Keine Chance für B2B-Zahlungsbetrug – dank Blockchain

Nach Veröffentlichungen des FBI über Zahlungsbetrug im B2B-Sektor sind innerhalb des letzten Berichtszeitraums mehr als 24.000 Unternehmen Opfer eines Business E-Mail Compromise (BEC) geworden, und die damit verbundenen Schäden belaufen sich auf über 2 Milliarden Dollar. In immer ausgeklügelteren Cyberattacken werden mithilfe von Social-Hacking-Methoden gefälschte Bankkontobewegungen gesendet. Wenn Bankprüfungen Wochen dauern, öffnet das Angreifern Tür und Tor, und es bedeutet für Unternehmen, die nicht darauf vorbereitet sind, ein erhebliches Risiko. Die gute Nachricht: Unternehmen wehren sich mithilfe von Blockchain-Technologie.

Blockchain sorgt für Vertrauen in B2B-Zahlungsprozesse, etwa beim Anlegen, Aktualisieren und Austauschen der Bankverbindungen von Lieferanten“, erklärt Torsten Zube, der im SAP Innovation Center Network für Blockchain verantwortlich ist. „Das Finanzteam ist vielleicht unter Druck, weil es Skontofristen einhalten muss. Externe Überprüfungsstellen erhöhen das potenzielle Risiko. Betrug kann sogar von Personen innerhalb des Unternehmens ausgehen. Wenn Blockchain in den Zahlungs­prozess eingebunden ist, können sich die Mitarbeiter auf schnelle und korrekte Datenquellen verlassen.“

Dieses SAP-TechEd-Video erklärt, wie Blockchain Käufern und Anbietern zusätzliche Sicherheit und Datenintegrität bietet.

Und so funktioniert es: Lieferanten geben ihre Bankverbindung direkt in der Blockchain ein. Diese verteilt die entsprechenden Aktualisierungen automatisch an alle benannten Organisationen, die Waren und Dienstleistungen bei den Lieferanten beziehen. Das spart Anbietern und Käufern Zeit. Gleichzeitig entfallen manuelle, fehlerträchtige Prozesse, wie etwa Anrufe bei unzähligen Unternehmen, um die aktuellen Informationen mitzuteilen.

Blockchain verhindert Betrug, bevor er stattfinden kann

Einer der größten Vorteile der Verwendung von Blockchain zur Verifizierung von Daten in B2B-Zahlungsprozessen ist die proaktive Verhinderung von Betrugsfällen. Das funktioniert, weil alle Beteiligten – Anbieter und Käufer – auf eine zentrale Datenquelle zurückgreifen, die nicht Eigentum oder unter der Kontrolle einer einzelnen Entität ist. Damit werden externe Verifizierungsstellen nicht überflüssig, allerdings verschiebt sich dadurch der Fokus interner Finanzteams.

„Wenn SAP-Kunden Blockchain-Funktionen in ihre Zahlungslaufprozesse in der SAP S/4HANA Cloud integrieren, macht das ihre Lieferantenstammdaten wie Bankkontendaten im Höchstmaß sicher“, meint Zube. „Angriffe werden sofort sichtbar. Dadurch können Unternehmen ihre Sicherheitsbemühungen von der Erkennung auf die Prävention verlagern. Das schafft in vielen Branchen ein noch nie dagewesenes Vertrauen.“

Schluss mit Zahlungsbetrug

Bei diesem Pilotprojekt geht es nicht darum, papiergebundene Prozesse zu automatisieren. Es geht um eine Neugestaltung der Art und Weise, wie Unternehmen Aktualisierungen von Lieferantendaten und im weiteren Sinne Rechnungsstellung und Zahlungen handhaben. Nach Aussagen von Zube sind die meisten Unternehmen motiviert, Blockchain einzusetzen – sowohl aus Sicherheitsgründen als auch der Einfachheit wegen.

„Alle Beteiligten können in gewissem Umfang Vertraulichkeit für ihre Bankkontendaten und Partnerschaften aufrechterhalten“, sagte er. „Gleichzeitig kann aber jeder im Netzwerk problemlos Zahlungsdaten überprüfen.“

Wie Zube ergänzte, schafft die Blockchain-Technologie Mehrwert – was ebenso wichtig ist –, indem sie gemeinsam genutzte „Know-Your-Customer (KYC)“-Prozesse unterstützt. Sobald die Bankkonten­daten von Lieferanten einmal im unveränderlichen dezentralen Register (auch Distributed Ledger genannt) verifiziert worden sind, müssen sie von anderen Teilnehmern in der vertrauenswürdigen Kette nicht erneut überprüft werden.

Der nächste Schritt: Use-Case-bezogene Konversationen

Ein besonders häufig übersehener, aber dennoch entscheidender Aspekt, der in vielen Blockchain-Interaktionen fehlt, ist die Frage, wie Unternehmen all die Informationen in der Kette mit ihren aktuellen Prozessen verknüpfen sollen.

„Die viel zitierte letzte Meile ist wesentlich länger als eine Meile“, gab Zube zu bedenken. „Im netzwerkbasierten Geschäftsmodell müssen Unternehmen Blockchain-Interaktionen mit ihren spezifischen Anwendungsfällen beginnen und beschreiben, wie sie Daten aus der Kette an Systeme innerhalb und außerhalb des Unternehmens verteilen werden. Blockchain-gestützte Daten müssen mit Geschäftsprozessen aus der Praxis verknüpft werden.“

Es ist nie zu früh für mehr Sicherheit

Inzwischen nimmt die globale Bedrohung durch Zahlungsbetrug stetig zu – die dadurch verursachten Verluste sind in den vergangenen zwei Jahren weltweit um 136 Prozent angestiegen. Kein Wunder also, dass laut Prognose des Marktforschungsunternehmens IDC bis 2023 über 60 Milliarden Dollar in Netzwerken für grenzüberschreitende Zahlungen mit Blockchain-Technologie übermittelt werden. Betrüger dürfen sich also warm anziehen, denn die Blockchain sieht alles.

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