Shareconomy für aktuelle Kunden- und Lieferanten-Daten

Im Grunde wissen es alle: Datenqualität ist eine der am meisten unterschätzten Aufgaben im Unternehmen. Es ist sehr ärgerlich, wenn Rechnungen nicht bezahlt werden oder Lieferanten nicht mehr erreichbar sind. Die ständige Datenaktualisierung ist allerdings aufwändig. Nun schafft die Shareconomy Abhilfe mit der Corporate Data League (CDL).

Fragen, die jeder im Unternehmen schon gehört hat: Sind die Daten der Kunden und Lieferanten noch korrekt? Oder sind meine Kunden umgezogen? Wie lange dauert es, tausende Datensätze zu aktualisieren? Kann man die Daten anreichern mit Geo-Codes oder Steuernummern und können wir die Rechtsform feststellen? Ist das global möglich? Können wir die aktuellen Daten nicht irgendwo kaufen?

„Wir bekommen diese Fragen häufig zu hören, denn in jedem Unternehmen hinkt man der Realität hinterher, mit Adressen, Unternehmensnamen, Steuernummern und so weiter“, sagt Dr. Kai Hüner, CTO der CDQ AG (Corporate Data Quality). „Dabei ist allen klar: Es gibt zunehmend mehr Unternehmen, die kontinuierlich viel Energie in Datenqualität stecken. Warum also diese Vorreiter nicht im Sinne der Shareconomy zu einer Corporate Data League formen? Unternehmen tauschen aktualisierte Stammdaten zu gemeinsamen Kunden und Lieferanten aus und jedes Unternehmen profitiert“, führt der Chief Technology Officer aus.

Mangelnde Adressqualität bei Geschäftspartner-Daten schadet Unternehmen

Eine Corporate Data League (CDL) ist im Grund längst überfällig. Größere Unternehmen beschäftigen eigens Manager, die für hohe Datenqualität sorgen. Sie setzen globale Prozesse auf, beachten landesspezifische Regulierungen rund um den Datenschutz und arbeiten mit externen Adressdienstleistern und Wirtschaftsauskünften zusammen. Das ist aufwändig, sehr aufwändig, aber notwendig.

Gute Geschäftspartner-Daten sichern beispielsweise die Lieferkette ab. Wer die Adressen von Lieferanten und deren Produktionsstandorten kennt und mit Geodaten verknüpft, schätzt Risiken durch Hochwasser, Erdbeben etc. besser ein. Wer weiß, welche Kunden Rechnungen pünktlich begleichen und welche in finanziellen Schwierigkeiten stecken, kann entsprechend agieren. Auch passiert es häufig, dass sich die Rechtsform oder Anschrift eines Kunden ändert: Dann sind Rechnungen formal falsch und können nicht bezahlt werden. Oder Servicetechniker fahren zum falschen Ort. Bei neuen Telefonnummern laufen Anrufe des Vertriebs ins Leere.

Besonders fällt mangelnde Adressqualität bei Rückläufern auf: Sei es bei E-Mail-Aussendungen oder einem Post-Mailing: Es führt immer wieder zu Ärger, wenn ein erheblicher Anteil der Briefe aus einer Marketing-Kampagne nicht zustellbar ist. Viele müssen sich dann die Frage anhören: Warum haben wir das nicht gewusst? Jedes Jahr entstehen den Unternehmen durch mangelnde Datenqualität enorme wirtschaftliche Schäden, die sich vermeiden ließen.

Shareconomy hält Geschäftspartner-Daten aktuell

Qualität von Kunden- und Lieferantendaten drückt sich auch in guter Compliance aus: Wenn Daten zu natürlichen Personen als solche erkannt und gekennzeichnet werden, bleiben Unternehmen mit Sicht auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) auf der sicheren Seite. Dafür sorgt nun auch die Shareconomy, denn eine künstliche Intelligenz, die durch viele Unternehmen trainiert wird, lernt schneller und kann treffsicherer Datensätze zu natürlichen Personen erkennen und kennzeichnen.

„Branchenübergreifend gibt es bei den Unternehmen große Überschneidungen der Geschäftspartner-Daten von Kunden und Lieferanten. Vorreiter im Bereich Datenqualität haben sich in der Corporate Data League zusammengeschlossen und tauschen qualitätsgesicherte Daten über eine Cloud-Plattform aus“, stellt Hüner das Grundprinzip der CDL prägnant vor.

Zur CDL gehören bisher 14 Unternehmen: BASF, Bayer, Bosch, Dekra, Evonik, Lanxess, Lonza, Merck, Nestle, Novartis, SAP, Sartorius, Siemens und ZF Friedrichshafen. Jedes der Unternehmen betreibt ein ausgezeichnetes Datenmanagement. Grundsätzlich ist die CDL offen für alle Unternehmen, die beitreten wollen. Voraussetzung für eine Aufnahme sind allerdings gut entwickelte Strukturen für das Datenmanagement.

Über einen Konnektor der SAP kann jedes Unternehmen von den aktualisierten Geschäftspartner-Daten der CDL profitieren und seine Daten in seinen SAP-Systemen in der Cloud oder on Premise anreichern. Außerdem ergänzt CDQ den Pool kontinuierlich mit Daten aus öffentlichen Unternehmens-Registern. Alle Unternehmen sind dann in der Lage, bestehende Geschäftspartner-Daten abzugleichen und zu aktualisieren: Firmierung, Anschriften, Steuernummern, Betrugswarnungen und vieles mehr. Sensible Informationen wie Zahlungskonditionen tauschen Unternehmen in der CDL selbstverständlich nicht aus.

Schaubild zur Datenqualität
Die Corporate Data League (CDL) stärkt Unternehmen in vier Kernbereichen mit einer hohen Qualität der Geschäftspartner-Daten.

Die CDL bringt den Unternehmen von Beginn an klare Vorteile: „Die CDQ Cloud Engine hat uns zwei bis drei Wochen manuelle Arbeit erspart. Wir waren im Begriff, 4.000 neue japanische Kunden in unser CRM-System zu integrieren, aber die Quelldaten enthielten keine Postleitzahlen. Die CDQ Engine fand sofort 93 Prozent aller Postleitzahlen, basierend auf japanischen Kundennamen und Adressen“, berichtet Thorsten Hähnel, Stammdatenexperte bei Sartorius Stedim Biotech.

Automatisierte Stammdaten- und Adresspflege

Die “Data Shareconomy” fördert die Industrialisierung des Datenmanagements und eine automatisierte Stammdaten- und Adresspflege, was den Aufwand für Datenpflege im Unternehmen senkt. Klar gestaltete Datenmodelle, ein umfassendes Regelwerk für Datenqualitäts-Prüfungen, und Schnittstellen für die technische Integration wurden gemeinsam mit den Mitgliedern der CDL definiert.

Die Cloudplattform der CDL soll mehr werden als eine bloße Adressdatenbank, wie auch Wirtschaftsauskünfte sie bieten. Künstliche Intelligenz (KI) trägt bald dazu bei, dass die Daten ausgewertet und dadurch Themen besser adressiert werden – für Marketingkampagnen, den Vertrieb oder zur Risikoabsicherung in der Lieferkette. „Über die CDL profitieren Unternehmern ohne eigenes Know-how rund um Künstliche Intelligenz von der modernen Technologie. Die CDL lässt nicht nur die Shareconomy aufleben, sondern bietet auch Shared Intelligence“, berichtet Hüner.

Die aufwändige Pflege von Geschäftspartner-Daten wird durch die CDL ein Stück einfacher. Nur eines der teilnehmenden Unternehmen muss beispielsweise die Steuernummer eines Lieferanten aktualisieren, die übrigen Unternehmen profitieren davon. Ob aktualisierte Daten aus der CDL bei der internen Übernahme noch gesondert geprüft werden, bleibt den Unternehmen überlassen. Langfristig soll durch herausragende Datenqualität aber noch mehr Vertrauen in die CDL entstehen. Dadurch werden Prozesse nochmals verschlankt.

„Natürlich steigt der Nutzen einer solchen Shareconomy mit der Anzahl der teilnehmenden Unternehmen“ berichtet Hüner. „Also: Dare to Share!“

Weitere Informationen zum Thema Qualität der Geschäftspartner-Daten: