Apps für den Handel: Was in der Cloud geht

Mobile Anwendungen auf dem Laufsteg, im Lager und in der Filiale sind kein Hexenwerk mehr. Eher Tage als Wochen dauert der erste Entwurf für den Handel – „ein enormer Vorteil“, sagt die für Innovationsprojekte verantwortliche Stephanie Ziegler.

Diese App war überfällig. Immer wieder standen Mitarbeiter in der Filiale eines Sportartikelherstellers vor der Situation, dass ein Sportschuh nicht in der richtigen Größe oder ein T-Shirt nicht in der gewünschten Farbe vor Ort vorrätig war. Der Aufwand, nun andere Filialen oder Partner-Stores einzeln anzurufen, um zu erfahren, ob sie dort eventuell noch zu haben sind, war „frustrierend – für den Mitarbeiter, der den Aufwand hatte und den Kunden, der auf die Antwort warten musste und in Zeiten des Internets einfach anderes gewohnt ist“, erläutert Innovationsexpertin Ziegler. Seit wenigen Tagen genügt den Filialmitarbeitern ein Blick aufs Smartphone, ein paar Berührungen des Displays – und es ist klar, wo die Produkte verfügbar sind. „Per mobiler App lässt sich die Ware aus der anderen Filiale ordern, lassen sich einzelne Produkte zurücknehmen oder Promotionen ansteuern“, erläutert Ziegler.

SAP Cloud Platform: Handels-App als Demo in zehn bis 15 Stunden machbar

Das Besondere an diesem Projekt: „Es war nicht aufwendig“, erläutert Elvir Faskel, der bei SAP im Besonderen für Innovationsthemen wie Machine Learning, IoT, Blockchain und Analytics zuständig ist. „Die Cloud schafft heute die Voraussetzung dafür, simpel klingende Ideen auch einfach umzusetzen“, sagt Faskel und meint damit insbesondere die SAP Cloud Platform aus dem eigenen Haus. In der Regel ist ein lauffähiger Prototyp innerhalb von zwei Wochen gebaut und es ist durchaus realistisch, dass die App nach weiteren sechs Wochen fertig ist. „Wenn es ganz schnell gehen soll, ist es bereits nach zehn bis 15 Stunden möglich, die Funktionalitäten einer App zu demonstrieren“, so Faskel zu den Vorzügen von Anwendungen „aus der Cloud“.

Bindeglied zwischen SAP- und Fremdsystemen

Die SAP Cloud Platform dient als Bindeglied zwischen den SAP-basierten Anwendungen und Fremdsystemen. Sie ist eine „Integrations-, Entwicklungs- und Erweiterungsplattform“, die das vorrangige Ziel hat, Menschen und Daten miteinander zu verbinden. „Die Apps helfen Managern, ihr Unternehmen zu steuern, verbessern die Interaktion zwischen Kunden und Mitarbeitern und sie helfen etwa über Dashboards, schnell auf aktuelle Situationen, etwa auf Trends, zu reagieren“, sagt Ziegler. Technisch gesehen heißt das, dass Datenbanken, ERP-, CRM- und Shopsysteme bis hin zu Social Media quasi „angezapft“ werden können. SAP spricht hier von einer End-to-End-Integration –von der Bestellung bis zur Lieferung.

Handel: Fertige Apps nutzen, eigene bauen

Wie breit die Möglichkeiten sind, etwa im Handelsbereich neue spezifische Anwendungen auf den Weg zu bringen, offenbart schon ein Blick in das SAP App Center, in dem aktuell 120 Handelsanwendungen zu finden sind (insgesamt sind es ca. 1.680 Anwendungen) – teils von SAP, teils von SAP-Partnern entwickelt. Sie bieten beispielsweise ein Dashboard für Produktion und Lager, eine Übersicht über Handels-KPIs oder das „Connected Shelf“, eine App, die für ausreichenden und rechtzeitigen Nachschub für die Regale in den Filialen sorgt. Das Besondere der SAP Cloud Platform liegt allerdings auch darin, dass flexibel neue Ansätze für unternehmensspezifische Prozesse möglich sind.

Ruralco: Inventur digitalisieren

Ähnlich wie schon bei der App für den Sportartikelhersteller entsteht eine neue Anwendung oft erst, wenn Innovationen überfällig sind oder Mitarbeiter neue Prozesse einfordern. „Ein richtig unbeliebtes Thema ist die Inventur“, sagt Faskel, „wer hat schon Interesse daran, mit Liste und Bleistift durch die Regale zu gehen und Produkte zu erfassen?“ Dabei ist es heute längst nicht mehr nötig, ein Subunternehmen damit zu beauftragen, ihre Mitarbeiter durch die Regalreihen zu schicken, um dort Häkchen zu machen. Das australische Landwirtschaftsunternehmen Ruralco produziert und vertreibt diverse Produkte speziell für Landwirte. Mit einem mobilen Gerät erfassen die Mitarbeiter in den Ruralco-Filialen ihre Produkte für die Inventur. Sind sie abgescannt, wird die Bestätigung direkt in das Warenwirtschaftssystem des Unternehmens weitergeleitet. Die Vorteile der digitalisierten Inventur: Die Erfassung geschieht wesentlich schneller und ist sehr viel präziser.

RuralCo Serving the Customer Better with SAP Fiori Cloud

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Laufsteg: Präzises Feedback per App

Ein weiteres Beispiel: Zusammen mit den Modedesignern Mark Badgley und James Mischka entstand die so genannte Badgley Mischka Runway App. Dafür verstauten die Designer bei den Models in der Handtasche oder Hosentaschen Beacons, die in der Lage sind, über kurze Distanzen Informationen weiterzugeben. Die Zuschauer am Laufsteg der Modeshow, die diese App nutzten, bekamen so Informationen über die Kleider der Models und konnten zusätzlich Bewertungen abgeben. Der Vorteil: Direkt nachdem die Models den Laufsteg wieder verlassen hatten, wussten die Designer bereits, welches Kleid, welche Schnitte und welche Farben beim Publikum besonders gut ankamen.

Weitere Informationen:

Wer bereits eine konkrete Idee hat, kann etwa im Rahmen eines Hack2Sol seine Idee in einer Woche zu einem Prototyp weiterentwickeln. Wie das funktioniert und welche Rolle Design Thinking dabei einnimmt, erfahren Sie im Beitrag „Hack2Sol: Wie Ideen fliegen lernen“.

Hier finden Sie Videos und Webinare zur SAP Cloud Platform.

Interessiert an Innovationsthemen im Handel? Vereinbaren Sie einen Termin mit Stephanie Ziegler oder Elvir Faskel im SAP Digital Studio in Ratingen: Hier werden anhand von Showcases rund um Blockchain, Machine Learning und IoT Showcases greifbar gemacht. Auch für weiterführende Lösungen rund um das Thema SAP Cloud Platform stehen Ihnen die SAP Experten sehr gerne zur Verfügung:

Kontakte

Stephanie Ziegler; Stephanie.Ziegler@sap.com;  Mobil: +49 (151) 44614556; LinkedIn

Elvir Faskel; elvir.faskel@sap.com;  Mobil: +49 160 90820163; LinkedIn