Multicloud: „Integriertes Portfolio zahlt sich bei Cloud-Strategie aus“

Immer mehr Unternehmen nutzen Cloud-Lösungen parallel in einer Multicloud. Damit wird es für Unternehmen zunehmend zur Selbstverständlichkeit, intelligente Funktionen kontinuierlich und schneller einzusetzen als vorher.

Zugriff auf die Lösungen von überall, schnelle Skalierbarkeit sowie hohe Verfügbarkeit und Performance der IT-Leistungen: Das sind die drei wichtigsten Gründe der Unternehmen, derzeit bereits Public-Cloud-Lösungen einzusetzen – gewissermaßen die extremste, weil standardisierteste Form von Software aus der Cloud. Zwei von drei Unternehmen setzen insgesamt bereits Cloud-Lösungen ein, die Mehrheit (51%) eigens kontrollierte Private-Cloud-Lösungen und ein knappes Drittel Public-Cloud-Applikationen (31%). Darüber hinaus zeigen die Zahlen des Cloud Monitors 2018 von KPMG: Die Cloud wird von Jahr zu Jahr beliebter. Damit steigt auch der Bedarf an der so genannten Multicloud.

Multicloud: Zunächst kann die Komplexität steigen

„Wenn mehrere Cloud-Systeme miteinander arbeiten“, sagt Ramin Mirza, Leiter des Cloud-Geschäfts bei SAP Deutschland, „dann spricht man bereits von einer Multicloud“. Dabei ist nicht entscheidend, ob das in Kombination mit On-premise-Systemen geschieht oder ohne. „Nur wenige Unternehmen fühlen sich aktuell bereit, sämtliche Systeme in die Cloud zu bringen“, sagt Mirza. Doch sind immer öfter mehrere Cloud-Systeme im Unternehmen im Einsatz. Das bringt neue Herausforderungen: „Die Cloud soll Vereinfachung und Standardisierung bringen, doch je mehr Cloud-Systeme untereinander interagieren, desto komplexer kann es werden“, erläutert Alexander Kläger, seit Anfang Juli 2018 COO und Leiter des Cloud-Geschäfts von SAP in der MEE-Region (Middle & Eastern Europe). Denn oft kommen Lösungen von unterschiedlichen Anbietern zum Einsatz, deren Vernetzung untereinander allerdings gewährleistet sein muss. „Zudem muss ein verlässlicher Datenausgleich sichergestellt sein, damit die Daten sicher und geschützt verarbeitet werden.“

Die Multicloud-Umgebung von SAP: die intelligente Suite

Optimal ist, wenn die Multicloud-Umgebung bereits per se integriert ist und zudem Schnittstellen zu gängigen weiteren Cloud-Services bestehen. „Die SAP hat sich in den letzten fünf bis sieben Jahren stark verändert“, erläutert Kläger. Marktführer wie SAP SuccessFactors, SAP Ariba, SAP Hybris, SAP Concur und SAP Fieldglass wurden akquiriert und deren Lösungen inzwischen „in ein durchgängiges integriertes Portfolio eingebettet“, wie Kläger meint, „das zahlt sich für unsere Kunden nun aus.“ Die integrierte Multicloud ist in der intelligenten Enterprise Suite von SAP bereits Realität. Hinzu kommt, dass SAP Partnerschaften mit Google, Amazon und Microsoft eingegangen ist, um SAP-Lösungen auch auf Plattformen wie der Google Cloud Platform, Amazon Web Services oder Microsoft Azure zu betreiben. „In der Entwicklung und dem Produktmanagement sind wir eng verzahnt“, erläutert Mirza, „so dass unsere Kunden die Mehrwerte der Integration spüren.“

Die konkreten Vorteile der SAP-Multicloud zeigen sich schon heute in der Praxis. Längst hat das Cloud-Geschäft das Verhältnis zwischen IT und Fachbereich verändert. War die IT vor wenigen Jahren noch verantwortlich, den Betrieb am Laufen zu halten und (mit immer höherem Aufwand) die neuesten Releases aufzuspielen, ist sie heute mehr in eine Beraterrolle für den Fachbereich geschlüpft. „Die IT ist der Enabler, der dem Fachbereich neue Funktionalitäten und Innovationen nahebringt und ihn dabei unterstützen kann, gezielter auf Marktveränderungen einzugehen“ , so Mirza. Der Treiber dafür war unter anderem die Cloud, für deren Nutzung die IT heute den Rahmen setzt und Lösungen nur dann modifiziert, wenn es unbedingt nötig ist.

Der Fachbereich profitiert davon:

1. Per Machine Learning durchforstet heute ein Rechner mehrere hundert Lebensläufe von Kandidaten für eine Ausschreibung und reduziert sie auf eine „Shortlist“. Personaler können sich auf die Gespräche mit aussichtsreichen Kandidaten konzentrieren.

2. Auch die Rechnungseingangsprüfung erledigt eine Maschine inzwischen schneller und zuverlässiger als der Mensch. SAP Cash Application lernt ständig dazu, um Rechnungen möglichst zuverlässig offenen Transaktionen zuzuordnen.

3. Eine hochauflösende Kamera überprüft bei einem Papierhersteller, ob in gerade produzierten Rollen Haarrisse enthalten sind. Fehlproduktionen werden über Bildererkennung frühzeitig identifiziert und so rechtzeitig erkannt.

SAP Digital Boardroom: Livedaten aus der Multicloud nutzen

„Über die Cloud kommen intelligente Funktionen kontinuierlich und schneller in die Lösungen“, erläutert SAP-Manager Kläger. Keine Lösung demonstriert so gut wie der SAP Digital Boardroom, was die Multicloud-Infrastruktur von SAP heute schon zu leisten im Stande ist. Detaildaten aus Vertrieb, HR oder dem aktuellen Geschäftsverlauf werden, unabhängig davon, ob sie aus SAP- oder Nicht-SAP-Datenquellen stammen oder es sich um strukturierte oder unstrukturierte Daten handelt, adhoc analysiert und für Business-Entscheidungen herangezogen. „Wie eine Art Konsole, die Livedaten aus der Multicloud nutzt und intelligent visualisiert“, sagt Kläger.