in der Mode 2 Garage dabei zu sein, kann sich gerne an SAP DBS Schweiz wenden oder eine Mail schreiben an: SAPGARAGE@sap.com.