SAP.iO Foundry erschließt riesigen Start-up-Markt

Die Blockchain-Technologie mit ihrer Dezentralisierung von Informationen verspricht, für mehr Vertrauen und gleiche Bedingungen zwischen Unternehmen zu sorgen. Aber es gibt einen Haken: Bis heute kann niemand das „Innenleben“ einer Blockchain mit ihren Transaktionen, Smart Contracts und mehr ganz durchschauen.

Kürzlich erfuhr ich von Amberdata, einem von Tongtong Gong mitbegründeten Start-up, dessen COO sie auch ist.

Wo ist mein Geld abgeblieben?

Tongtong Gong, Mitbegründerin und COO von Amberdata, will Unternehmen zum Durchbruch mit der Blockchain-Technologie verhelfen.

Gong ist frischgebackene Absolventin des Accelerators der SAP.iO Foundry, des Mentorenprogramms der SAP für von Frauen geführte aufstrebende Technologiefirmen. Während einer Präsentation auf dem Demo Day in New York veranschaulichte Tongtong Gong kürzlich eine der größten Herausforderungen der Blockchain mit der Erfahrung, die Shawn Douglass, Mitbegründer und CEO von Amberdata, machte, als er bei einem sogenannten „Initial Coin Offering“ (ICO) Token einer Kryptowährung erwerben wollte.

„Nachdem Shawn die Transaktion übermittelt hatte, ging sie in den Wartestatus über. Das dauerte eine Stunde, zwei Stunden, und dann fing er an, sich Fragen zu stellen“, erzählte Tongtong Gong. „Warum geht das nicht weiter? Warten alle anderen auch? Habe ich irgendetwas falsch gemacht? Ist das Netzwerk in Ordnung? Gibt es eine Kundendienstnummer, die ich wählen kann? Und wo ist mein Geld abgeblieben?“

Kryptowährungen machen nur einen kleinen Teil des Potenzials der Blockchain-Technologie aus. Unternehmen jeder Größe können Blockchains nutzen, um ihre Geschäftsmodelle zu revolutionieren – was dann letztendlich die gesamte Branche erfassen wird. Es sind viele beeindruckende Blockchain-Projekte im Gange, aber bei den meisten davon fehlen Reporting-Tools, findet Tongtong Gong. Entwickler, Unternehmen und Investoren können nicht problemlos Einblick in Transaktionen und alles andere nehmen, was sich in der Blockchain abspielt. Es ist schwierig, Plattformmetriken zu erhalten, von Daten für die Einhaltung von Auditbestimmungen ganz zu schweigen. Hier liegt für Amberdata ein Marktpotenzial von 28 Milliarden Dollar.

Kontrolle über die eigene Identität dank Blockchain

Nach der Präsentation von Tongtong Gong nahm ich Kontakt zu ihr auf, um mehr zu erfahren. Als Mitbegründerin von Amberdata wollte sie ihre Erfahrungen aus der Entwicklung und dem Betrieb von groß angelegten Cloud-Anwendungen für Datenanalysen einbringen. Die Mission des Start-ups ist für sie eng mit ihren persönlichen Erlebnissen einer Ausbildung und Karriere in den USA und in China verbunden.

„Als ich so zwischen den Ländern hin und her pendelte, stellte ich fest, wie unglaublich schwierig es ist, sich eine Identität aufzubauen“, erzählte Tongtong Gong. „Als ich aus Shanghai zurück in die USA kam, bekam ich überhaupt nichts erledigt, weil ich hier keine Bonität besaß. Ein Auto zu kaufen oder eine Wohnung zu mieten, war eine Tortur. Mit der Blockchain-Technologie haben wir die Möglichkeit, relativ einfach die Kontrolle über unsere Vermögenswerte und unsere Identität zu übernehmen.“

Frauen als Vorbilder

Laut Tongtong Gong hat sie es der SAP.iO Foundry verdanken, dass sie heute mehr darüber weiß, wie in großen Unternehmen Entscheidungen getroffen werden. Besonders dankbar ist sie den Mentorinnen.

„Die SAP hat uns ein Netzwerk von Menschen beschert, die uns ohne Wenn und Aber unterstützen“, betonte sie. „Es ist schwierig, ein Unternehmen zu gründen. Und plötzlich haben wir da eine Gruppe von Frauen, die uns unterstützen und nett zu uns sind. Wir sind wie Schwestern. Mir war nicht klar, wie viel mir das bedeuten würde. Diese Frauen sind Vorbilder. Sie führen mir vor Augen, dass nicht alle erfolgreichen Unternehmerinnen gleich sein müssen.“

Tongtong Gong war auch dankbar für die Gelegenheit, direkt mit Kunden ins Gespräch zu kommen. „Bei der SAP gibt es so viele Blockchain-Projekte und Kunden, dass sich viele Unternehmen ganz selbstverständlich an die SAP wenden, wenn sie die Blockchain-Technologie anwenden möchten“, führte sie aus. „Wir können direkt an die Kunden herantreten und uns über ihre Strategie und die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind, informieren. Genau auf diese Anforderungen können wir unsere Roadmap zuschneiden und sie dann weiter verfeinern.“

Umfassender Einblick in die Blockchain

Amberdata wird als das erste Dashboard für die Überwachung, Suche, Analyse und Sicherung von Informationen in privaten und öffentlichen Blockchains gepriesen. Über Daten-APIs haben Entwickler und andere Technologieexperten sofort Zugriff auf historische und aktuelle Aktivitäten und können diese analysieren sowie Trends ermitteln. So könnten beispielsweise Anwendungsentwickler Informationen wie Transaktionskosten und Durchsatzgeschwindigkeiten in verschiedenen öffentlichen Blockchains miteinander vergleichen. Auch Investoren und Händler von Kryptowährungen wie der Mitbegründer von Amberdata könnten hiervon profitieren. Ihnen bietet das Start-up APIs, die die Anzahl anderer Token-Inhaber und tatsächlicher Handelsaktivitäten sichtbar machen.

„Man muss erkennen können, ob Token-Bewegungen auf echten Handel zurückzuführen sind oder ob sie nur zwischen verschiedenen Adressen hin und her gehandelt werden, um Volumen vorzutäuschen“, erklärte Gong. „Wie beim Vorschlagstool von Amazon ist es auch möglich herauszufinden, welche anderen Token es gibt, die den eigenen Investitionen ähnlich sind, oder wo andere investiert haben.“

Momentan ist Amberdata mit den öffentlichen Blockchains Ethereum und Aion sowie mit Quorum für private Blockchains kompatibel. Aber eine weitere Expansion ist schon in der Planung. Auch steht die zweite Finanzierungsrunde des Start-ups bevor.

Die Blockchain-Technologie ist gerade erst im Kommen. Alle konzentrieren sich noch darauf, Probleme mit Sicherheit, Skalierbarkeit und Protokollen zu lösen. Und das ist auch richtig. Amberdata macht sich derweil bereit für die nächste Phase, wenn die Blockchain-Technologie ihren Durchbruch feiert. Dann hilft das Start-up Unternehmen dabei, das volle Potenzial ihrer Daten auszuschöpfen und die Performance in der Blockchain zu messen. Die Unternehmen werden dann in der Lage sein, mit dieser Technologie Innovationen wahr werden zu lassen.