Zero Waste: Intelligente Absatzplanung aus der Cloud

Maximale Frische, optimale Verfügbarkeit, strenge Compliance-Vorgaben – die Anforderungen an den Lebensmittelhandel sind immens, die Margen gering. SAP Senior Presales Specialist Kristina Noe erklärt im Interview, wie intelligente Prognosen und Prozesse das Geschäft mit frischer Ware erleichtern. Und warum davon auch das Image der Händler profitieren kann.

Dieser Beitrag ist Teil der Themenserie

Serie: Intelligent Retail – Handel mit Köpfchen

Die Zukunft des Handels liegt in intelligenten Prozessen und der smarten Nutzung von Massendaten. Um die Potenziale der Digitalisierung agil zu erschließen, braucht es jedoch eine zukunftsorientierte, flexible Infrastruktur sowie die Bereitschaft, bestehende Abläufe auf den Prüfstand zu stellen und zu optimieren. SAP liefert dafür die richtigen Werkzeuge.

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Neue Technologien wie Sensorik, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen ebnen dem Handel den Weg zu intelligenten Prozessen und mehr Effizienz. Warum ist das für Lebensmittelhändler wichtig?

Weil in diesem Segment neben klassischen Handelsthemen wie volatiler Nachfrage, steigender Sortimentsbreite, hohem Kostendruck und geringen Margen die passgenaue Planung verderblicher Lebensmittel eine regelrechte Gratwanderung ist: Einerseits darf nicht zu knapp kalkuliert werden, damit die Konsumenten auch kurz vor Ladenschluss die gewünschten Produkte noch in der Auslage finden. Wird jedoch zu viel Ware geordert, müssen verderbliche Lebensmittel oft entsorgt werden. Das führt zu Umsatz-, aber auch zu Imageverlusten. Immerhin finden 91 Prozent der Deutschen, dass hierzulande zu viele Nahrungsmittel verschwendet werden. Und liegen damit richtig: Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fallen allein im deutschen Lebensmittelgroß- und -einzelhandel jährlich rund 550.000 Tonnen Lebensmittelabfälle an.

Wie können intelligente Prozesse helfen, hier gegenzusteuern?

Ganz einfach: Sie ermöglichen eine Feinplanung, die nicht nur auf Standardwerten basiert, sondern auch aktuelle Ereignisse wie anstehende Feiertage, Kampagnen, besondere Events oder Wetterdaten berücksichtigt. Das ist wichtig, schließlich können derartige Parameter die Konsumgewohnheiten enorm beeinflussen. Gerade kurzfristige Ereignisse oder Feiertage, die nicht auf einen festen Wochentag fallen, wie etwa Weihnachten oder Neujahr, erschweren die Planung für Lebensmittelhändler enorm. Viele Handelsketten steuern deshalb die Absatzplanung in der Regel bereits über intelligente Dispositionslösungen wie beispielsweise die Anwendung SAP Forecasting and Replenishment. Kleine und mittelständische Lebensmittelhändler setzen dagegen dabei in der Regel nach wie vor auf ihr Bauchgefühl – und riskieren damit immense Umsatzverluste. Schließlich lässt sich durch eine intelligente Absatzplanung die Abschreibung abgelaufener Lebensmittel nachweislich reduzieren.

An dieser Stelle kommt das Innovationskit SAP Leonardo for Retail mit der Option Zero Waste ins Spiel. Was verbirgt sich dahinter?

Zero Waste ist eines von vielen SAP-Leonardo-basierten Innovationskits für den Handel. Es hilft, verderbliche Artikel wie zum Beispiel Bäckereiprodukte oder Frischware auf Basis präziser Absatzvorhersagen punktgenau zu bestellen. Und so den Spagat zwischen ausreichender Verfügbarkeit und begrenzter Haltbarkeit besser zu meistern.

Die Lösung basiert auf SAP Cloud Platform, SAP Analytics Cloud sowie auf der Komponente Unified Demand Forecast, einer für Handelszwecke maßgeschneiderten und selbstlernenden Absatzprognose, die auch in der SAP Retail-Lösung Customer Activity Repository verwendet wird. Mit Zero Waste können Filialmitarbeiter nicht nur Absätze per Knopfdruck planen, sondern dabei auch erwartete Lieferungen sowie vorhandene Bestände einkalkulieren, wenn notwendig korrigieren und bei der Bestellung entsprechend berücksichtigen. Filial- oder Teamleiter erhalten darüber zudem Informationen zu unterschiedlichen Kennzahlen wie Abverkäufen, Prognosen, Schwund oder Bestandsvorhersagen – und zwar in Echtzeit. So wissen sie immer ganz genau, wie das Geschäft aktuell läuft und ob sie irgendwo gegensteuern müssen.

Wie schnell lässt sich die Lösung implementieren?

Das hängt natürlich immer von der individuellen Situation des Händlers ab: Wie ist die Qualität der vorhandenen Daten? Wie viele Produktlinien sollen über das SAP-Leonardo-Toolkit geplant, welche zusätzlichen Funktionalitäten eingebunden werden? Zero Waste ist keine Plug-and-play-Lösung, bringt aber rund 80 Prozent der Funktionalitäten, die es für eine intelligente Absatzplanung braucht, im Standard mit. Die fehlenden 20 Prozent werden über die SAP-Leonardo-Technologie individuell ergänzt. Erfahrungsgemäß ist es mit einem solchen Innovationskit möglich, innerhalb von wenigen Wochen bis zu fünf Läden mit einer Produktlinie zu beplanen und von dort aus auszurollen.

Für wen ist das Zero-Waste-Toolkit geeignet? Welche Rahmenbedingungen müssen für einen erfolgreichen Einsatz erfüllt sein?

Es eignet sich für Händler, die die Absatzplanung von Frischwaren mittels Machine Learning optimieren möchten, gleichzeitig aber den Zeit- und Kostenaufwand eines großen Projektes scheuen. Denn Zero Waste ist zum Fixpreis erhältlich und einfach zu implementieren und zu nutzen. Das Werkzeug lässt sich unkompliziert aus der Cloud beziehen. Das bedeutet: Um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, müssen Händler das Toolkit lediglich mit ihren Verkaufs-, Bestell- und Lagerdaten „füttern“ – und erhalten dank des flexibel einsetzbaren Unified Demand Forecast innerhalb kürzester Zeit hervorragende Ergebnisse. Das zeigt: Der Weg zum Intelligent Retail Enterprise ist auch für kleine und mittelständische Handelsbetriebe zu bewältigen. Aber auch große Unternehmen können selbstverständlich von diesem Angebot profitieren

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