Produktionssteuerung 4.0 – das Potenzial der Echtzeitdaten

Die Produktion 4.0 optimiert durch den Einsatz modernster Technologien das magische Dreieck der Produktionssteuerung: die Kosten, die Qualität und die Schnelligkeit. Vor allem der letzte Punkt bietet mit verlässlichen und schnellen Lieferzeiten einen deutlichen Wettbewerbsvorteil. Erfahren Sie, wie Echtzeitdaten mit ERP-Anbindung das gesamte Potenzial der Produktionssteuerung 4.0 entfesseln.

Es ist noch nicht lange her, da war der Mensch die zentrale Datenquelle. Heute übernehmen Sensoren diese Rolle. Sie erfassen Daten von Maschinen, Werkteilen und dem Lager. Diese Daten fließen in ein Netzwerk und stehen sofort bereit. Technisch versteht man unter Echtzeit also Bruchteile von Sekunden. Aber eine passendere Definition ist „verzögerungsarme Verarbeitung von Daten“, denn bei Prozessen spielt auch die betriebliche Situation eine Rolle: Bei Gegenchecks durch Menschen kann sich Echtzeit dann doch um wenige Minuten verzögern. Aber die Verlässlichkeit und Produktivität steigen enorm an.

Einsatzgebiete von Echtzeitdaten

Sensoren an den Maschinen erfassen die Temperatur, Vibrationen, Geräusche, den Energieverbrauch und die Drehzahl – je nach Produktion in anderen Kombinationen. Die Daten vergleicht ein Algorithmus mit Schwellwerten. Über- oder unterschreiten sie einen definierten Korridor, kann man umgehend eingreifen und Produktionsausfälle minimieren.

Die Schwellwerte basieren auf allen gesammelten Daten und sind auf bestimmte Maschinen, die Auslastung und Verschleißanfälligkeit ausgerichtet. Plötzliche Ausfälle lassen sich so vermeiden, Wartungen vorausschauend planen und Fehler schneller analysieren. Grundsätzlich gilt in Punkto Produktivität: Je automatisierter ein Prozess ist, desto automatisierter muss er überwacht werden – per Fühler, Kamera und Mikrofon.

Wer die Echtzeitdaten aus dem Produktionsprozess horizontal integriert, also mit den kaufmännischen und technischen Daten eines ERP-Systems verknüpft, kann auch in Folge von nötigen Reparaturen auch Wartungsaufträge automatisch erstellen lassen und seine Qualitätssicherung optimieren.

Ein Beispiel für die Qualitätssicherung ist die Oberflächenbeschaffenheit beim Fräsen: Es kann sein, dass man Produkte mit geringerer Qualität für einen Auftrag benötigt. Dann kann man weiterproduzieren, auch wenn ein Werkzeug abgenutzt ist. Das ERP-System erkennt dies auf Basis der Echtzeitdaten und Auftragslage. Die Produkte mit geringerer Qualität weist es den entsprechenden Aufträgen zu, was die Effizienz bei optimaler Qualität steigert.

Warum Zeitmanagement der zentrale Vorteil der Echtzeitdaten ist

Erstens wird die Termintreue besser, wenn man die Produktion mit Echtzeitdaten steuert. Fällt eine Maschine aus, prüft die Software Alternativen und priorisiert die Aufträge neu, um vereinbarte Liefertermine halten zu können. Zusätzlich setzt das ERP-System die Reparatur in Gang, sendet der Servicekraft mit Angabe der Dringlichkeit eine Arbeitsliste zu. Kunden honorieren Zuverlässigkeit zwar nicht extra, aber wer sie nicht bietet, ist schnell aus dem Rennen.

Zweitens verkürzen sich die Rüstzeiten mit Echtzeitdaten und die Intralogistik wird optimiert. Beispielsweise ortet ein Realtime-Tracking-System Werkstücke oder Werkstückträger genau in der Werkshalle und erkennt, in welcher Produktionsphase sie sich gerade befinden. Den Status übernimmt das ERP-System, wodurch der Vertrieb mit einem Klick auskunftsfähig wird. Das ist ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Die Beispiele lassen sich fast unendlich fortsetzen. Echtzeit-Neulinge sollten zu Start einfache Szenarien identifizieren und Erfahrungen sammeln. Es ist eine Investition, die sich in der Regel schnell auszahlt.

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