Synfioo/SAP-Lösung überzeugt beim Smart Supply Chain Award 2018

Das deutsche Logistik-Startup Synfioo ist Teil des SAP-Startup-Accelerator-Programms in Berlin und hat in dieser Zeit gemeinsam mit SAP einen Monitor für Ankunftsprognosen in Echtzeit entwickelt, der nun Eingang in die Transportmanagement-Software der SAP gefunden hat. Dass die Synfioo-/SAP-Lösung es in die letzte Runde des Smart Supply Chain Awards für herausragende End-to-End Supply Chain Lösungen geschafft hat, ist auch ein Erfolg für den SAP IoT Startup Accelerator.

Die letzte Meile beim Transport von Waren und Gütern ist berüchtigt dafür, dass so einiges passieren kann, womit man nicht gerechnet hatte. Was tun beispielsweise, wenn die gebuchte Fähre den Ärmelkanal nicht überqueren kann, weil ein Sturm wütet? Mit SAP Transportation Management, erweitert um die Synfioo-Lösung, lassen sich alternative Routen in Echtzeit berechnen, indem eine Vielzahl an Datenquellen bezüglich Wetter und Verkehr herangezogen werden. Und sollte etwa der Zug durch den Ärmelkanaltunnel überbucht sein, so dass man bis zum nächsten Tag warten muss, informiert die Synfioo/SAP-Lösung darüber, dass sich ein gesicherter Parkplatz in wenigen Kilometern Entfernung vom Fährenterminal befindet.

Mit dieser gemeinsam entwickelten Lösung für Ankunftsprognosen in Echtzeit haben SAP und Synfioo es ins Finale des Smart Supply Chain Awards für herausragende End-to-End Supply-Chain-Lösungen geschafft, der im Rahmen der Hypermotion erstmals am 21. November in Frankfurt am Main verliehen wurde. Eva Zauke, Vice President von Digital Supply Chain and Manufacturing bei SAP, die den SAP IoT Startup Accelerator in Berlin leitet, lobte die Synfioo/SAP-Lösung als Beispiel für die gelungene betriebswirtschaftliche und technische Integration einer Startup-Lösung in das SAP Standardportfolio.

„Der SAP IoT Startup Accelerator hat zuvor schon Auszeichnungen erhalten, etwa den Best Accelerator 2018 Award des Capital-Magazins,“ erklärt Eva Zauke, „für unsere Arbeitsweise, unseren Ansatz, der einzigartig ist. Dass jetzt auch eine unserer Lösungen in der Endrunde des Smart Supply Chain Awards war, ist für uns eine große Bestätigung; dadurch wird der Output des Accelerators gewürdigt, produkt-bezogen Lösungen von Startups mit dem SAP-Standard-Produktportfolio zu integrieren und so Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen.“

Kunden profitieren von der Zusammenarbeit mit Startups

Der SAP IoT Startup Accelerator wurde im Dezember 2016 eröffnet, also zu einem Zeitpunkt als bereits viele große Unternehmen die deutsche Hauptstadt als Standort für Innovation Labs, Inkubatoren und Acceleratoren entdeckt hatten. „Ihr als SAP seid spät dran‘ bekamen wir damals überall zu hören,“ erinnert sich Eva Zauke. Es war deshalb wichtig, sich abzuheben. „Um das Geschäftsmodell des Accelerators zu definieren haben wir mit Startups gesprochen,“ sagt Eva Zauke. „Wir haben gefragt: was ist es, was euch wirklich in der Zusammenarbeit mit SAP hilft? Und herauskam, dass es ihnen vor allem darum ging, mit der Kundenbasis zu skalieren. Das hat sich auch bestätigt. Jedes Startup möchte seine Lösung bei Kunden eingesetzt sehen, Mehrwerte schaffen und skalieren. Kein Startup hat uns jemals nach Funding gefragt.“

Startups eröffnet der Accelerator komplett neue Möglichkeiten. Sie haben die Möglichkeit,  SAP-Partner zu werden und Zugang zur Kundenbasis des jeweiligen Produkts zu bekommen. Außerdem bringen die SAP-Mitarbeiter, mit denen die Startups zusammenarbeiten, Technologie- und Vertriebsexpertise mit, von denen die Startups profitieren.

Für die Kunden wiederum bedeutet der Accelerator, dass die SAP-Produkte, die sie nutzen, durch Startup-Lösungen ergänzt werden. Dadurch erzielen sie einen Mehrwert für ihren Geschäftsprozess, den sie ohne die Zusammenarbeit von SAP mit Startups nicht gehabt hätten. Zu dem Image einer innovativen Firma, das sich SAP in den letzten Jahren erworben hat, hat auch der Accelerator wesentlich beigetragen. „Kunden haben nun einen Ansprechpartner, der sie mit der Berliner Startup-Szene vernetzt, und einen konkreten Anlaufpunkt,“ sagt Eva Zauke. „Zum Beispiel sind wir Teil der Berlin Innovationstour.“

Innovation mit SAP Leonardo in der Digital Supply Chain

Bedingung für die Aufnahme eines Startups in den SAP IoT Startup Accelerator ist, dass dieses eine Lösung im Bereich Digital Supply Chain, Manufacturing oder Industry 4.0 entwickelt hat. Eva Zauke erklärt: „Wir prüfen, ob es sich um eine kompetitive Lösung handelt, oder um eine, die ein SAP-Produkt ergänzen kann.“ Falls Letzteres der Fall ist, kann das Startup sich um Aufnahme in das Accelerator-Programm bewerben.

„Die Supply Chain ist wieder cool,“ erklärt Eva Zauke. „Das hören wir von Analysten wie Gartner und das sehen wir auch selbst: sie ist einer der Bereiche, die von innovativen Technologien im Rahmen von SAP Leonardo in großem Umfang profitieren. Und der Accelerator nutzt die ganze Bandbreite von IoT-Sensordaten und Smart Analytics über maschinelles Lernen und Blockchain as a Service bis zur SAP Cloud Plattform.“

Die Supply Chain, also die End-to-End-Wertschöpfungskette von der Planung über die Produktion und Auslieferung bis zur Inbetriebnahme des Produkts, verändert sich derzeit radikal. Als Marktführer im Bereich Supply Chain, der jedes Jahr um einen zweistelligen Faktor wächst, hat SAP dessen Innovationspotenzial erkannt und arbeitet mit Startups zusammen, um Kunden noch besser bei der Umsetzung ihrer Strategien zu unterstützen.

Überblick über die Lieferkette in Echtzeit

„Customer Centricity ist ein großes Thema,“ sagt Eva Zauke. „Wir müssen uns bei den Kunden auf sehr individualisierte Produkte und eine dementsprechend individualisierte Supply Chain einstellen. Der zweite Trend ist Total Visibility, was bedeutet, dass der Kunde in Echtzeit den Überblick sowohl über seine Bestände als auch über den Fortschritt seiner Lieferung hat. Drittens gibt es derzeit zwei Innovationsmodelle. Eines zielt auf die Verbesserung der Effizienz, der Produktqualität und der Kundenzufriedenheit ab. Zum anderen erleben wir eine Transformation auf der Kundenseite. Kunden verkaufen kein Produkt mehr, sondern servicebasierte Modelle, sprich: das Ergebnis der Arbeit.“

Als Antwort auf diese vielfältigen Herausforderungen bietet SAP als Teil des Intelligenten Unternehmens in der Supply Chain den Geschäftsprozess Design-to-Operate an. In den verschiedenen Prozessschritten von Produkt Design über Planung, Produktion und Auslieferung bis zum Betrieb kommen potenziell Startups ins Spiel: indem sie mit ihren Lösungen einzelne Prozessschritte ergänzen und erweitern, wie Synfioo es im Falle von SAP Transport Management getan hat, oder indem sie neue Einsichten liefern beziehungsweise neue Geschäftsmodelle eröffnen.

Synfioo ist eines von mehr als 30 Startups, die den SAP IoT Startup Accelerator seit Ende 2016 durchlaufen haben. „Nicht nur die Startups, sondern auch unser eigenes Team hat sich natürlich mit entwickelt,“ sagt Eva Zauke. „Wir werden immer besser darin, auf die Bedürfnisse der Startups einzugehen und dabei die Skalierung der entstehenden Lösungen voranzutreiben. Vor allem in Punkto Agilität hat sich vieles geändert – und am Ende können wir ein Ergebnis wie bei der Integration von Synfioo mit SAP Transportation Management sehen.“

Bildquelle: EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH