Innovation bei Rolls-Royce Power Systems mit Design Thinking

Gesellschaftliche Entwicklungen und digitaler Wandel zwingen zu ständiger Weiterentwicklung und Innovation. Deswegen beschloss 2017 der Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems mit Unterstützung der SAP,  Design Thinking im Unternehmen zu verankern.

Das Ziel: eine neue Innovationskultur bei Rolls-Royce Power Systems. Was als IT-Projekt für eine bessere Benutzerfreundlichkeit begann, wuchs zu einer grundlegenden Veränderung der Denkweise, die das gesamte Unternehmen erfasste.

Rolls-Royce Power Systems steht für Bewegung. Der Spezialist für Antriebssysteme und dezentrale Energieanlagen auf Basis von Diesel- und Gasmotoren sorgt dafür, dass alles, was laufen muss, auch tatsächlich läuft. Unter der Marke MTU bietet das multinationale Fertigungsunternehmen Lösungen für große Schiffe, schwere Land- und Schienenfahrzeuge sowie den industriellen Bereich an. Doch dieser breit gefächerte und bedeutende Sektor durchläuft derzeit einen fundamentalen Wandel. Gesellschaftliche Entwicklungen und Digitalisierung zwingen zu ständiger Weiterentwicklung und Innovation.

Nach einem ersten Kontakt mit dem Team des Heidelberger SAP Design AppHaus auf der Kundenmesse SAP Select stieg die IT-Abteilung von Rolls-Royce Power Systems in ein Projekt mit der SAP ein. Man wollte in der Digitalisierung neue Wege beschreiten, um den Herausforderungen des digitalen Zeitalters gewachsen zu sein. Auch sollten die IT-Lösungen von Rolls-Royce Power Systems benutzerfreundlicher werden.


„Mir wurde wirklich klar, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass sich die Investition in Design Thinking gelohnt hat, als andere Unternehmen auf uns zukamen, um sich nach unserem Ansatz zu erkundigen. Plötzlich gehören wir zu den Vorreitern der digitalen Transformation.“

– Daniel Eberle, Leiter des Bereichs Digital Design & Technology, RRPS


Besser jetzt den Einstieg wagen: Der digitale Wandel greift um sich.

Ein fünfköpfiges Team wurde ins Leben gerufen, das sich in Vollzeit um die Initiative kümmern sollte. Dieser Gruppe unter der Leitung von Daniel Eberle sollte zuerst die Methodik und Denkweise des Design Thinking vermittelt werden. Danach sollten die Teammitglieder ihre neuen Kenntnisse in verschiedenen Projekten und exemplarischen Programmen erproben und vertiefen. Der Gedanke dahinter war, neue Wege für das Unternehmen auszuloten und den Wert dieses neuen Ansatzes selbst zu erfahren.

Treibstoff für Innovation: die Denkweise und Methoden des Design Thinking in der Praxis 

In einer Reihe von Schulungen und Workshops in Singapur, Heidelberg und Friedrichshafen lernte das Innovationsteam von Rolls-Royce Power Systems die drei Säulen der designorientierten Innovation kennen: Menschen, Prozess und Raum.

Neben dem Aufbau eines Teams eigens für dieses Thema ist es wichtig, die richtigen Menschen in Projekte einzubinden und sich ihre unterschiedlichen Fähigkeiten und Erfahrungen zunutze zu machen. Die Mitglieder des Projektteams und die künftigen Coaches wurden in den Prozess des Design Thinking und in agile Entwicklungsmethoden eingeführt. Ziel war es, die Arbeitsgewohnheiten grundlegend zu verändern. Die von Iteration und Validierung geprägte Arbeitsweise brachte es mit sich, dass die Kunden von Rolls-Royce Power Systems eng in die Leuchtturmprojekte eingebunden wurden. Eine weitere Aufgabe des Teams bestand darin, die Art von Unternehmenskultur zu definieren, die nötig sein würde, um den neuen Ansatz bestmöglich zu unterstützen. Auch galt es, einen physischen Raum zu schaffen, der die Kreativität fördern und ihr ein Gesicht verleihen würde. Rolls-Royce Power Systems entschied sich daraufhin, die ersten kreativen Räumlichkeiten in Singapur einzurichten.


„Äußerst aufschlussreich war, dass der neue Ansatz des Design Thinking und der designorientierten Entwicklung sehr unterschiedlich wahrgenommen wurde. Besonders für Leute aus der traditionellen IT war es nicht so leicht zu verinnerlichen, dass die neuen Prozesse nicht absolut linear sind. Sie mussten von Fall zu Fall Methoden auswählen und anwenden, um in einem geplanten Workshop zu den bestmöglichen Ergebnissen zu gelangen.“

– Tobias Gollwitzer, Leiter des Bereichs Customer Design Engagement, SAP


Abbildung von Prozessen während des Workshops zum Lösungsumfang in Singapur.

Das erste Leuchtturmprojekt, das von SAP-Coaches geleitet und von den neuen Coaches von Rolls-Royce Power Systems begleitet wurde, war die Entwicklung eines Webshops für den Ersatzteilvertrieb des Unternehmens, der auf  Lösungen von SAP Hybris aufsetzen sollte. Auftakt für das Projekt war ein Workshop zum Lösungsumfang in den neuen kreativen Räumen von Rolls-Royce Power Systems in Singapur. Es folgten Recherchephasen in Deutschland, den USA, der Türkei und Hongkong, in denen der Bedarf der verschiedenen Kunden, regionale und kulturelle Unterschiede sowie Anforderungen, die den Bestellprozess beeinflusen könnten, untersucht wurden. Zusätzlich sollte auch das grundlegende technische Umfeld besser erforscht werden.

Scenes, das Storytelling-Tool der SAP, wurde während des Workshops ebenfalls verwendet.

In der zuständigen Fachabteilung war man von den Ergebnissen überwältigt. Angesichts der Komplexität des Projekts hatten die Verantwortlichen nicht damit gerechnet, dass kreative Methoden so schnell so hochwertige Prototypen hervorbringen würden. Doch zugleich wurde deutlich, dass man sehr viel mehr Arbeit als ursprünglich geplant in den Webshop würde investieren müssen, um ihn erfolgreich einzuführen.

Daher beschlossen das Unternehmen und die SAP, das Projekt vorerst zurückzustellen, bis es gelingen würde, weitere Ressourcen zu mobilisieren. Eine solche Entscheidung ist manchmal nötig, um langfristig das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.


„Die Zusammenarbeit mit der SAP fühlte sich wie eine echte Partnerschaft an. Absolut einzigartig fand ich, dass ein Unternehmen wie die SAP ein Einführungsprogramm vorsieht. Das heißt, die SAP will uns nicht einfach nur mit Services und Verkäufen an sich binden, sondern uns wirklich beibringen, auf eigenen Füßen zu stehen.“

– Daniel Eberle, Leiter des Bereichs Digital Design & Technology, RRPS


Design Thinking nimmt mit dem neuen Digital-Solutions-Team Fahrt auf

Je mehr Erfahrung das Team mit der Methodik sammelte und je öfter Kunden positiv darauf reagierten, umso mehr gewann das Thema Design Thinking bei Rolls-Royce Power Systems an Gewicht. Deshalb wurde am Hauptsitz des Geschäftsbereichs in Friedrichshafen ein Digital-Solutions-Team ins Leben gerufen, das die digitale Transformation beschleunigen soll. Das Team um Daniel Eberle wurde in den neuen, von Chief Digital Officer Jürgen Winterholler geleiteten Bereich eingegliedert und mit der Aufgabe betraut, die Denkweise und Methodik des Design Thinking unternehmensweit in die Arbeitsprozesse einzuführen.

Auch nach einem Jahr werden die neugewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen weiterhin in Leuchtturmprojekten erprobt, die weit über den Kreis der ursprünglichen Teammitglieder hinaus für großes Interesse an dem Thema sorgten. Eine wahre Leidenschaft für Design Thinking und Innovationsthemen hat das Digital-Solutions-Team von Power Systems erfasst. Das Team steht geschlossen hinter der gemeinsamen Vision und Denkweise.

Design Thinking und agile Entwicklung sind aus dem Digital-Solutions-Team nicht mehr wegzudenken. Sie prägen die Kultur der Abteilung ebenso wie die Herangehensweise an die täglichen Aufgaben. Bei Rolls-Royce Power Systems ist man sich bewusst, dass Design Thinking sein Potenzial nur voll entfalten kann, wenn auch Taten folgen: das sogenannte Design Doing. Nur so ist sichergestellt, dass neue Ideen sich nicht mit dem Schreiben von Haftnotizen totlaufen.

Aber die Reise hat gerade erst begonnen. Angesichts einer massiv wachsenden Auftragspipeline möchte das Team nun ein integriertes Design-System entwickeln. Zusätzlich wird im Gleichschritt mit der aktuellen Nachfrage in das Unternehmenswachstum investiert. Erst kürzlich starteten der Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems und die SAP zwei Projekte mit SAP-Leonardo-Technologien, um ein technisches Fundament für die digitale Transformation zu legen und die implementierte Methodik für die Herstellung von schnelleren und besseren Produkten zu erproben. Eines ist sicher: Das Team wird auch in Zukunft gemeinsam in Sachen Innovation tätig sein und sowohl von der Zusammenarbeit als auch von kontinuierlichem Lernen profitieren.


„Die Ergebnisse der designorientierten Entwicklung bei unserem Leuchtturmprojekt zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Abteilung Digital Solutions setzt die richtigen Methoden ein, um sicherzustellen, dass die Lösungen, die wir entwickeln, genau den Bedarf der Anwender treffen.“

– Felix Köhler, Leiter des Bereichs Digital Products, RRPS