Innovation: In NRW schlummert noch Potenzial

Mehr als 2.000 Interessierte haben die Ideenschmiede SAP Digital Studio in Ratingen bisher besucht. Kein Wunder, denn NRW gehört zu den wichtigsten Regionen für Innovationen in Deutschland.

Wenn es um Innovation in Deutschland geht, führt aktuell besonders an drei Bundesländern kein Weg vorbei: Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen (NRW). Nach dem aktuellen Start-up Monitor 2017 von KPMG gibt es in Berlin mit 16,8 Prozent die meisten Startups, gefolgt von NRW (14,4 %) und Bayern (13,4 %). In Berlin gibt es auch die meisten Inkubatoren (37 %), gefolgt von NRW (19 %) und Bayern (13 %) – so Zahlen aus „Trends in der Unterstützungslandschaft von Start-ups“ vom Institut für Innovation und Technik (iit) aus Berlin. Hinsichtlich des Finanzierungsvolumens liegt Berlin weiter unangefochten vorne, allerdings mit absteigendem Trend: 1,6 Milliarden Euro (-16%) der im ersten Halbjahr 2018 vergebenen Gelder flossen nach Berlin, 355 Millionen Euro (+67%) nach Bayern und 120 Millionen Euro (+122 %) nach  NRW, so das Start-up-Barometer Deutschland von Ernst & Young. Entsprechend steigt auch der Bedarf etwa in NRW, Angebote zu entwickeln, die Innovationen schaffen und unterstützen. Klar ist: In NRW schlummert noch eine Menge Potenzial. Dabei stehen die Chancen nicht schlecht: NRW ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von 670 Milliarden Euro die stärkste Wirtschaftsregion in Deutschland. Zum anderen gibt es mit 67 Hochschulen und über hundert angeschlossenen Forschungsinstituten, 14 Fraunhofer-Instituten und 490.000 Studierenden eine hohe Dichte an wissenschaftlicher Kompetenz.

Finden, was funktioniert, den Anwendern nutzt und sich rechnet

„Unternehmen suchen nach der Initialzündung für neue Ideen“, so der Eindruck von Kai Wussow. Der Head of Digital Transformation und Chief Business Consultant von SAP hat in Ratingen das SAP Digital Studio etabliert, das Unternehmen „Nachhilfe“ darin gibt, neue Ideen zu entwickeln und schnell zu etablieren. „Wir haben ein Angebot geschaffen, das für Unternehmen sehr interessant ist, gerade weil wir die Nähe zu Universitäten und Start-ups suchen“, so Wussow. Mit den bekannten Buzzwords kann man in Ratingen niemanden groß beeindrucken: Denn im SAP Digital Studio zählt nur, was im praktischen Alltag funktioniert, den Anwendern nützt und sich rechnet.

Als Kai Wussow vor einigen Jahren zum ersten Mal mit seiner Idee aufkreuzte, Kunden von SAP künftig über Management-Consulting zu gewinnen, war das für den Softwarehersteller noch etwas exotisch. Wie entsteht eine Geschäftsstrategie? Was bedeutet die digitale Transformationen für das Ökosystem – auch mal abgesehen von der Technologie? Welche Methoden aus dem Management-Consulting lassen sich hier einsetzen? Das waren die Fragen, die der heutige „Frontmann“ für Business Thinking und Prototyping bei SAP Wussow vor ein paar Jahren stellte. Anfang 2016 entstand das erste „SAP Digital Studio“ als „Erlebniszentrum“ für digitalen Wandel – nicht in der Zentrale in Walldorf, sondern in Ratingen, der heute drittgrößten Geschäftsstelle von SAP in Nordrhein-Westfalen.

SAP Digital Studio: 2.000 Interessierte in zweieinhalb Jahren

Seit Mitte 2016 ist der Name SAP Digital Studio als Marke sogar geschützt. Aus gutem Grund: Denn in den letzten zweieinhalb Jahren besuchten mehr als 2.000 Interessierte „Trainings und Enablements“ in Ratingen, wie Wussow es nennt. Ein 15-köpfiges Team aus Beratern, Marketing und Technologie-Experten aus den Reihen von SAP Digital Business schulten sie darin, nicht nur Ideen zu entwickeln, sondern gleichzeitig zu gewährleisten, dass sie den Endnutzer wahrnehmen und unterstützen sowie technologisch umsetzbar und ökonomisch sinnvoll sind. „Dabei hatten wir mit diesen Trainings einfach mal begonnen, aber gar nicht mit hohen Erwartungen auf die Agenda gesetzt“, so Wussow. 2017 allerdings wurde dieses Angebot „permanent nachgefragt“.

Design Thinking: „Performance Teams“ statt Genius

Diverse Kunden befinden sich – angestoßen durch Workshops im SAP Digital Studio – bereits mitten in der digitalen Transformation. Achsenhersteller BPW Bergische Achsen hat die  Digitalisierungs-Tochter BPW Innovation Lab gegründet und inzwischen das „Internet of Transports“ auf den Weg gebracht, mit dem die digitale Warenverfolgung realisiert wird. Und ein Hausgerätehersteller ist dabei seine Schnittstelle zum Kunden zu digitalisieren und Millionen von Maschinen über ein intelligentes Backendsystem zu integrieren. „Unsere Methode funktioniert immer ähnlich – ganz unabhängig davon, ob es um eine Versicherung, ein Pharmaunternehmen, ob es um die Landwirtschaft oder die Tierfutterproduktion geht“, erläutert Wussow. Nicht der einzelne „Genius“ ist gefragt, der mit seiner Erleuchtung das Unternehmen voranbringt, sondern so genannte „Performance Teams“, die aus Mitarbeitern verschiedener Abteilungen bestehen und entsprechend viele Perspektiven mit einbringen.

SAP Digital Studio:
An der Zukunft arbeiten, nicht am nächsten Release-Wechsel

Das SAP Digital Studio versteht Wussow als Keimzelle für neues Denken. Meist kommen Kunden nach den Workshops mit einigen gangbaren Ideen wieder nach Hause, für die erste Prototypen entwickelt wurden. „Sicher sechs bis neun Monate“ seien die Unternehmen dann erst einmal mit sich beschäftigt, meint Wussow. Besonders in größeren Unternehmen geht es dann darum, die Geschäftsführung von den Ideen zu überzeugen, Budgets bewilligt zu bekommen, Projektstrukturen aufzubauen und Verantwortlichkeiten zu regeln. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen: „Wir arbeiten mit den Kunden ja auch an deren Zukunft und nicht am nächsten Release-Wechsel.“

Weitere Informationen: 

Erfahren Sie in einem kurzen Webinar von Kai Wussow, wozu Design Thinking im Kontext SAP Leonardo imstande ist.

Hier erfahren Sie Details über das SAP Digital Studio.