Wie Sie den Datenschatz für Ihr Produktionsunternehmen heben

Es ist unbestritten, dass die systematische Analyse von Produktionsdaten die Wettbewerbskraft der Industrie erhöht – durch Effizienz und neue Geschäftsmodelle. Doch wie lässt sich die Datenanalyse in der Produktion überhaupt realisieren? Schließlich lohnt es sich auf den ersten Blick nicht, jede alte Maschine durch neue, intelligente Maschinen zu ersetzen, die dann durchgängig Daten liefern. Auf der Automatisierungsmesse SPS IPC Drives in Nürnberg präsentieren Anbieter Lösungen.

Die produzierenden Unternehmen müssen auch nicht in einen komplett neuen Maschinenpark inklusive Automatisierungstechnologien investieren, um smarte Fertigung professionell umzusetzen. Oftmals reicht es schon, die Sensortechnik anzupassen. Außerdem erfassen schon heute die Unternehmen Daten über eine ganze Reihe von IoT-Quellen (Internet of Things): Viele Maschinen und Automatisierungstools erzeugen bereits Betriebs- und Verbrauchsdaten und sind mit Sensoren ausgestattet: Es gilt nun, diese Daten über Cloud-Plattformen zu integrieren und damit für neue Bereiche nutzbar zu machen.

Cloud-Plattformen sichern Zukunft ab

Durch Cloud-Plattformen integrieren die Produktionsunternehmen vorhandene IoT-Quellen mit vertretbarem Aufwand und eröffnen sich neue Potenziale. Über Schnittstellen liefern Maschinen und Roboter Informationen an die Plattform, die enorme Datenmengen in Echtzeit aufbereitet und verständlich darstellt – unter anderem lassen sich damit Fertigungs- und Wartungsprozesse optimieren.

Konkrete Anwendungsbeispiele sind die vorausschauende Wartung, exakte Fehleranalysen, flexible Material- und Ressourcenplanung und ein maximierter Output. Aber auch neue Geschäftsmodelle entstehen, wie das Liefern von Services statt Produkten: Produktionsunternehmen können mit den Plattform-Daten verbrauchsabhängige Preise kalkulieren und dann verdichtete Luft statt Kompressoren verkaufen. In einer Forsa-Studie erwarten über 80 Prozent der Mittelständler, dass die Analyse von Maschinendaten stets bedeutender werden wird. Aber erst ein Drittel der Fertigungsbetriebe im deutschsprachigen Raum wertet laut einer Studie der Universität Potsdam Maschinen- und Sensordaten aus. Die Produktion optimieren die Unternehmen nur spontan und wenig strategisch über Datenanalysen. Vorreiter ist laut der Beratungsfirma Pierre Audoin Consultants (PAC) die Automobilindustrie.

Production-as-a-Service als Geschäftsmodell

Modulare Maschinen und Automatisierungstechnologien sorgen dafür, dass Production-as-a-Service möglich wird. Gleichzeitig sorgen die durchgängig vorliegenden Daten dafür, dass „digitale Zwillinge“ der Fertigung entstehen, über die Produkte nahezu vollständig digital entwickelt werden können.  Das ist nicht mehr nur Zukunftsmusik.

Der Pharmahersteller Merck nutzt bereits die Open-Source-Software Hadoop, um Impfstoffe schneller zu entwickeln: 16 Datenquellen lassen sich zusammenführen und analysieren, ohne dass die Daten über Umwege (ETL – Extract, Transform, Load) transformiert werden müssen. Über Cloud-Plattformen und Lösungen wie dem SAP Data Hub scheitern Big-Data-Analysen nicht mehr an vielfältigen Datentypen und -formaten oder unzureichender Datenqualität. Sie integrieren unterschiedliche Datenquellen, Maschinen und Standards mit relativ geringem Aufwand.

Die vorhandene und weit entwickelte Technologie sollte auf alle Fälle strategisch eingeführt werden – es gibt Hürden: Menschen müssen überzeugt werden und zusammenarbeiten. Know-how ist oftmals knapp. Kernfragen für die Strategie sind beispielsweise die nach den Zielen, nach den benötigten Daten, nach Technologien wie Sensorik und RFID, Organisation und Verantwortung, Governance und Compliance und nach Prozessen.

Digitaler Zwilling, Predictive Maintenance: auf der SPS IPC Drives wird es konkret

Vom 27. bis 29. November 2018 wird der Nutzen von Datenanalysen auf der internationalen Messe für Automatisierung SPS IPC Drives in Nürnberg konkret. Für Produktionsplaner und Produktentwickler wird die Unified Architecture (UA) der OPC Foundation ein Trendthema sein. Sie ist ein Baustein, um Daten aus den Werkzeugmaschinen zu übertragen und digitale Zwillinge in der Fertigung zu erhalten.

Ein gutes Beispiel für die die dynamische Fertigung und den flexiblen End-toEnd-Fertigungsfluss liefert die SAP mit Partnern wie der INDEX-Gruppe in Halle 5, Stand 358. Das Publikum sieht, wie über eine Cloud-Plattform ein digitaler Zwilling einer Maschine entsteht. Man sieht den Zustand der Maschine und bekommt bei einem Servicefall genau die passenden Ersatzteile angezeigt.

Es lässt sich damit die vorausschauende Wartung umsetzen und Fertigung mit Logistik verknüpfen, wenn Kunden oder Lieferanten aufgeschaltet werden. Die End-to-End-Fertigung wird konkret: Das Werkteil wird mit Hilfe von PLM designt, ein fahrerloses Transportsystem bringt produzierte Teile zur Montage, wo Pick by Light-Technologien die Kommissionierung unterstützen und dem Werker das Leben vereinfachen. Letztlich wird das fertige Produkt in den digitalen Zwilling hochgeladen. Alle Schritte sind erfasst und damit lassen sich Fehler genau identifizieren und Prozesse optimieren.

SPS IPC Drives 2018: 27. bis 29. November 2018, Nürnberg Messe, SAP in Halle 5, Stand 358

Weitere Infos und einen Eintrittsgutschein erhalten Sie unter: https://events.sap.com/de/sps-ipc-drives-2018/de/home