Innovation: „Es gibt Myriaden Dinge, die Sie tun können“

Technisch innovativ ist vieles. Doch manchmal kommt die Innovation zu früh, manchmal zu spät. Die Kunst ist, Ideen zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zu bringen. Auf der Veranstaltung SAP Discover NOW! erfahren Führungskräfte von Bosch, Siemens, Grohe und der Kirchhoff Gruppe, was zu tun ist.

Pascal Prassol hat eine Vision. Wie die Marke Tempo jeder sofort mit Taschentüchern in Verbindung bringt, wünscht er sich für SAP, dass IoT, Blockchain und Machine Learning die Themen sind, die Menschen mit der aktuell stärksten Marke im DAX verbinden. Der Innovationsmanager aus dem Services-Bereich von SAP kennt sie alle, die aktuell über 200 Innovationsprojekte, die sich bei SAP-Kunden exakt um diese Themen drehen. Ob Bauunternehmer Max Bögl wissen will, wo seine Container sind und mit welchen „Assets“ sie befüllt sind, die Stadt Buenos Aires seine Service-Mitarbeiter bei Überschwemmungen exakt an jene Stellen schickt, an denen Wasserventile verstopft sind oder ein Unternehmen aus der Nahrungsmittelbranche mehr über den Gesundheitszustand seiner Tiere erfahren will: Immer ist SAP-Technologie daran beteiligt.

Tag 1: Das SAP Digital Studio

Blockchain: Derzeit über 80 Piloten oder POCs in der Industrie

Das ist jedoch in der Praxis erst einmal Nebensache. Viel wichtiger ist es, ein geschäftliches Problem zu umkreisen, Szenarien zu entwickeln und jenes weiterzuentwickeln, das Sinn macht. „Auch wenn sich Unternehmen zunächst dafür entscheiden, nichts zu tun, ist das okay“, so Prassol, der Unternehmen auf der zweitägigen Veranstaltung SAP Discover NOW! in Ratingen und Aachen vor allem zeigen will, was geht. Im SAP Digital Studio in Ratingen sind etwa ein IoT-Simulator zu sehen, ein Blockchain-Case für das Immobiliengeschäft, ein 3-D-Drucker und ein SmartGrill, der WLAN-fähig ist und 36 Parameter für Analysen und Prognosen einsetzt.

Blockchain: Pauschale Antworten gibt es nicht

„Es gibt Myriaden Dinge, die Sie tun können“, befindet Kai Wussow, Head of Digital Transformation und Chief Business Consultant von SAP. Für SAP Discover NOW! hat sich Wussow besonders die Blockchain herausgepickt hat, auf deren Grundlage aktuell über 80 Anwendungsfälle in Pilotprojekten bei Unternehmen wie Amgen, Daimler, Sony oder Kellogs laufen. Überall dort, wo mehrere Parteien interagieren, Transparenz geschaffen werden muss und digitale Asstets eine Rolle spielen, könnte die Blockchain wichtig werden. Das Prinzip ist einfach: Es gibt ein Buchungsjournal mit vielen Kopien. „Wenn jemand daran etwas ändert, fällt es auf“, sagt Wussow. Schließlich müsste man unzählige Rechner gleichzeitig hacken und an genau der gleichen Stelle etwas verändern. Das ist nicht nur unrealistisch, sondern nahezu unmöglich, weswegen die Blockchain in puncto Sicherheit konkurrenzlos ist. Doch wie relevant ist das Thema etwa für die Nahrungsmittelbranche? Wird die Technologie in zwei, drei Jahren so weit sein? Das sind die Fragen, die am Rande von SAP Discover NOW! aufkommen. Meist heißt die Antwort: Kommen Sie mal vorbei. Lassen Sie uns Ihre Situation mal genauer anschauen. Denn pauschale Antworten gibt es nicht, wenn es um Innovationen geht.

SAP-Berater Kai Wussow beim Immovations-Roundtable.
Kai Wussow, Head of Digital Transformation und Chief Business Consultant von SAP

Tag 2: Das INC Invention Center auf dem RWTH Aachen Campus

RWTH Aachen: Wie Unternehmen Weltklasse-Innovatoren werden

Die meisten Unternehmen drücken sich sogar gerne um Innovationsthemen: 70 Prozent der Unternehmen versuchen, ihr Kerngeschäft inkrementell zu verbessern, 20 Prozent investieren in „laterale Innovation“, die noch Bezug zum Kerngeschäft hat. Nur jedes zehnte Unternehmen wagt, Expertimente für „unverbundene Innovation“ anzugehen. „Hier ist das Risiko zunächst hoch, doch sobald sich Erfolg einstellt, lässt sich das Risiko streuen und nicht selten hohe Renditen einfahren“, wie Toni Drescher, CEO der KEX Knowledge Exchange AG, erläutert. Der „Dienstleister für Technologie- und Marktinformationen“ auf dem Gelände des RWTH Aachen Campus analysiert Märkte und Trends und profitiert dabei vom Netzwerk von 260 Instituten am Campus, über 300 Industriepartnern und mehr als 40 bis 50 Spin-offs pro Jahr. „Wir bieten Unternehmen einen Hub, um zum Weltklasse-Innovator zu werden“, sagt Drescher, der zudem Leiter des INC Invention Centers ist. Ziel dieses Zusammenschlusses aus Fraunhofer IPT, dem Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen, Geschäftsmodellspezialisten der TIME Research Area und der KEX AG ist es, Technologie- und Innovationsmanagement neu zu denken und so den Herausforderungen der digitalisierten, sich schnell verändernden Welt zu begegnen.

Heute Fenster verkaufen, morgen eine Plattform betreiben

Das Rezept der Strategen der KEX AG besteht darin, zunächst die sozialen Trends zu analysieren, dann relevante Problemräume mit Mehrwerten zu finden, ehe schließlich eine auch auf technologischen Trends basierende neue Lösung entsteht – erläutert Myron Graw, Partner bei der KEX AG. Wer heute noch Fenster produziert und verkauft, setzt morgen vielleicht auf eine Plattform für Konstruktionslösungen. Aus diesem „Netzwerk aus Wissenschaft und Wirtschaft“ auf dem Campus entstand mit einem Budget von unter 30 Millionen Euro unter anderem der e.Go Life, ein Elektroauto, das Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen soll. „e.Go fokussiert dabei auf niedrige Reichweiten von etwa 120 Kilometern, tritt damit in eine Nische und konkurriert nicht mit den etablierten OEMs“, erläutert KEX-CEO Drescher die Geschäftsidee.

Digitaler Zwilling für die Qualitätssicherung

Ein Gang durch die Produktionshalle des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie IPT zeigt zudem, wie nah die Wissenschaftler an den Bedürfnissen der Industrie sind. Tommy Venek etwa beschäftigt sich für seine Doktorarbeit damit, den Blisk (kurz für Blade Integrated Disk) für eine Turbine als digitalen Zwilling abzubilden. Dafür legt er ein feinmaschiges digitales Netz auf die Schaufel der Scheibe, das durch grüne, blaue oder rote Färbung anzeigt, wo das Bauteil Mängel aufweist. „Die Qualitätssicherung ist nun in etwa drei Stunden gemacht, vorher hat sie 15 Stunden gedauert“, erläutert Venek.

SAP Discover NOW!: Zwei Tage fern von Alltagsroutinen

Das Spektrum an Innovationen ist weit. Doch zeigte dieser Ausschnitt aus den „Myriaden Dingen“ für die Führungskräfte aus Unternehmen wie etwa Bosch, Siemens, Endreß & Hauser, Frosta und Kirchhoff-Automotive vor allem eines: Innovation ist möglich. Um das zu erkennen, ist es vielleicht auch ganz nützlich, sich mal für zwei Tage der beruflichen Alltagsroutine zu entziehen.

Weitere Informationen:

SAP organisiert regelmäßig Innovationsveranstaltungen wie beispielsweise SAP Innovate NOW! und SAP Discover NOW! und den SAP Digital Leadership Roundtable.

Der nächste (und 3.) SAP Digital Leadership Rountable findet am 20. November im SAP AppHaus Heidelberg statt. Beginn: 17:00. Melden Sie sich hier zum 3. SAP Digital Leadership Roundtable an.

Lesen Sie auch den Beitrag über den 2. SAP Digital Leadership Roundtable.

Hier bekommen Sie weitere Informationen zum SAP Digital Studio.

Kontakte: Pascal Prassol, Innovationsmanager, SAP DBS; pascal.prassol@sap.com; Kai Wussow, Head of Digital Transformation and Chief Business Consultant, SAP; kai.wussow@sap.com