Programmieren lernen leicht gemacht – mit Snap!

Programmieren lernen sollte nicht nur Technikexperten oder Mathegenies vorbehalten sein. Mit der Weiterentwicklung der Programmiersprachen ist es heute viel einfacher (und unterhaltsamer!) geworden, sich Informatikkenntnisse anzueignen. So funktioniert Programmieren mit Snap.

Anfangs waren Programmiersprachen eine Anhäufung komplizierter Kombinationen von Zahlen, Buchstaben und Symbolen. Doch inzwischen sind sie deutlich ausgereifter. Ein gutes Beispiel dafür ist Snap!. Mit Drag-und-Drop-Funktionen baut diese visuelle Programmiersprache Barrieren ab – zwischen unterschiedlichen Kulturen, Hintergründen und Dialekten. Es erfolgt eine Rückbesinnung auf die Grundlagen des Programmierens.

Snap! ist nicht textbasiert, sondern blockbasiert. Das heißt, dass die Prozesse für alle Lernenden gleich sind – egal, ob es ich um einen achtjährigen Schüler in Bangkok oder um einen 80-jährigen Rentner in Texas handelt. Das bringt nicht nur mehr Spaß für Lernende aller Kenntnisstufen, sondern fördert auch die Entstehung einer globalen Gemeinschaft.

Gemeinsam an Coding-Projekten tüfteln

Blöcke und Formen sind für alle gleich, unabhängig davon, welche Sprache man spricht oder in welchem Land man lebt. Diese Tatsache trägt dazu bei, ein Bewusstsein für das Schöne an der Informatik zu schaffen – über geografische und soziale Grenzen hinweg.

Snap! ist im Open-Source-Modell verfügbar und bietet ein leicht verständliches Format. Die Programmiersprache ist für alle gedacht, von Grundschülern in Sommercamps bis hin zu Studenten und Lehrern, die Programmieren unterrichten. Würde ich gefragt werden, welche User Story mir am besten gefällt, dann käme mir sofort in den Sinn: eine Anwendererfahrung, die zeigt, dass diese Sprache wirklich verbindet.

Das neunte Schuljahr ist hart – insbesondere für jemanden, der dem autistischen Spektrum angehört. Einer unserer Lernenden war genau in dieser Situation. Er war meist sehr in sich gekehrt – bis er Snap! gezeigt bekam. Er fing an Snap! zu lernen, denn es war Teil seines Unterrichtsplans. Schnell hatte er begriffen wie es geht. Und dann begann er, gemeinsam mit vier Klassenkameraden, ein eigenes Spiel zu programmieren.

Durch die Einfachheit des Snap!-Konzepts war das Spielfeld zwischen den Jungs geebnet – ein Freiraum, in dem sie ihre Kreativität sprechen lassen konnten. Snap! hat es ihnen erleichtert, als Team zusammenzuarbeiten. Und das Ergebnis ist ein voll funktionsfähiges Spiel, das die Klassenkameraden ganz alleine programmiert haben. Vor allem aber hat Snap! dem jungen Autisten geholfen, seine Barrieren zu überwinden und soziale Kontakte aufzunehmen.

Mehr als eine Programmiersprache – eine Bewegung

Snap! kommt bei Nutzern gut an. Es entsteht eine gemeinschaftliche Verbindung, die motiviert, als Gruppe zusammenzuarbeiten. Mit Aktivitäten wie SAP Young Thinkers’ Go Digital Nights und Hochschulkursen hat Snap! völlig neue Maßstabe für das Coding und Programmieren gesetzt. Aus einer individuellen wird eine gemeinschaftliche Erfahrung, was bewirkt, dass die Disziplin Informatik insgesamt integrativer wird. Die Snap!-Community zählt mittlerweile über eine Viertelmillion Nutzer, die bis heute mehr als zwei Millionen Apps programmiert und Projekte umgesetzt haben.

Sich Programmierkenntnisse anzueignen, wird oft als schwierig erachtet. Aber grafische Programmiersprachen wie Snap! tragen dazu bei, dass sich dies ändert. Während das SAP-Forschungsteam Snap! weiterentwickelt, bietet SAP den Lernenden zusätzliche Möglichkeiten, mithilfe der Programmiersprache Innovationen hervorzubringen. Es ist schön zu sehen, wie diese Art des Programmierens Menschen verbindet. Snap! ist außerdem ein Bestandteil der SAP-Initiative Learning for Life.

Auf der Online-Lernplattform openSAP wird ab sofort ein kostenloser Kurs zu Snap! angeboten.


Jens Mönig ist Research Expert bei SAP.