Mit SAP Analytics Cloud Straftaten visualisieren und prognostizieren

Leben wir in einer sicheren Umgebung? Eine einfache Frage, die viele weitere Fragen nach sich ziehen kann. SAP-Mitarbeiter Jason Yeung strukturierte die Daten der Straftaten in Boston.

Mein Sohn fragte mich vor Kurzem, ob wir in einem sicheren Gebiet leben würden. Meine Antwort lautete selbstverständlich ja, aber ich hatte keine Daten, um diese Aussage zu verifizieren. Glücklicherweise stellt die Stadt Boston all diese Daten der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Als Newbie bei SAP entschied ich mich, einen Testlauf mit SAP Analytics Cloud zu starten, um herauszufinden, ob ich diese Daten mit einigen Analysen besser nutzbar machen kann. Ich fing mit den einfachsten Fragen an und arbeitete mich vor zu den schwierigsten Fragen. Dabei kam ich zu folgenden Erkenntnissen.

Wird die Zahl der Straftaten in Zukunft eher steigen oder sinken?

Anhand dieser historischen Daten können wir die Anzahl der Vorfälle für die nächsten sechs Monaten genau vorhersagen. Und wir können sehen, dass die Kurve voraussichtlich eher abflachen wird.

Gibt es heute in Boston mehr oder weniger Vorfälle als früher?

In allen Bezirken wurden weniger Vorfälle gemeldet – auf Monats-, Quartals- und Jahresbasis, mit Ausnahme von „Part Three Incidents“, bei denen von 2016 auf 2017 ein Anstieg zu verzeichnen war.

Was sind Part One, Part Two und Part Three Incidents?

Die in den USA jährlich erscheinenden Uniform Crime Reports (UCR) unterteilen Straftaten nach Schweregrad in drei Gruppen. „Part One“ sind schwere Verbrechen, „Part Two“ sind weniger schwere Verbrechen, die aber auch zu Festnahmen führen und „Part Three“ sind Straftaten, die keine Verhaftung zur Folge haben. Folgende Arten von Vorfällen fallen in diese Berichtskategorien.

Welche Stadtteile haben die höchste Kriminalitätsrate?

Dieses Jahr wurden die meisten Vorfälle in South End, Charleston und Roxbury gemeldet. Doch all diese Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Wie sieht es mit einer GeoMap aus?

Eine Karte ist eine übliche und effektive Methode, um solche Ergebnisse darzustellen. Bei öffentlichen Daten sind Karten gut geeignet, denn sie helfen, Trends schnell zu erkennen. Wenn man das Gebiet kennt, ist dies eine sinnvolle Methode. In diesem Beispiel wird auf den ersten Blick deutlich, wo es besonders viele Vorfälle gibt: im South End, im Zentrum von Boston und in Roxbury.

Wenn wir die Karte verkleinern, sehen wir all die roten Punkte, die eine höhere Konzentration in genau diesen Gebieten anzeigen.

Welche Variablen führen zu Gewaltverbrechen?

Bevor wir diese Daten weiter analysieren, ist zu beachten, bei welchen Variablen die Wahrscheinlichkeit für Gewaltverbrechen höher ist. Unsere Analysen und Schlussfolgerungen haben dann mehr Relevanz. Mithilfe eines Klassifizierungsalgorithmus und den vorausschauenden Analysen von SAP Analytics Cloud können wir sehen, bei welchen Variablen (oder Spalten in unserem Datensatz) die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass es zu einem Gewaltverbrechen kommt.

Die Grafik unten zeigt, dass das Meldegebiet, die Tageszeit und die Straße die drei wichtigsten Variablen sind. Deshalb lohnt es sich, diese zu analysieren.

In welchen Stadtteilen gibt es die schlimmsten Verbrechen?

Da das Gebiet die wichtigste Variable ist, können wir nach den gewalttätigsten Straftaten filtern und sehen dann, dass solche Vorfälle meist aus Roxbury, Mattapan und Dorchester gemeldet werden. Dabei handelt es sich um schwere Straftaten wie Tötungsdelikte und schwere Körperverletzung.

Wo und wann finden diese schlimmen Verbrechen statt?

Die zweit wichtigste Variable ist die Tageszeit.  Und es überrascht nicht, dass die meisten dieser Straftaten abends oder nachts begangen werden.

 

In welchen Straßen ist es nachts am gefährlichsten?

Hier können wir sehen, dass die Wahrscheinlichkeit für nächtliche Schießereien in der Washington Street und der Blue Hill Avenue am größten ist.

Was bedeutet dies für die Stadt Boston?

Daten sind allgegenwärtig. Aber ohne Analysen sind es einfach nur Daten. Mit Tools wie SAP Analytics Cloud können daraus aussagekräftige Informationen gewonnen werden, die bessere und fundiertere Entscheidungen ermöglichen. Für die Stadt Boston kann dies eine sinnvolle Methode sein, der Öffentlichkeit zu zeigen, welch gute Arbeit die Einsatzkräfte leisten und dass ihr Engagement dem Gemeinwohl dient.

Jason Yeung ist Senior Director für den Bereich Analytics bei SAP.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf der Webseite SAP Analytics.