Bernd Leukert bei der SAP TechEd: Wie man das intelligente Unternehmen umsetzt

Zum Auftakt der SAP TechEd 2018 in Las Vegas läutete Bernd Leukert offiziell das nächste Zeitalter der Offenheit und Zusammenarbeit bei SAP ein.

Voller Enthusiasmus, aber auch Bescheidenheit appellierte das für den Bereich Produkte & Innovation zuständige Vorstandsmitglied zunächst an alle, jetzt das intelligente Unternehmen aufzubauen. Anschließend zeigte er dem Publikum, wie SAP-Innovationen Menschen, Prozesse und Daten miteinander kombinieren, um das intelligente Unternehmen zu ermöglichen.

„Die erfolgreiche Einbindung intelligenter Funktionen in Geschäftsprozesse wird darüber entscheiden, wer Gewinner und Verlierer sein wird. Wir haben das Privileg, an vorderster Front diese Revolution der Geschäftswelt zu gestalten und voranzutreiben“, sagte er. „Wir wollen jeden auf den Weg zum intelligenten Unternehmen bringen.“

Oben: SAP-Mitarbeiter Ian Kimbell und Jana Richter, Leiterin Produktmanagement für den Bereich SAP Cloud Platform Core, demonstrierten das intelligente Unternehmen auf der SAP TechEd.

Native Cloud-Strategie und Offenheit

Und ganz offensichtlich hat die SAP zahlreiche große Versprechen an Entwickler im Hinblick auf Auswahlmöglichkeiten und leichten Zugang eingelöst: Leukert gab die allgemeine Verfügbarkeit von SAP Cloud Platform, ABAP Environment, die neueste Version des SAP Data Hub, die Beta-Verfügbarkeit des Services SAP Cloud Platform Functions sowie Kubernetes als Service für die SAP Cloud Platform bekannt. Außerdem kündigte er ein Early-Access-Programm für die Machine-Learning- und Data-Science-Plattform an, mit der Unternehmen das komplette Spektrum von Selbstlernprozessen abdecken können.

„Die SAP ist nicht auf den Cloud-Zug aufgesprungen, weil es cool und in aller Munde ist“, sagte Leukert. „Unser Ziel ist es, Ihnen nicht nur Zugriff auf das Neueste und Tollste zu geben, sondern auch Open-Source-Software zu gewährleisten, die sofort im Unternehmen einsetzbar ist. Die Zukunft der Software liegt in der Zusammenarbeit und in offenen Netzwerken.“

Modular und vereinheitlicht – mehr als Integration

Leukert bezeichnete die intelligente Enterprise Suite, intelligente Technologien und die digitale Plattform als die drei Schlüsselbestandteile des neuen Geschäftszeitalters. Mit Point-to-Point-API-Integrationspaketen gehe die SAP über die Integration hinaus zur gemeinsamen Datennutzung über. Durch die zentrale Verwaltung von Inhalten wie Stammdaten, Business-Logic-Services und gemeinsam genutzte Technologieservices könnten Unternehmen von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz in allen Geschäftsprozessen des Unternehmens profitieren.

„Es ist an der Zeit, das intelligente Unternehmen aufzubauen, bei dem die Abläufe effizient in der Cloud laufen und Geschäftsprozesse nahtlos zwischen Cloud-Lösungen abgewickelt werden, bei dem gemeinsame genutzte Plattformservices in allen Anwendungen zum Einsatz kommen, bei dem alle Unternehmensdaten transparent für maschinelles Lernen genutzt und ständig neue Geschäftsmodelle entwickelt werden“, sagte er.

Konsistente Plattform – vom Tweet bis zum Verkauf

Verschiedene interessante Demos rund um ein rotes Oasis-Elektroauto der Schweizer Ideenschmiede Rinspeed machten das intelligente Unternehmen für das Publikum erlebbar. SAP-Mitarbeiter Ian Kimbell und Jana Richter, Leiterin Produktmanagement für den Bereich SAP Cloud Platform Core, gaben Einblick in eine ganz neue Welt an Innovationen, die das SAP API Business Hub ermöglicht.

Die erste Demo zeigte, wie Autohändler einen Wagen verkaufen könnten, indem sie auf den Tweet eines Verbrauchers reagieren. Der Verbraucher hat in dem Tweet das Foto eines Autos gepostet, das ihm auf der Straße aufgefallen ist. Der Autohersteller ermittelt mithilfe von KI und maschinellem Lernen, um welches Auto es sich handelt, und schickt einen Antwort-Tweet. In dem Angebot an den Verbraucher kann dieser den Wagen mit Augmented Reality vorkonfigurieren. Außerdem enthält es Infos, wo er einen Händler vor Ort finden kann. Wenn der Kunde beim Händler ankommt, hat der Verkäufer bereits die Original-Tweets auf seinem Bildschirm sowie das vorkonfigurierte Auto, Kostenvoranschläge und Infos zur Lieferung.

Intelligente Funktionen halten Kunden auf dem Laufenden

Die zweite Demo veranschaulichte, wie der Händler mit dem Kunden in Kontakt bleiben und ihm mithilfe von SAP Cloud Platform Functions Infos über den Produktionsfortschritt des Wagen schicken kann. Über APIs, die mit der SAP S/4HANA Cloud integriert sind und die SAP Cloud Platform erweitern, kann der Autohersteller konfigurieren, dass er bei bestimmten Ereignissen benachrichtigt wird, etwa wenn der Wagen des Kunden rot lackiert wird. Dann kann er einen Tweet mit einem Foto des Lackiervorgangs an den Kunden schicken.

„In weniger als vier Minuten haben wir eine Funktion erstellt, sie implementiert, mit SAP S/4HANA integriert – und dem Kunden damit einen tollen Moment beschert“, sagte Kimbell. „Wir sind gespannt, welche Funktionen Sie entwickeln werden!“

Mit intelligenten Funktionen gezielt Verkaufschancen ermitteln

Die dritte Demo am Beispiel des Autos der Zukunft zeigte, wie der Autohändler mithilfe des SAP Data Hub besser ermitteln kann, welche Kunden wahrscheinlich am Kauf einer neuen Batterie interessiert sind. Das Hub sammelt und analysiert Informationen aus verschiedenen Bereichen, unter anderem Telemetriedaten der Wagen, deren Batterien zu schnell leer sind, sowie Kunden, die bald Inspektionstermine haben. Diese Daten werden mit Bestandsdaten von SAP S/4HANA kombiniert. Wenn der Autoverkäufer den ermittelten Kunden anruft, erfasst Gesichtserkennungssoftware mit einem Gefühls-Tracker anhand seines Gesichtsausdrucks in Echtzeit, wie gut er das Angebot findet.

„Sie haben gerade das ERP der Datenwelt erlebt. Technologie ist natürlich wichtig, aber letztendlich kommt es darauf an, was Sie mit dieser Technologie machen“, sagte Leukert. „SAP Data Hub ist die einzige Big-Data-Lösung für Unternehmen, die gleichzeitig den Datenfluss und die Datenverarbeitung in dieser Pipeline orchestriert. Zudem bietet sie eine umfassende Skalierbarkeit, die diese Probleme bei jedem Datenvolumen löst, da sie die Logik von der darunter liegenden Datenquelle abstrahiert und somit eine beispiellose Flexibilität und Agilität gewährleistet. Damit trägt sie dazu bei, Datensilos, die in Unternehmen heute bestehen, abzubauen.“

Ganz auf intelligente Funktionen setzen

Zum Abschluss appellierte Leukert an die Entwickler, „ganz auf die intelligente Suite zu setzen, alles auf der SAP Cloud Platform zu entwickeln und dabei die Sprachen, Tools und nativen Cloud-Bibliotheken Ihrer Wahl zu nutzen, mit dem SAP-Ökosystem zusammenzuarbeiten und Ihre Kreativität zu vermarkten. Es ist jetzt für jeden an der Zeit, das intelligente Unternehmen umzusetzen.“