Outside the Block: SAP und Partner präsentieren Blockchain-Use-Cases für eine Welt ohne Grenzen

Blockchain ist für SAP seit mehreren Jahren ein strategisches Thema. Inzwischen haben sich aus der einstigen Zukunftsvision praxistaugliche Anwendungsfälle entwickelt. Zusammen mit Kunden und Partnern veranstaltete SAP den „Outside the Block“ Enterprise Blockchain Summit in Berlin, um Use-Cases vorzustellen und über das Potenzial der Blockchain zu diskutieren.

Grenzüberschreitende Geschäftsvorgänge und unternehmensübergreifende Wertschöpfungs­ketten sind heute keine Ausnahmen mehr, sondern Normalität. Der Informations­austausch in Echtzeit mit einer Vielzahl von Partnern stellt Unternehmen vor völlig neue Herausforderungen. Dies erklärt zum Teil den Hype um Blockchain in den letzten Jahren. Als Technologie, die auf Dezentralisierung aufbaut, erfordert Blockchain Partner­schaften zwischen vielen Teilnehmern. Grenzüberschreitende Geschäftsbeziehungen, die auf Vertrauen basieren, werden dadurch nicht nur zur Realität, sondern auch zur Notwendigkeit.

Michael Spitz, CEO Main Incubator; Maria Roßbander, External Collab. and Foresight Siemens; John Calian, Head of T-Labs & The Blockchain Group Deutsche Telekom und Artiona Bogo, Blockchain Business development SAP im Gespräch zu Blockchain Mass Adoption bei der SAP Blockchain Summit in Berlin
Im Gespräch zu Blockchain Mass Adoption: Michael Spitz, CEO Main Incubator; Maria Roßbander, External Collab. and Foresight Siemens; John Calian, Head of T-Labs & The Blockchain Group Deutsche Telekom und Artiona Bogo, Blockchain Business Development SAP

 

„Wir bei SAP halten diese Offenheit für einen Schlüssel, denn sie ermöglicht uns, unseren Kunden und unseren Partnern, das Wissen des gesamten SAP-Geschäftsumfelds zu nutzen“, meinte Martin Heinig, Geschäftsführer von Labs Berlin, als er das erste Enterprise-Blockchain-Event in Berlin eröffnete.

„Die Tage, in denen ‚Kalter Krieg‘ eine treffende Metapher für die gegenseitige Abschottung von Unternehmen war, sind endgültig vorbei“, sagte Heinig mit Bezug auf die einst geteilte Stadt Berlin als Veranstaltungsort für den Blockchain Summit von SAP. Zusammen mit den Sponsoren Telekom Innovation Laboratories, Dell EMC, Camelot IT Labs und Wipro hieß SAP Berlin über 250 Teilnehmer aus 120 Unternehmen und 21 Ländern willkommen.

Der Saal des Humboldt Carré in Berlin, in dem das SAP Enterprise Blockchain Summit stattfand.
Die Location des SAP Enterprise Blockchain Summit im Humboldt Carré in Berlin.

„Blockchain-Technologie kann ihr Potenzial nur in einem Netzwerk von Partnern entfalten“, erklärte Heinig. Und Torsten Zube, Head of Blockchain bei SAP, fügte hinzu: „Sie ermöglicht uns, Daten auf vertrauenswürdigem Wege auszutauschen, und das effizienter als jemals zuvor.“ Er erinnerte sich an eine kürzliche Unterhaltung mit einem Analysten: „Der Winter der Blockchain bricht an, fasst die gegenwärtigen Erwartungen ganz gut zusammen. Doch jetzt ist nicht die Zeit, Winterschlaf zu halten. Der Hype ist vorbei, und das sehe ich als Chance, uns auf das zu besinnen, worum es bei Blockchain wirklich geht und was sie bewirken kann.“

Blockchain rüstet Kunden und Partner für das intelligente Unternehmen

In den letzten zwei Jahren hat SAP intensiv mit Kunden und Partnern an konkreten Anwendungsszenarien für Blockchain zusammengearbeitet. So hat sich aus der einstigen Zukunftsvision Blockchain für Unternehmen inzwischen eine Technologie für die Praxis entwickelt. SAP bietet Kunden und Partnern nicht nur das Wissen, sondern auch die erforderliche Umgebung, um in die Technologie einzusteigen.

In einer Umfrage, die kürzlich unter 250 SAP-Kunden im Mittelstands- und Groß­unternehmens­sektor durchgeführt wurde, gaben 92 Prozent der Befragten an, dass sie einem von SAP geleiteten Blockchain-Konsortium beitreten würden. „SAP ist ein ganzheitliches Erfassungs­system“, so Gil Perez, Head of Digital Customer Initiatives bei SAP. „Deshalb haben die Kunden den Wunsch nach einem branchenbezogenen Konsortium geäußert – mit einem Fokus nicht auf Technologie, sondern auf Realisierbarkeit und Strategieabstimmung.“

Torsten Zube, VP, Head of Blockchain bei SAP und Gil Perez, Head of Digital Customer Initiatives bei SAP präsentieren die Ergebnisse einer Umfrage unter 250 SAP-Kunden zu einem von SAP geleiteten Blockchain-Konsortium
Torsten Zube, VP, Head of Blockchain bei SAP (links) und Gil Perez, Head of Digital Customer Initiatives bei SAP (rechts) präsentieren die Ergebnisse der SAP-Kunden-Umfrage.

Wie Torsten Zube von SAP anmerkte, stehen und fallen dezentralisierte Netzwerke mit strategischen Partnerschaften. SAP hat deshalb angekündigt, die Zusammenschaltung von Multi-Cloud-Blockchain-Netzwerken mit Partnern abstimmen zu wollen, um sein Angebot zu erweitern und dabei seiner offenen Blockchain-Strategie Rechnung zu tragen.

Von der Vision zum wirtschaftlichen Nutzen

In einer Live-Präsentation stellte der SAP-Innovationspartner modum.io ein Beispiel für neue, auf Blockchain aufbauende, netzwerkbasierte Geschäftsmodelle vor, die im Rahmen des SAP Enterprise Blockchain Co-Innovation Program entwickelt wurden. Das Züricher Unternehmen modum.io erstellt Lösungen für die Qualitätsüberwachung in sensiblen Lieferketten wie beispielsweise in der Pharmaindustrie.

Die gemeinsam mit SAP und dem Kunden Schweizerische Post entwickelte Lösung MODSense ist jetzt kommerziell erhältlich. MODSense wurde mithilfe der SAP Cloud Platform Blockchain erstellt. Die Lösung ermöglicht es Kunden, in Echtzeit auf sichere Daten zuzugreifen, ohne dass das Paket geöffnet werden muss.

Marc Degen, Mitgründer und Vorstandsmitglied der modum.io AG, stellt auf der SAP Enterprise Blockchain Summit ein Beispiel für neue, auf Blockchain aufbauende, netzwerkbasierte Geschäftsmodelle vor
„Modum und SAP haben in Bezug auf die Architektur eine ähnliche Vision“, sagte Marc Degen (links), Mitgründer und Vorstandsmitglied der modum.io AG. „Dank dieser strategischen Partnerschaft konnten wir eine skalierbare, auf Blockchain basierende Lösung entwickeln, die die Leistungsanforderungen von weltweit operierenden Kunden erfüllt.“

Blockchain in der Logistikkette: Technologie, die echte Probleme löst

„Technologie ist dann optimal genutzt, wenn sie dazu beiträgt, die größten Heraus­forderungen auf der Welt zu bewältigen. Deshalb hat sie im Bereich Supply Chain ein enormes Potenzial“, unterstrich Paige Wei-Cox, Head of Supply Chain Networks bei SAP, als sie eines der größten Probleme der globalen Wirtschaft beleuchtete: den Handel mit Fälschungen. Der lange Zeit herrschende Irrglaube, das Problem würde sich auf Entwicklungs­länder beschränken, ist inzwischen der Erkenntnis gewichen, dass Fälschungen für die Konsumgütermärkte überall auf der Welt gefährlich sind – besonders in der Lebensmittel- und der Pharmabranche.

Paige Wei-Cox, Head of Supply Chain Networks bei SAP erklärt, wie Blockchain Pharmaunternehmen helfen kann mit schnelleren Produktrückrufen Menschenleben zu retten
Paige Wei-Cox, Head of Supply Chain Networks bei SAP

SAP unterstützt mit Blockchain-Technologie die Bemühungen zur Lösung dieses Problems. „Pharmaunternehmen haben eine besonders komplexe Logistikkette“, erklärte Wei-Cox. „Sie umfasst Hersteller, Markeninhaber, Großhändler, Distributoren und Apotheken.“ Nach Angaben des Wall Street Journal verkaufen 95 Prozent der Arzneimittelabgabestellen in den USA Medikamente, die nicht vorschriftenkonform sind. Über eine Million Menschen verlieren ihr Leben jährlich durch gefälschte Medikamente. SAP Information Collaboration Hub for Life Sciences arbeitet mit 15 Kunden zusammen, um Blockchain im Zusammenhang mit der Verifizierung und der Rückgabe von verkäuflichen Pharmaprodukten einzusetzen und damit die Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften sicherzustellen.

Jedes Jahr sterben 420.000 Menschen an lebensmittelbedingten Erkrankungen, nicht zuletzt, weil die komplexe Logistikkette Produktrückrufe sehr erschwert. Anlass genug für SAP, zusammen mit zehn Kunden die Farm-to-Consumer-Blockchain-Initiative zu starten, um die Sicherung der Rohstoffherkunft und die Materialverfolgbarkeit zu verbessern. Durch die Bereitstellung einer dezentralisierten Plattform ermöglicht SAP einen Datenaustausch im gesamten Supply-Chain-Netzwerk, sodass durchgängige Transparenz geschaffen wird.

In Gemeinschaftsprojekten mit Kunden und Partnern hat SAP zahlreiche Anwendungs­szenarien entwickelt, von denen eine Auswahl auf dem Enterprise Blockchain Summit live präsentiert wurden.

Zusammenarbeit ist ein Schlüsselfaktor für den Erfolg mit Blockchain

Beiersdorf und GS1 demonstrierten, was Blockchain für den Palettenwechsel leisten kann. IBM zeigte den Nutzen von Blockchain in der Öl- und Gasindustrie. Die Deutsche Telekom und Camelot ITLab erklärten, wie der Diebstahl von mobilen Geräten mit Blockchain bekämpft werden kann. Und Kellogg’s veranschaulichte, wie das Unternehmen die Lebensmittel-Logistikkette mit Blockchain erweitert.

John Calian, Head of T-Labs & The Blockchain Group Deutsche Telekom, im Gespräch auf der SAP Enterprise Blockchain Summit in Berlin
John Calian, Head of T-Labs & The Blockchain Group Deutsche Telekom (rechts)

Zahllose Beispiele könnten noch aufgelistet werden, und das zeigt zwei Dinge ganz deutlich: Erstens ist Blockchain wirklich in der Unternehmenswelt angekommen. In vielen Firmen versteht man genau, welches Potenzial die Technologie birgt, aber auch welche Grenzen sie hat. Dadurch können sie konkrete Projekte anpacken, aus denen sich praxistaugliche produktive Lösungen entwickeln. Zweitens ist Blockchain eine Technologie für die Zusammenarbeit zwischen vielen Teilnehmern. Ihr wahrer Wert entfaltet sich, sobald Unternehmen wirklich anfangen, offen und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Dieser Punkt bildete den Konsens zwischen allen Anwesenden auf dem Technologiegipfel „Outside the Block“, der den ganzen Tag über von einem lebendigen Gedankenaustausch geprägt war.

„Zusammenarbeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen, die auf Blockchain bauen“, unterstrich Martin Heinig. „Die vielfältigen Möglichkeiten, die die bisher entwickelten Anwendungsszenarien offenbaren, bringen das enorme Potenzial von Blockchain in der Praxis zur Wirkung.“

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