Geöffnete Hände gefüllt mit Getreide der Welthungerhilft

Starke Partner: Soziale Unternehmen und Big Business

Beim Social Enterprise World Forum, das kürzlich in Edinburgh stattfand, hat die SAP ihr Engagement für Sozialunternehmen intensiviert.

Die mittelalterliche Old Town von Edinburgh mit ihrer Burg und ihren verwinkelten Gassen ist weltberühmt. Die schottische Hauptstadt, in der sich Tradition und Moderne miteinander verbinden, hat sich zu einem globalen Zentrum für Sozialunternehmen entwickelt.

Zwar gibt es keine formale Definition, was genau ein Sozialunternehmen ist, doch versteht man darunter in der Regel ein wirtschaftlich rentables Unternehmen, für das nicht die Interessen der Aktionäre oder Eigentümer, sondern das Gemeinwohl im Mittelpunkt steht. Die Bandbreite ist dabei sehr groß – von der Schaffung besserer Lebensbedingungen für Menschen, die in Armut leben, bis hin zum Umweltschutz. Und der Sektor boomt: 42 Prozent der Sozialunternehmen wurden in den letzten zehn Jahren gegründet.

Auf die knapp 5,5 Millionen Einwohner Schottlands kommen rund 5.600 Sozialunternehmen, die jährlich 1,68 Milliarden Pfund (umgerechnet etwa 1,89 Milliarden Euro) erwirtschaften und über 100.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Fördern der Zusammenarbeit zwischen Sozialunternehmen und der Privatwirtschaft

Damit war Edinburgh geradezu prädestiniert als Veranstaltungsort für das Social Enterprise World Forum, das im September zum elften Mal stattfand und „eine weltweite Bewegung von Sozialunternehmen“ schaffen möchte. Mehr als 1.400 Teilnehmer aus 47 Ländern hatten sich versammelt, um sich auszutauschen und gemeinsam nach Lösungen für die gesellschaftlichen und ökologischen Probleme der Welt zu suchen. Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die Frage, wie die Beziehungen zwischen der Wirtschaft und Sozialunternehmen gestärkt werden können.

Gerry Higgins ist CEO der Agentur Community Enterprise in Scotland (CEIS) und hat das Social Enterprise World Forum (SEWF) 2008 ins Leben gerufen. Er blickt auf mehr als 30 Jahre Erfahrung bei der Gründung und Leitung von Sozialunternehmen zurück. „Partnerschaften zwischen Sozialunternehmen und Unternehmen aus der Privatwirtschaft haben eine lange Tradition“, erklärt er. „In den letzten Jahren hat sich jedoch eine Trendwende vollzogen: Privatunternehmen haben erkannt, dass sie durch Partnerschaften mit Sozialunternehmen wirklich etwas in den Gemeinden bewirken können.“

Gerry Higgins führt diese Entwicklung auch auf die Generation der Millennials zurück. „Jungen Menschen ist klar, dass wir nicht einfach immer so weitermachen können und es weltweit eine Vielzahl von Herausforderungen zu bewältigen gibt.“ Diese Generation zeigt nicht nur größeres Interesse am sozialen Sektor als die Generationen vor ihr, sondern nimmt auch Großkonzerne in die Pflicht, ihrer Verantwortung im Hinblick auf die Lösung gesellschaftlicher und ökologischer Probleme gerecht zu werden.

Nach Ansicht von Gerry Higgins profitieren beide Seiten von einer engeren Zusammenarbeit zwischen Privatwirtschaft und Sozialunternehmen. Unternehmen müssen in zunehmendem Maße offenlegen, wie sie positive Veränderungen in der Gesellschaft bewirken. Eine Möglichkeit, wie sie sich auch ihren Anlegern gegenüber als gesellschaftlich verantwortlich handelndes Unternehmen präsentieren können, besteht darin, Waren und Dienstleistungen von Sozialunternehmen zu erwerben. Umgekehrt sind sie für Sozialunternehmen ein neuer und potenziell lukrativer Kundenkreis, der dazu beiträgt, die positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft zu verstärken.

Die SAP intensiviert ihr Engagement für Sozialunternehmen

Als internationaler Anbieter von Unternehmenssoftware ist auch die SAP davon überzeugt, dass die Zusammenarbeit mit Sozialunternehmen Vorteile für beide Seiten mit sich bringt, und hat deshalb ihr Engagement in diesem Sektor deutlich ausgebaut. Das Unternehmen hat als erster globaler Partner am diesjährigen SEWF teilgenommen. Im Rahmen der auf drei Jahre ausgelegten Partnerschaft soll das Wachstum des gemeinnützigen Sektors gefördert werden, unter anderem durch einen neuen, von der SAP und Mitgliedern des SEWF gemeinsam entwickelten Massive Open Online Course (MOOC). In diesem Kurs sollen Teilnehmer lernen, wie Sozialunternehmen Teil der Lieferkette von Privatunternehmen werden können.

Über viele Jahre hinweg hat die SAP Sozialunternehmen vor allem über ihr Social-Sabbatical-Programm unterstützt. Dabei haben SAP-Mitarbeiter Sozialunternehmer, Nichtregierungs- und gemeinnützige Organisationen mit ihrem Know-how geholfen, strategische Herausforderungen zu bewältigen. Alexandra van der Ploeg, Vice President of Corporate Social Responsibility bei SAP, sieht zwei Hauptursachen für das verstärkte Engagement für Sozialunternehmen.

Zum einen verabschiedeten die Vereinten Nationen 2015 ihre Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, in der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) zur Bekämpfung von Armut, Ungleichheit und des Klimawandels formuliert sind. „Die Agenda 2030 und die Nachhaltigkeitsziele haben das Bewusstsein für die Rolle der Privatwirtschaft bei der Umsetzung der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Ziele der Vereinten Nationen geschärft“, erklärt Alexandra.

Zum anderen – und diese beiden Ursachen sind eng miteinander verflochten – fordern Anleger, dass Unternehmen verantwortungsbewusster handeln. „Ein entscheidender Faktor in dieser Entwicklung ist der Druck vonseiten der Anleger“, führt Alexandra aus. „Sie zwingen Unternehmen, nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg im Blick zu haben, sondern die ,Triple Bottom Line‘, die den ökonomischen, gesellschaftlichen und ökologischen Erfolg misst.“

Sie ist fest davon überzeugt, dass die SAP mit ihrer Technologie, ihren Mitarbeitern und ihrem Partnernetz Sozialunternehmen zu schnellerem Wachstum verhelfen kann. SAP-Technologien können Sozialunternehmen helfen, ihre Ziele erfolgreich umzusetzen und ihren Wirkungsgrad zu vergrößern. So kann SAP Ariba beispielsweise Käufer auf der ganzen Welt mit Anbietern von Waren vernetzen, die sozial verantwortlich hergestellt wurden.

SAP-Mitarbeiter können in Freiwilligenprojekten Sozialunternehmer mit ihrem Know-how unterstützen, damit diese mit ihrem Engagement noch mehr erreichen können. Sie können auch selbst zum Sozialunternehmer werden, beispielsweise im Rahmen interner Initiativen wie One Billion Lives. Das Inkubationsprogramm unterstützt Mitarbeiter, die sozial ausgerichtete Unternehmen gründen möchten. Schließlich kann auch das SAP-Partnernetz (dem sowohl gewinnorientierte als auch gemeinnützige Organisationen angehören) Sozialunternehmen neue Geschäftsmöglichkeiten und Märkte aufzeigen.

Damit wiederum wird auch das Ziel der SAP unterstützt, die Abläufe der weltweiten Wirtschaft und das Leben von Menschen zu verbessern. Adaire Fox-Martin, Vorstandsmitglied für den Bereich Global Customer Operations (EMEA, MEE und Greater China), setzt sich seit Langem für soziales Unternehmertum ein und hat unter anderem die Initiative „One Billion Lives“ ins Leben gerufen. Sie bekräftigt: „Durch die Zusammenarbeit mit Sozialunternehmen können unsere Mitarbeiter unsere Werte vorleben, sich in Projekten engagieren und Ideen umsetzen, die ihnen am Herzen liegen und wirklich zu einer besseren Welt beitragen.“

Nächstes Jahr findet das SEWF in Äthiopien statt, einem Land mit über 100 Millionen Einwohnern und einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Afrikas. Der gemeinnützige Sektor Äthiopiens ist bereits stark ausgeprägt. Wir werden an dieser Stelle darüber berichten.