Gleiches Gehalt für gleiche Arbeit: Wie SAP sicherstellt, dass alle Mitarbeiter gleich behandelt werden

Vor Kurzem hat SAP verkündet, dass sie die Entgeltgleichheit weltweit Anfang 2019 hergestellt haben wird. Dies ist das Ergebnis einer globalen Entgeltgleichheitsanalyse, die im vergangenen Sommer gestartet wurde. Anhand einer statistischen Analyse hat das Unternehmen feststellen können, dass weltweit 99% aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleiches Gehalt für gleiche Arbeit bekommen. Das restliche 1% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das eine Gehaltsdiskrepanz aufweist, bekam zum Oktober 2018 eine Gehaltsanpassung.

Cawa Younosi, Personalchef von SAP Deutschland, sprach kürzlich über die Entgeltgleichheitsanalyse, wie SAP diese Unternehmenskultur lebt und wie das Unternehmen daran arbeitet, Karrieremöglichkeiten für Frauen in einer Industrie zu schaffen, in der die Konkurrenz sehr groß ist. „Wir achten schon seit vielen Jahren auf Lohngleichheit, deswegen gibt es bei uns nur noch wenige Betroffene.“

Was also ist die Kernbotschaft von SAPs Entgeltgleichheitsstrategie? „Wir wollen auch nicht, dass ein Mann schlechter bezahlt wird als ein anderer Mann oder eine Frau“, sagt Younosi. „Wir haben unsere Prozesse entsprechend angepasst und stellen dadurch künftig Lohngleichheit im gesamten Konzern her.“ Laut Younosi, werden die Gehälter ständig überprüft: „Trotz der Ermessensspielräume, die die Führungskräfte haben, funktioniert das Thema gleiche Bezahlung sehr gut bei uns.“

Bei Entgeltgleichheit geht es nicht nur um Geld

Der Hintergrund dieser Geschichte beginnt vor über 40 Jahren, als SAP entstanden ist. Younosi stellt fest: „Die Lücken waren sehr gering, weil wir das Thema seit Gründung der SAP vor über 40 Jahren kontinuierlich anschauen. Aber, Entgeltgleichheit ist nicht nur Gehalt – es geht um Karriere- und Fördermöglichkeiten.“

Da sich sehr wenige Frauen für technische Berufe entscheiden, stellen Männer die Mehrheit in Unternehmen wie SAP dar. Deswegen wird bei SAP sehr viel Wert daraufgelegt, Frauen in Führungspositionen zu befördern.

„30 Prozent der Beschäftigten bei SAP sind Frauen. Der Anteil der Frauen in Führungspositionen liegt aktuell bei 26 Prozent und bis 2022 wollen wir 30 Prozent erreichen. Wir versuchen insgesamt mehr Frauen für uns zu begeistern. Dafür haben wir diverse Frauenförderprogramme aufgelegt und schreiben beispielsweise alle Führungspositionen in Teilzeit aus und bieten Tandemmodelle an“, sagt Younosi. Leider entscheiden sich aber bereits in den Universitäten weniger Frauen als Männer für einen technischen Beruf. „Wir tun alles was in unserer Macht liegt, um die Anzahl der Frauen bei SAP zu erhöhen.“

Lesen Sie mehr über Entgeltgleichheit bei SAP und in der Softwarebranche bei ZEIT ONLINE: „SAP verspricht gleiches Geld für gleiche Arbeit“.