Daten: Strategisches Asset im Handel

Daten haben das Potenzial, neue Umsätze zu schaffen, den Kunden glücklicher zu machen und das Unternehmen effizienter: Doch noch zu oft lassen Händler die Chancen verstreichen, die in der Intelligenz von Daten liegen.

Elvir Faskel war ratlos: Als Anfang August eine Hitzewelle mit Temperaturen von über 35 Grad Deutschland überzog, war in Berlin nicht ein einziger Ventilator zu bekommen. „Ich hätte jeden Preis dafür bezahlt“, sagt der SAP-Experte für Innovationsthemen im Handel. Doch selbst die Läger von Amazon waren leergefegt. Dass die Temperaturen steigen würden, war durch Wettervorhersagen schon viele Tage früher klar, doch keiner der Händler war in der Lage, diese Erkenntnis, zu der ein Blick auf die Langzeitwetterprognose ausgereicht hätte, in die Bedarfsplanung aufzunehmen. Ein Algorithmus hätte diese Erkenntnis sogar unaufgefordert selbst herausgelesen. Wenn es ihn nur gegeben hätte und die Wetterdaten zu den Big Data des Händlers gehört hätten.

Data Intelligence: „Viel Potenzial, Daten noch mehr zu nutzen“

Dabei ist „Data Intelligence“ nicht wirklich etwas Neues. Daten sammeln und Erkenntnisse daraus ziehen gehört aber zugleich zu den aktuell größten Herausforderungen von Unternehmen, insbesondere im Handel. Denn durch Kundenkarten, Surfen im Online-Shop, das Liken von Instagram-Fotos und den Einkauf im Laden hat ein Händler jede Menge Informationen über seinen Kunden. „Es gibt jedoch viel Potenzial, Daten noch mehr zu nutzen“, ist Stephanie Ziegler überzeugt. Wenn die SAP Expertin und Kollegin von Faskel über Daten spricht, nimmt sie die Vogelperspektive ein. Dann geht es nicht „nur“ um Kundendaten, sondern auch darum, die Lagerbestände optimal zu verwalten, vorherzusagen, welche Produkte sich am besten verkaufen, darum, wie sich Bewegungsdaten der Kunden nutzen lassen und auch, wie sich etwa Wetterprognosen im Angebot berücksichtigen lassen.

„Data as a Service“ im Einkaufszentrum

Ein gutes Beispiel dafür, wie sich „Live Insights“ auf Basis von Daten gewinnen lassen, bietet die Vision eines Einkaufszentrums der Zukunft. Ob Daten von Newsletter-Abonnenten, Bewegungs- und Demographie-Daten der Konsumenten, Kaufhistorien von Kundenkarten, Wetterprognosen oder Social-Media-Analysen zu Trendfarben über Instagram oder Facebook: Dieses Einkaufszentrum sammelt jede Menge Informationen, die es als „Data as a Service“ den Händlern anbieten kann. „Ein wichtiges Thema mit immer mehr Potenzial“, ist SAP-Expertin Ziegler überzeugt, die bereits vor einiger Zeit begann, zusammen mit einem Einkaufszentrum diese Vision Schritt für Schritt Realität werden zu lassen.

Das 3-4-3-Prinzip: Zusammen mit Händlern in kürzester Zeit intelligente Lösungen realisieren

Auf Basis unter anderem dieser Erfahrungen entwickelte SAP Consulting speziell für Data Intelligence das 3-4-3-Prinzip, auf dessen Grundlage heute viele neue Ideen zusammen mit dem Kunden entstehen. Drei Tage, um mithilfe von Design Thinking eine Idee zu finden, vier Wochen, um herauszufinden, ob sie trägt und intelligente Lösungen zu entwickeln und noch einmal drei Monate, um einen Business-Case zu rechnen und den neuen Ansatz im Markt zu testen: Das ist heute die Vorgehensweise, wenn Kunden auf Basis von Daten zusammen mit SAP Consulting vorankommen wollen erläutert Stephanie Ziegler. „Häufig sind die Daten da, doch die Unternehmen wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen, was sie herausziehen können und wie sie Daten miteinander verknüpfen können“, fügt Faskel hinzu, der letztlich Unternehmen vorrangig darin unterstützt, Kunden zufrieden zu machen – ehe die „Daten zu Geld“ werden. „Bei jungen Leuten muss der Einkauf schnell gehen“, meint SAP-Expertin Ziegler, „und je besser das Angebot beim ersten Anlauf schon passt, umso besser ist das.“ Händler sollten also in jeder Sekunde exakt das Produkt parat haben, das ein Kunde haben möchte. Ein guter Online-Shop etwa schlägt Kunden, die dort stöbern, Produkte vor, die ihnen aufgrund ihrer Klick- und Kaufhistorie gefallen könnten. Der Konsument spart Zeit und kauft trotzdem das, was er sucht. „Hier können durchaus überraschende Vorschläge kommen“, sagt Faskel, „etwa, ein Hemd in rosa-blau zu kaufen.“ Intelligente Systeme erkennen gewissermaßen auch die tiefsten Wünsche ihrer Klientel. Sie wissen etwa, dass ihre Kunden seit drei Monaten immer wieder nach einem Produkt suchen und es nie bekommen haben, weil es nicht vorrätig war. „Jetzt eine SMS zu bekommen mit dem Hinweis, dass die Filiale um die Ecke das Produkt nun da hat: Das würde den Kunden wirklich zufriedenstellen“, so Ziegler. Die Grundlage dafür sind verknüpfte Daten im Hintergrund – Data Intelligence.

Die Crux: Verknüpfte Daten im Hintergrund

Auch die Berliner Händler hätten in der letzten Hitzeperiode vermutlich davon profitieren können. „Denn was spricht eigentlich dagegen, mit wenigen Klicks herausfinden zu können, wo es noch Ventilatoren gibt?“, fragt der SAP Experte Faskel. Oder besser noch: Eine App gibt jene Filialen an, die einen Ventilator verfügbar haben – zusammen mit der Information, wie weit der Laden mit dem heiß ersehnten Luftverwirbler entfernt ist und darauf wartet, per Smartphone reserviert und abgeholt zu werden.

Weitere Informationen:

Interessiert an Innovationsthemen im Handel? Vereinbaren Sie einen Termin mit Frau Ziegler oder Herr Faskel im SAP Digital Studio in Ratingen: Hier werden anhand von Showcases rund um Machine Learning, Blockchain und IoT Showcases greifbar gemacht. 

Erfahren Sie mehr über Data Intelligence und das 3-4-3-Konzept von SAP.

Für weiterführende Lösungen rund um das Thema Data Intelligence stehen Ihnen die SAP Experten sehr gerne zur Verfügung:

Kontakte

Stephanie Ziegler: Stephanie.Ziegler@sap.com;  Mobil: +49 (151) 44614556; LinkedIn

Elvir Faskel; elvir.faskel@sap.com;  Mobil: +49 160 90820163; LinkedIn