SAP Leonardo: Zehn konkrete Industrie-Szenarien auf einen Blick

Technische Innovationen für die aktuellen Business-Herausforderungen und künftige Geschäftsmodelle einsetzen: Das ist die Kernaufgabe von SAP Leonardo. Zehn Industrie-Szenarien zeigen, welche Vorteile das auf der SAP Cloud Platform und SAP HANA basierende digitale System für Innovation bringt.

„Die Wertschöpfung verkürzen, indem man gemeinsame Geschäftsprobleme in einer Branche findet“: So beschrieb Mike Flannagan, Senior Vice President of Analytics von SAP, die Funktion von SAP Leonardo auf der SAPPHIRE 2018. Das digitale System für Innovation setzt technisch auf der SAP Cloud Platform auf und ermöglicht Zugang zu innovativen Technologien wie Internet of Things, Machine Learning und Blockchain. Hier einige praktische Szenarien, die bereits bei Kunden im Einsatz sind:

1. Predictive Maintenance: „Health-Check“ für die Bahninfrastruktur
2. Telemetrie: Auslastung von Werkzeugen erhöhen
3. IoT: Logistische Ökosysteme vernetzen
4. Intralogistik: Just-in-time-Prozesse ermöglichen und vereinfachen
5. EDGE: Auftanken von Flugzeugen
6. Digitaler Zwilling: Kollaboration von „Assets“ und Optimierung der Wartung
7. „Health-Check“ für Raffinierien
8. Flotten gut im Griff haben
9. Maschinelles Lernen: Stromnetze zuverlässiger machen
10. Maschinelles Lernen: Den Service per Mustererkennung optimal planen


1. Predictive Maintenance: „Health-Check“ für die Bahninfrastruktur

HERAUSFORDERUNG

Informationen über Weichen, von Signalsystemen sowie aus Zügen liegen nicht in einem System vor. Deshalb kommt es vielfach zu unvorhergesehenen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Die Folge: Umsatzausfälle und hohe Kosten für die Wartung der technischen „Assets“.

INNOVATION

Über die SAP Cloud Platform wird es möglich, diese Diagnosedaten aus Zügen, von Weichen und dem Signalnetz geschlossen zu verarbeiten. Zugausfälle lassen sich vermeiden, indem (über SAP Predictive Maintenance and Service) mit Unterstützung von maschinellem Lernen frühzeitig erkannt wird, wenn Wartungen nötig werden. Zudem lassen sich Engpässe im Bahnnetz in Echtzeit frühzeitig erkennen und beheben.

VORTEILE

  • Gesamtsicht über den Zustand aller technischer „Assets“
  • Weniger Unterbrechungen im Zugverkehr
  • Höhere Produktivität, da manuelle Prozesse ersetzt werden
  • Kosten sinken durch vorausschauende Wartung

Kundenbeispiel: Trenitalias IoT-Strategie sorgt für Pünktlichkeit im Zugverkehr

 

2. Telemetrie: Auslastung von Werkzeugen erhöhen

HERAUSFORDERUNG

Auf großen Baustellen sind die benötigten Werkzeuge oft nicht dort, wo sie benötigt werden, wurden von Kollegen „kurz ausgeborgt“ oder funktionieren nicht. Die Arbeit verzögert sich, da Vereinbarungen über die Nutzung der Geräte lediglich „auf Papier“ getroffen wurden.

INNOVATION

Maschinen, Geräte und Werkzeuge senden kontinuierlich Telemetrie-Daten in die SAP Cloud Platform. Dadurch sind sie nicht nur präzise lokalisierbar. Es ist zudem bekannt, wie lange sie bereits im Einsatz waren, ob sie wenig genutzt wurden und vielleicht sogar verzichtbar sind. Defekte Werkzeuge lassen sich durch Integration ins SAP ERP direkt nachbestellen oder eine Reparatur ordern. Zudem werden durch das genaue Wissen über Einsatzzeiten und Zuverlässigkeit der Werkzeuge werden Pay-per-Use-Modelle möglich.

VORTEILE

  • Hersteller erfahren, wie Kunden ihre Werkzeuge einsetzen
  • Neue Geschäftsmodelle werden möglich
  • Werkzeuge lassen sich besser auslasten
  • Diebstahl von Werkzeugen kann verhindert werden

Konkretes Beispiel mit HILTI

 

3. IoT: Logistische Ökosysteme vernetzen

HERAUSFORDERUNGEN

Viele IT-Systeme beispielsweise in Häfen sind „mission critical“ und werden nur aktualisiert, wenn es unbedingt erforderlich ist. Allerdings verhindern derartige Legacy-basierte oder Silo-Systeme die Kollaboration. Digitalisierte Prozesse, die eine Verknüpfung zu Informationen von externen Partnern aus dem Ökosystem ermöglichen, sind nicht möglich.

INNOVATION

Informationen von Sensoren über Wasserstände, Verkehrsdichte und Luftreinheit sowie digitale Karten und die Zeitplanung laufen nun in einem Portal zusammen, der „Harbour Control Center“ auf Basis der SAP Cloud Platform. Hier fließen Wetterdaten und Sensordaten zusammen, die dann beispielsweise Speditionen, Reedereien, Behörden und Terminalbetreibern zur Verfügung stehen.

VORTEILE

  • Terminalbetreiber können mehr Ware abfertigen
  • Reedereien und Speditionen haben kürzere Wartezeiten und geringere Treibstoffverbräuche
  • Der Hafen kann mehr Container umsetzen

Smartes Umweltmonitoring: Mit mehr Daten die Hafenluft im Blick behalten

Internet of Things im Hamburger Hafen

 

4. Intralogistik: Just-in-time-Prozesse ermöglichen und vereinfachen

HERAUSFORDERUNG

Fertiger setzen für den Transport zwischen Lieferanten und Kunden entweder eigene LKWs ein oder beauftragen Transportunternehmen. Im Just-in-Time-Produktionsprozess ist entscheidend, dass die Lieferungen wie geplant den Adressaten erreichen. Doch haben Supply-Chain-Verantwortliche oft keine Klarheit darüber, wo sich eigene oder beauftragte Transporte befinden, da die Systeme nicht oder nur schlecht integriert sind.

INNOVATION

Sämtlich Fahrzeuge werden auf einer Landkarte nachverfolgt, Strecken und Kraftstoffverbräuche transparent. Fahrzeuge sind mit On-Board-Units ausgestattet, deren Daten zur Analyse und für das Reporting in die SAP Cloud Platform übertragen werden. Transport-Management-Systeme sind in der Lage, auf Basis von maschinellem Lernen und Sensordaten Routen umzuplanen und alternative Lieferungen ausweisen zu können.

VORTEILE

  • Nachverfolgung von Fahrzeugen auf der Landkarte
  • Nutzungsanalysen der Fahrzeuge
  • Warnungen für Verspätungen über Geofencing

 

5. EDGE: Auftanken von Flugzeugen

HERAUSFORDERUNG

Liefertickets für Kerosin werden an Flughäfen oft manuell auf Papier erfasst. Das führt zu Verzögerungen im Ablauf, etwa bei den Kontrollen im Flughafen und produziert Fehler bei der Übertragung ins System. Zudem fehlt die Transparenz über die verfügbare Kraftstoffmenge.

INNOVATION

Über EDGE-Technologie wird es möglich, auch in Bereichen, die eine schlechte Internetverbindung haben, mithilfe von offline-fähigen mobilen Geräten zu arbeiten. Zudem werden die erfassten Daten direkt an die SAP Cloud Platform weitergeleitet, mit direkter Anbindung ans ERP.

VORTEILE

  • Einblick in Kraftstoffreserven auf Knopfdruck
  • Schnellere und einfacherer Versendung von Rechnungen
  • Bessere Datenqualität

Shell Re-imaging Aviation with SAP Cloud Platform



 

6. Digitaler Zwilling: Kollaboration von „Assets“ und Optimierung der Wartung

HERAUSFORDERUNG

Die Informationen über Maschinen und Geräte liegen in diversen unterschiedlichen Systemen, was viel Aufwand erfordert, diese Daten zu konsolidieren und zur Verfügung zu stellen. Allerdings kann der Wartungsdienstleister nur dann seine Services zuverlässig und vertragsgemäß erledigen, falls die Daten über die „Assets“ verfügbar sind. Für Kraftwerke ist zudem der Standard für „Zuverlässigkeits-orientierte Instandhaltung“ (RDS-PP) einzuhalten.

INNOVATION

Über das SAP Asset Intelligence Network stehen internen Mitarbeitern aber auch externen Partnern wie Service-Dienstleistern Echtzeitdaten der eingesetzten Maschinen zur Verfügung, da Daten im Industriestandard übertragen werden. Sind Wartungs- und Servicearbeiten abgeschlossen, wird der Auftraggeber – wie etwa Betreiber von Windparks – über den „Maintenance Planner“ entsprechend benachrichtigt.

VORTEILE

  • Einfacher Zugang zu „Asset“-Daten auch für externe Partner
  • Geringere Kosten für Wartung
  • Eine Stunde Zeitersparnis pro Tag für den Service-Ingenieur

Das Potenzial der digitalen Zwillinge

 

7. „Health-Check“ für Raffinierien

HERAUSFORDERUNGEN

Wie eine „Blackbox“ bieten Raffinerien oft wenig Transparenz über das eingesetzte Material sowie die Herstellungskosten des Raffinerieprozesses, aus dem zuletzt aus dem Rohöl Mineralölprodukte wie Kerosin, Benzin und Diesel hergestellt werden. Planung und Produktion lassen sich nicht in Echtzeit miteinander abgleichen, sondern meist nur auf Monatsbasis.

INNOVATION

Über SAP Manufacturing Integration and Intelligence (SAP MII) lassen sich diverse Daten aus dem Raffinerieprozess bündeln und in IT-Prozesse überführen. Dazu gehören etwa Vibrationsalarme von Maschinen, Angaben des Durchflussmessers, historische Daten und Tankstände. Das schafft Transparenz über die Lieferkette, den Zustand der eingesetzten Geräte und Maschinen und letztlich über die Profitabilität der Endprodukte.

VORTEILE

  • Transparenz in Echtzeit über den Produktionsprozess
  • Echtzeitberechnung der Profitabilität von Produkten

 

8. Flotten gut im Griff haben

HERAUSFORDERUNG

Viele Unternehmen haben „bewegliche Assets“ Einsatz – eine Flotte an Firmenwagen und Bussen, Gabelstapler bis hin zu Fahrstühlen. Allerdings wissen sie über den aktuellen Zustand und Einsatz dieser Geräte und Fahrzeuge wenig Bescheid. Besonders hapert es an der Integration telemetrischer Daten aus Drittsystemen.

INNOVATION

Die Assets werden über die SAP Vehicle Insights Plattform nachverfolgt, telemetrische Daten erfasst und ausgewertet. Flottenmanager sind nun beispielsweise in der Lage, genau zu sehen, wie stark Fahrzeuge tatsächlich genutzt werden und können besser planen, wie viele insgesamt nötig sind. Zudem lassen sich die Ausgaben für die Straßennutzung (Maut) und Kraftstoffsteuern im vorhinein kalkulieren und etwa entscheiden, auf welchen Strecken die kostenpflichtige Autobahn und wo Bundesstraßen genutzt werden.

VORTEIL

  • geringere Kosten für die Flotte
  • geringere Wartungskosten
  • Echtzeitdaten über die Flotte

 

9. Maschinelles Lernen: Stromnetze zuverlässiger machen

HERAUSFORDERUNG

Über die technische Infrastruktur der Elektrizitäts- und Gasversorgung haben die Betreiber oft eine schlechte Übersicht. Dadurch entstehen für die Instandhaltung etwa von Transformatoren und Schutzschaltern in Umspannwerken hohe Kosten. Zudem mangelt es an Informationen, auf deren Grundlage valide Entscheidungen für Investitionen getroffen werden können.

INNOVATION

Sensordaten aus Umspannwerken, Strom- und Gasnetzen sowie manuelle Messdaten fließen ständig in ein zentrales Portal – SAP Predictive Maintenance and Service. Es analysiert diese Informationen und vergleicht gerade gemessene mit historischen Daten. Durch Mustererkennung lassen sich über Machine Learning „Assets“ identifizieren, die in der nächsten Inspektionsrunde mit berücksichtigt werden sollten. Ein Maintenance-Management-System entsteht, auf deren Basis die Instandhaltung präzise geplant werden kann.

VORTEILE

  • Geringere Betriebskosten
  • Präzisere Planung der Instandhaltung
  • Die technische Verfügbarkeit der Systeme wird erhöht

 

10. Maschinelles Lernen: Den Service per Mustererkennung optimal planen

HERAUSFORDERUNGEN

Um den mit Kunden vereinbarten Service Level zu erreichen, liegt die Herausforderung für Unternehmen darin, angemessen viele personelle Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um Anfragen zufriedenstellend bearbeiten zu können. Allerdings sind diese Planungen oft vage, da zu viele Systeme und Personen daran beteiligt und die Vorhersage nicht genau genug ist.

INNOVATION

Um möglichst genau zu bestimmen, wie viel Service-Personal in den nächsten Wochen und Monaten benötigt werden, sind Zahlen über aktuelle Anfragen und die Entwicklung in der Vergangenheit nötig. Die nötigen Daten werden auf einer Plattform zusammengeführt und sind über eine Oberfläche (SAP Fiori) auswertbar. Über maschinelles Lernen lassen sich vergleichbare Muster finden und daraus präzise Vorhersagen für das Service-Personal und die Terminierung ihrer Aufgaben treffen.

VORTEILE

  • Nötige Informationen werden an einer Stelle zusammengeführt
  • Machine-Learning-Algorithmen bestimmen nötige Mitarbeiterzahl
  • Bessere Planung möglich

SAP Asset Manager: Mobile iOS-Anwendung für Instandhaltung steigert Produktivität mit Echtzeitinformationen